GEJ08-162

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 8 GEJ08-162 Kapitel


162. Kapitel - Die Ordnung in der Haushaltung Gottes

162,1. Sagte Simon Juda: „Herr, wann der Zeit nach wird solches geschehen auf Erden?“

162,2. Sagte Ich: „Simon Juda, Ich habe dir deines mächtigen Glaubens wegen die Schlüssel zum Reiche Gottes gegeben und nannte dich einen Fels, auf dem Ich Meine Kirche bauen werde, die von den Pforten der Hölle nicht besiegt werden solle. Du sollest ein neuer Aaron sein und sitzen auf dessen Stuhle. Ja, du wirst das auch dadurch, dass du Meines Wortes Verbreiter sein wirst mit den andern Brüdern.

162,3. Aber wenn man unter den Heiden wird dessen kundig werden nach etlichen hundert Jahren, da wird man in Rom vorgeben, dass du solchen daselbst gegründet habest. Und die Völker, die mit Feuer und Schwert dazu gezwungen werden, werden den falschen Propheten auch glauben, dass du als ein erster Glaubensfürst solchen Stuhl in Rom gestellet habest und vom selben in Meinem Namen regierest die ganze Erde und ihre Fürsten und Völker. Aber siehe, das wird ein falscher Stuhl sein, von dem aus viel Unheil auf der weiten Erde wird ausgebreitet werden, und es wird da nahe niemand mehr wissen, wo du den rechten Stuhl, den Stuhl der Liebe, der Wahrheit, des lebendigen Glaubens und des Lebens aufgestellt hast, und wer dein rechter Nachfolger ist.

162,4. Solch falscher Stuhl aber wird sich zwar lange halten, viel über die tausend Jahre hinaus, wird aber zweitausend Jahre Alters nicht erleben! Und nun rechne, wenn du rechnen kannst!

162,5. Wenn der falsche Stuhl wird morsch geworden sein und keinen Halt mehr haben wird, dann werde Ich wiederkommen und Mein Reich mit Mir. Dann werdet auch ihr mit Mir zur Erde kommen und Meine Zeugen vor denen sein, bei denen wir noch den wahren und reinen Glauben finden werden.

162,6. Aber in jener Zeit wird es denn auch einer grossen Läuterung bedürfen, auf dass die Menschen Mich wieder erkennen und allein an Mich glauben werden. Doch was Ich euch nun im Vertrauen geoffenbart habe, davon schweiget jetzt noch! Es wird schon die Zeit kommen, in der solches laut von allen Dächern verkündet werden wird.“

162,7. Sagten die andern Jünger: „Herr, kann denn so etwas nicht vermieden werden?“

162,8. Sagte Ich: „O ja, da müssten die Menschen aber zu puren Maschinen umgeschaffen werden! Ihr saget auch: ,Aber warum stets so heftige Winde und Stürme auf dem Meere?‘ Gut, sage Ich, so nehmen wir diese weg, und das Meer wird keine gefährlichen Wellen und Wogen mehr treiben, und die Schiffer werden in aller Ruhe und Gefahrlosigkeit die Meere befahren können. Aber das gar sehr ruhige Meer wird dann faul werden und mit Pestilenz alle Teile der Erde erfüllen, und es wird dabei kein natürliches Leben mehr denkbar möglich sein weder auf dem trockenen Lande und ebensowenig im Meere selbst.

162,9. Man müsste denn alles Wasser in Stein verwandeln! Wenn aber das, woher werden dann alle belebten Geschöpfe, als Pflanzen und Tiere, ihre erste und allernotwendigste Nahrung nehmen? Auf dass aber das Meer bleibe, wie es ist, und auch alle andern Gewässer, so müssen auch die Winde und Stürme bleiben, durch die das Meer beständig in der Unruhe und der daraus hervorgehenden Tätigkeit erhalten wird, damit es sein Lebenssalz nicht zu Grunde sinken lasse und faul und peststinkend werde.

162,10. Was aber beim Meere die Winde und Stürme sind, das sind beim Menschen die zugelassenen geistigen Proben und Kämpfe, die muss ein jeder Mensch auf dieser Erde mehr oder weniger bestehen und sich durch sie zum wahren Leben emporkämpfen.

162,11. Was aber für die Zeit der Lebensdauer für jeden einzelnen Menschen auf dieser Erde gilt im kleinen Masse, das gilt einer gedehnteren Zeit nach denn auch für ganze Völkerstämme.

162,12. Ein kleines Bächlein durchfliesst nur eine kurze Strecke, bis es sich mit einem grösseren Bache vereint, der dann schon eine viel weiter gedehnte Strecke zu durchfliessen hat, bis er sich in einen grossen Strom ergiesst; der Strom aber muss dann schon weite und grosse Länderstrecken durchwandern, bis er eins mit dem Weltmeere wird; dieses aber umströmt und umflutet dann die ganze Erde und belebt mit seinem Salze, das in feinster und dunstartiger Auflösung die ganze Erdluft erfüllt, was die Winde und Stürme bewirken, auch das Festland und alle naturmässige Kreatur in und auf demselben.

162,13. Es fallen ins grosse Weltmeer wohl tausenderleiartige Gewässer, reine und unreine, süsse, sauere, bittere und heilsame und unheilsame, aber im Meere werden alle einig und haben ein Salz, aus dem ein zahllosfältiges organisches Naturleben seinen Grundstoff nimmt und ihn in sich nach seiner Beschaffenheit verarbeitet.

162,14. Wie aber das grosse Weltmeer sich verhält zur Gesamtkreatur der ganzen Erde, also verhält sich denn das grosse Geisterreich zu den verschiedenen diesirdischen Lebensverhältnissen der Menschen auf dieser Erde. Jeder einzelne Mensch ist gleich einem kleinen Bächlein, eine Gemeinde ist ein etwas grösserer Bach, ein grosser Bach ist schon wie eine Nation, der Strom ist ein Volk, und das Meer stellt vorerst und besonders an den weiten Ufern alle Völker der Erde dar, die in ihm in ein gleiches Element übergehen; das Haupt- und in sich uferlose Meer aber bezeichnet die Menschen im Geisterreiche, das in sich Endloses birgt und sonach durch seine durchgängig lebendige Beschaffenheit der Urgrund alles Seins ist.

162,15. Von der steten Bewegung des Weltmeeres hängt, wie schon gezeigt, alles kreatürliche Naturleben ab; je mehr das Meer durch grosse Stürme und Strömungen in eine grössere Tätigkeit gelangt, desto mehr Lebenstätigkeit erzeugt es auch bei aller Kreatur der festen Erde und somit auch ein besseres Gedeihen.

162,16. Wenn nach dem wohlentsprechend die Menschen in ihrer inneren Lebenstätigkeit lau, träge, schläfrig und lichtloser werden, so gibt es in der endlos grossen Geisterwelt gleich grosse Bewegungen, und diese verursachen dann auch allerlei Bewegungen und Wogungen unter den noch auf dieser Erde lebenden Menschen durch ihr Einfliessen. Da erhebt sich ein Volk wider das andere, eine Lehre bekämpft die andere, und es geht dann lange Zeiten fort, bis die Menschen dadurch in eine möglich grösste Lebenstätigkeit versetzt werden.

162,17. Dadurch wird es dann denn auch heller und lichter unter ihnen. Die scheinbare Not macht sie erfinderisch und zwingt sie auf diese Art zu einer stets grösseren und geordneteren Tätigkeit. Durch solche werden dann die Völker, die ehedem voneinander kaum etwas wussten, miteinander bekannt und mit der Zeit sich gegenseitig nutzdienlich, und das Licht wächst unter ihnen von Zeit zu Zeit stets mehr und mehr und erzeugt zum ersten ein stets grösseres Bedürfnis nach einer nahe greifbar erwiesenen Lebenswahrheit.

162,18. Wenn dieses Bedürfnis am Ende ein stets allgemeineres wird und die Menschen sich mit dem puren Autoritätsglauben, der immerfort ein Grund zum finsteren und trägen Aberglauben ist, nicht mehr begnügen, dann auch ist es an der Zeit, ihnen ein grosses und greifbares Lebenslicht voll Klarheit und Wahrheit zu geben.

162,19. Und seht, also müssen die jetzt gar vielen in allerlei Trägheit und Lebensfinsternis wie von einem tiefen Schlafe behafteten Menschen auf der ganzen Erde in eine grosse und sturmreiche Bewegung versetzt werden, bis sie nach einer längeren Zeitenfolge dahin geweckt werden, dass sie in solchem Gewecktsein endlich zu fühlen anfangen, was ihnen mangelt!“

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