GEJ09-149

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 9 GEJ09-149 Kapitel


149. Kapitel - Die Voraussage des Herrn über Sein Ende

149,1. Darauf wurde bis zum Abend hin noch vieles gesprochen über die Erde, ihre Gestalt, über Sonne, Mond und Sterne und über die anderen Erscheinungen in der Naturwelt, worüber alle eine grosse Freude hatten.

149,2. Und unser Vorstand aus der Bucht sagte: „Dir, o Herr und Meister, alles Lob, alle Ehre, alle Liebe und allen Dank, dass Du auch solches vor uns enthüllt hast und wir nun wissen, wie das grosse Haus – Erde genannt –, das wir zeitweilig bewohnen, aussieht und beschaffen ist! Denn die Unkenntnis in diesen Dingen war zumeist die Quelle des bösen Aberglaubens und dieser eine nahezu unversiegbare Nährquelle für die faulen und trägen Götzenpriester. Aber es soll nun bald anders werden mit Deiner Hilfe!“

149,3. Hier kam ein Diener und lud uns zum Nachtmahle; denn die Sonne war schon vor ein paar Stunden untergegangen. Wir erhoben uns denn auch sogleich von unseren Plätzen im Söller, begaben uns ins Haus und nahmen das Nachtmahl zu uns.

149,4. Nach dem Nachtmahle blieben wir noch bis gen Mitternacht wach, in welcher Zeit diesmal Mein Johannes auf Mein Geheiss vieles den zwanzig Fischern und dem Buchtvorsteher erklärte. Um die Mitte der Nacht begaben wir uns zur Ruhe und waren vor dem Aufgange dennoch auf den Beinen.

149,5. Die Fischer aber begaben sich nach Hause, kamen jedoch am frühesten Morgen schon wieder mit einer Ladung der besten Fische nach Jesaira, die auch sogleich fürs Morgenmahl zubereitet wurden.

149,6. Ich begab Mich aber, wie gewöhnlich, vor dem Aufgange ins Freie, begleitet von allen, die in diesem Orte bei Mir waren. Im schönen Söller legte Ich den zwanzig Fischern, dem Buchtvorstande, dem Wirte, dem Kisjona und dem Philopold die Hände auf und erfüllte sie mit der Kraft, in Meinem Namen allerlei Kranke zu heilen, und gab ihnen das Recht, Meine Lehre unter den Menschen auszubreiten, und das unter den blinden Juden und Heiden.

149,7. Alle dankten Mir aus dem Innersten ihres Herzens für diese Berufung und begaben sich dann mit Mir zum Morgenmahle.

149,8. Beim Morgenmahle sagte die Maria zu Mir: „Mein allerliebster Sohn, Du hast doch allenthalben so viele Zeichen gewirkt, hier aber hast Du nichts von Deiner wahrsten Gottesmacht merken lassen. Wirke doch auch hier ein Zeichen, bevor Du weiterziehst!“

149,9. Sagte Ich: „Weib, rede mit den Fischern, und sie werden es dir sagen, ob Ich hier kein Zeichen gewirkt habe! Ich bin aber in diese Welt nicht der Zeichen wegen, sondern der Wahrheit und des Lebens der Seele wegen gekommen, auf dass ein jeder, der an den Menschensohn glaubt, das ewige Leben in sich habe.

149,10. Meiner Zeichen wegen wird kein Mensch selig werden, wohl aber ein jeder, der an Mich glaubt und nach Meiner Lehre lebt und handelt. Zudem habe Ich nun Meinen Freunden die Macht erteilt, den armen und leidenden Menschen Gutes zu erweisen in Meinem Namen, und das ist sicher ein grösseres Zeichen, als so Ich nun vor euren Augen eine Welt erschaffen würde!

149,11. Ich werde aber am Ende Meiner Zeit auf dieser Erde, die in der kommenden Osterzeit in Jerusalem sein wird, ein grösstes Zeichen für alle Menschen wirken, durch das viele zum ewigen Leben und gar viele aber zum Gerichte und ewigen Tode gelangen werden. Wer sich da an Mir nicht ärgern wird, der wird das Leben der Seele erhalten.“

149,12. Sagte Maria: „Worin wird denn das letzte grosse Zeichen bestehen, auf dass auch ich nach Jerusalem komme und Dein grösstes Zeichen, von Dir gewirkt, anschaue?“

149,13. Sagte Ich: „Weib, du wirst wohl nach Jerusalem kommen und Mein letztes und grösstes Zeichen, das Ich wirken werde, anschauen, aber du wirst darob keine Freude, sondern eine grosse Trauer in deinem reinsten Herzen haben! Ich werde verraten, von den Pharisäern ergriffen und dem Gerichte überantwortet und am Kreuze dem Leibe nach wie ein gemeinster Verbrecher getötet werden; aber am dritten Tage werde Ich aus Meiner eigenen Kraft und Macht wieder auferstehen und kommen zu allen Meinen Freunden und Brüdern und werde ihnen die Macht erteilen, die Sünden den Menschen in Meinem Namen zu vergeben und die Toten zum Leben zu erwecken. Siehe, Weib, darin wird Mein letztes und grösstes in Meinem Fleische gewirktes Zeichen bestehen!“

149,14. Sagte die Maria und die andern Freunde mit ihr: „Aber, Herr und Meister, das wirst doch Du nicht über Dich kommen lassen?!“

149,15. Sagte Ich: „Des Vaters Willen in Mir kenne nur Ich, und Meine Seele weiss es, was Ich zu wirken habe! Wer sich an Mir nicht ärgern wird, der wird Mir gleich den Tod überwinden und zum ewigen Leben durchdringen.

149,16. Wer dieses Leibes Leben liebt der Welt wegen, der wird das Leben der Seele verlieren; wer es aber nicht liebt um Meinetwillen, der wird es erhalten für ewig in Meinem Reiche.“

149,17. Auf diese Meine Worte wurden alle Anwesenden betrübt und dachten bei sich, was daraus werden solle.

149,18. Und Ich sagte: „Was betrübet ihr euch darob? Meinet ihr denn, dass Ich euch nach Meines Leibes Tode etwa verlassen werde? Oh, mitnichten! Ich werde dann erst recht bei den Meinen verbleiben bis ans Ende der Zeiten dieser Erde und für jeden, der an Mich glauben wird, offen halten die Tore zum ewigen Leben in Meinen Himmeln. Es werden sich zwar Meine Schafe zerstreuen, so Ich als ihr Hirte geschlagen werde, – aber Ich Selbst werde sie dann wieder sammeln, und es wird dann nur eine Herde und ein Hirte sein für immerdar; die Böcke und die Wölfe in Schafspelzen aber werden ausgeschieden und dem Gerichte und Tode der Materie überliefert werden.“

149,19. Als Ich diese kleine Rede beendet hatte, da ertönte eine Stimme in der Luft des Saales, und die Worte lauteten: „Dieser Jesus mit Fleisch und Blut ist Mein geliebter Sohn, den sollen loben alle Geschlechter der Erde! Er ist der verkörperte Ausdruck Meiner Liebe, Meiner Weisheit und Meines Willens. Ich bin in Ihm und Er in Mir; Wir sind vollends Eins. Wer Ihn sieht und hört, der sieht und hört auch Mich; und wer Meinen Willen tut, der hat in sich das ewige Leben.“

149,20. Auf diese Worte fielen alle vor Mir nieder und wollten Mich anbeten.

149,21. Ich aber sagte zu allen: „Erhebet euch vom Boden; denn an derlei Ehrenbezeigungen habe Ich kein Wohlgefallen, wohl aber an eurer Liebe, und dass ihr treu und tätig verharret in Meiner Lehre!

149,22. Der Friede sei denn mit euch, – doch kein Friede, wie ihn die Welt hat und gibt, sondern der innere Friede des Herzens, der Seele in Meiner Liebe, die da ist das ewige Leben! Amen.“

149,23. Auf diese Meine Worte erhoben sich alle und dankten Mir für diese Tröstung und wurden wieder heiteren Mutes.

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