GSO1-78

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO1-78 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 78 - Zweiter Akt der klosterhimmlischen Komödie.


1. Da sehet hinauf, soeben kommt ein wohlgenährtes Krokodil zum Vorschein, und zwar in proportionaler Grösse mit den übrigen Gegenständen. Es sperrt den Rachen weit auf, als wollte es eine halbe Schöpfung verschlingen. Aber da ihm nichts in den Rachen fliegt, so macht es denselben wieder ganz bescheiden zu. - Seht, dort weiter im Hintergrunde treten mehrere Tiger, Hyänen, Löwen, Leoparden und Bären hervor, noch weiter im Hintergrunde seht ihr allergewaltigste Riesenschlangen hervorkriechen. Nun sehet, wie alle diese Tiere mit den furchtbarsten Sätzen und grimmigsten Windungen gegeneinander fahren, als wollten sie sich jählings in Stücke zerreissen. Dort, ganz in einem Winkel, guckt ein grosser Affenkopf hervor und beobachtet uns, ob wir uns noch nicht geschreckt haben. Allein, wir erschrecken uns nicht, und so fängt auch dieses Tiergefecht an, sich zurückzuziehen.

2. Ihr fraget wohl, wie eine solche Metamorphose möglich ist? Ich sage: Eine solche Metamorphose ist einem guten Geiste bei sich selbst zwar unmöglich, dessen ungeachtet aber kann er durch die Kraft des Herrn in ihm durch seinen Willen solche Bilder ausser sich also hervorrufen, dass sie dann in die Erscheinlichkeit treten, als wären sie wirklich vorhanden. Solche Darstellungen werden im Reiche der Geister „Täuschungen des Gesichts“ genannt; jedoch ist solches bei diesen vor uns gegenwärtigen Erscheinungen nicht der Fall. Denn Geister, welche irgendetwas Bösartiges in sich haben, können ausser sich keine zweckmässige Gesichtstäuschung hervorrufen, wohl aber können sie das Bösartige im äussersten Falle aus sich also hervortreten lassen, dass dann dieses Bösartige gestaltlich ihr Äusseres wird. Und so ist's denn auch bei diesen Geistern hier der Fall. So habet ihr die Gelegenheit gehabt, das Rohe und Bösartige dieser Geister gestaltlich zu schauen. Sehet, also verhalten sich hier die Sachen.

3. Hier ist zwar einerseits alles Trug und eitel Falsches. Aber nach eurem eigenen alten biblischen Spruche: „Dem Reinen ist alles rein“ ist auch in all diesen Trugerscheinungen für uns nichts Trügendes. Denn eben durch diese Erscheinungen zeigen die Geister ihr ganzes Innere, und da ist keinem möglich, etwas anderes hervorzubringen, als gerade nur das, was seinem inneren Lebensgrunde vollkommen entspricht.

4. Zuerst habt ihr den falschen Petrus kennengelernt. Das besagt, dass die ganze Apostolität eurer Kirche auf einem ganz falschen Petrus basiert ist. Daher werdet ihr auch in mehreren Tausenden solcher Klöster allzeit einen solchen falschen Petrus antreffen. Wie es aber mit dem Petrus geht, so geht es mit all dem andern. Ihr habt diesen Himmel nach eurem eigenen Geständnisse, zuerst in der äussersten, schmutzigsten Lächerlichkeit gefunden. Betrachtet dagegen den echt heidnischen Tandelmarkt eurer Bethäuser, und ihr müsset dabei noch gestehen, dass dieser Himmel in seiner Entsprechung viel zu gut ist für dergleichen Torheiten.

5. Was da betrifft den höchst schmutzigen Abrahamstisch, so ist er ja ein getreues Bild des Tisches des Herrn in euren Bethäusern, allda nicht selten, nota bene fürs Geld noch dazu, für kranke Hunde, Ochsen, Kühe, Pferde, Schafe, Schweine und noch allerlei andere Tiere wie auch nicht selten fürs Gelingen von allerlei schändlichen Handlungen dem Herrn ein wohlgefälliges Opfer dargebracht wird. An diesem Tisch wird das Brot des Herrn ausgeteilt. Welch ein nur einigermassen erleuchteter Geist kann sich einen noch grösseren Unsinn denken?! Gleicht ein solcher Tisch des Herrn nicht einem wahrsten Schweinetrog, in welchem ebenfalls nur den Schweinen ein Futter gereicht wird? Und gleicht der, so er eben aus diesem Troge isst, nicht eben auch einem Schweine? - Ja fürwahr, der eine ist ein Schwein, und der andere mengt sich unter das Futter der Schweine und ist selbst schuld daran, so er von den Schweinen gefressen wird.

6. Der Herr aber hat Sein Wort mit den Perlen verglichen, die man nicht den Schweinen vorwerfen soll. Also meine ich denn auch, es wird aus einem solchen Schweinetrog nicht zu viel des lebendigen Brotes zu erschnappen sein. Und so werdet ihr es auch mit Leichtigkeit einsehen, dass dieser „Abrahamstisch“, wie wir ihn zuerst gesehen haben, noch viel zu gut ist, um die volle Schändlichkeit so manches Tisches des Herrn in eurer Kirche darzustellen. Der Grund aber liegt darin, dass diese Laienmönche in ihrem Innern sich unter dem weltlichen Tische des Herrn notgedrungen etwas Besseres vorstellen, als er an und für sich wirklich ist: denn sie hatten davon ja keine Ahnung, dass der „Tisch Abrahams, Isaaks und Jakobs“ nichts anderes als die reinste Liebe zum Herrn bezeichnet, und aus dieser heraus alle erspriessliche Werktätigkeit in Beziehung auf das geistige Wohl der Brüder. Wie aber demnach der Tisch, so auch der Himmel; denn da sich der eigentliche Himmel ums Geld nicht erkaufen lässt, während ihn eure Kirche doch fortwährend fest taxiert verkauft, so ist demnach auch dieser Batzenhimmel ja ganz wohl entsprechend und muss also aussehen wie das Mittel, durch das man ihn an sich gebracht hat.


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