GEJ06-96

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-96 Kapitel


96. Kapitel - Von der Astrologie

96,1. Hier sagte der Minervapriester: „Höre, du Gottmensch, wir haben vor allem auch das Geschäft der täglichen Zeitbestimmung, die Ordnung und Zählung der Tage, Wochen, Monde und Jahre inne, und wir haben zu erforschen und zu bestimmen des Jahres regierenden Planeten und die zwölf Zeichen des Himmels! Es ist das ein Geschäft, zu dem viele Kenntnisse, Erfahrungen und Arbeit gehören, und es ist das für die gesamte Menschheit etwas höchst Notwendiges, da sie ohne solche unsere Wachsamkeit, Sorge und Arbeit ehest in die grösste Unordnung in ihren mannigfachsten Arbeiten geraten müsste.

96,2. Also machen wir auch die Sanduhren und die Sonnenuhren nach dem Stande der zwölf Himmelszeichen. Nun, so wir deine neue Gottes- und Lebenslehre selbst beachten und sie auch dem Volke beibringen, dürfen wir daneben auch dieses Geschäft nicht mehr betreiben?“

96,3. Sagte Ich: „O ja, dieses Geschäft ist ganz in der Ordnung und ist gut; daher dürft ihr es auch betreiben bis auf eure Sterndeuterei und bis auf das, dass ihr aus den Sternen die Schicksale der Menschen herauslesen und bestimmen wollet, und dann auch bis auf das, dass ihr unter den Sternbildern lauter Götter sehet, sie anbetet und ihnen Opfer darbringt. Also, das hinweg, dann könnet ihr rechnen, wie ihr wollet, und zählen die Tage, Wochen, Monde und Jahre und könnet auch Uhren machen, soviel ihr nur immer möget, so ihr euch dabei aller Abgötterei und Wahrsagerei enthaltet! Dieses Geschäft allein ist euch von Mir aus nicht widerraten, obwohl Ich euch offen gestehen muss, dass bei eurem zeitbestimmenden Geschäfte die Bestimmung eines das Jahr regierenden Planeten eine ganz leere und dumme Sache ist. Denn sehet und habet acht:

96,4. Ihr zählet zu euren regierenden Planeten auch die Sonne und den Mond. Ich will aber vom Monde noch nichts sagen, da als er ein steter Begleiter dieser Erde, die wohl ein Planet ist, also ein Mitplanet ist. Aber die Sonne ist doch kein Planet, sondern sie ist ein Fixstern, wie es deren zahllos viele im endlosen Schöpfungsraume gibt. Sie ist gut um mindestens tausendmal tausend Male grösser als diese Erde und für ihre um sie bahnenden Planeten eine feste, unverrückbare Lichtwelt, was ihr von Meinen Jüngern auch noch näher werdet kennenlernen.

96,5. Wenn das alles aber unstreitig sich also verhält, wie möget ihr eure Planeten zu gewissen Regenten eines und des andern Jahres machen?! Sehet, darin liegt eine schon von den alten heidnischen Priestern ganz fein berechnete Abgötterei! Denn so zum Beispiel in diesem Jahre bei euch Jupiter – oder euer Zeus – der regierende Planet ist, so muss ihm als einem Gotte in diesem Jahre besonders viel geopfert werden, damit er guten Mutes bleibe und des Jahres Früchte wohl gedeihen lasse. Sehet, das ist Abgötterei und darf nicht sein, wo die Menschen den wahren, lebendigen und einigen Gott erkennen sollen und leben und handeln nach Seinem treu geoffenbarten Willen; denn es steht im alten Buche der Weisheit geschrieben: ,Ich allein bin euer Gott und Herr; darum sollet ihr keine nichtigen, fremden Götter neben Mir haben und verehren!‘

96,6. Gott ist also nur einer, der alles, was da ist, aus Sich heraus erschaffen hat. An Den allein müsset ihr glauben, Seine Gebote, die Ich euch bekanntgebe, halten und Ihn lieben über alles in der Welt!

96,7. So ihr aber das tuet, um zu erhalten das, was Ich euch verheissen habe, da ist's mit den regierenden Planeten nichts mehr; denn Gott allein ist der Regent aller Dinge, aller Elemente und aller Zeiten.

96,8. Wer das glaubt und fest und ungezweifelt annimmt, und getreu lebt nach dem erkannten Gotteswillen, der wird auch in sich bald klarst innewerden, dass diese Worte, die Ich nun zu euch rede und geredet habe, Gottes Worte sind und so sicher zur Erreichung Meiner euch gegebenen Verheissung führen, als wie sicher Ich bloss durch Meinen Willen alles bewirken kann, was Ich will. – Habt ihr das nun wohl verstanden?“

96,9. Sagten die fünf Priester: „Herr, Meister und völlig wahrer Gottmensch, wir haben das nun wohl verstanden und sagen und bekennen es offen, dass du in allem ganz vollkommen recht hast und die reinste Wahrheit redest! Aber dennoch sind wir bezüglich unseres Geschäftes der Meinung, dass die Beibelassung der regierenden Planeten bei unseren Zeit- und Jahresberechnungen etwa bloss unter dem fortdauern könnte, so wir nur die altgewohnten Namen beibehalten; wir würden unsere Menschen schon dahin unterweisen, dass dies nur pure Namen sind, mit denen wir die gewissen Wandelgestirne bezeichnen. Es ist das nur wegen der ordnungsmässigen Feststellung des Zyklus von sieben zu sieben Jahren, nach dem System der alten Ägypter bearbeitet. Das, meinen wir, würde dem Aufblühen deiner Lehre nicht schaden.“

96,10. Sagte Ich: „Ja, ja, wenn also schon nicht schaden, aber auch nichts nützen; denn wozu ist fürs erste der Zyklus von sieben Jahren gut? Es hat schon der von sieben Wochen und von sieben Monden gar nichts von irgendeiner Bedeutung in sich, – um wieviel weniger ein Zyklus von sieben Jahren! Aber ihr habt einmal die Zahl Sieben zu einer magischen und also bedeutungsvollen Zahl gemacht und ihr allerlei Wirkungen zugeschrieben und das ganze Volk damit betört, und so steht es nun, dass ihr von den allerleersten Torheiten nicht ablassen könnet. So ihr aber alles das schon beizubehalten nach eurer Meinung bemüssigt zu sein wähnet, so unterweiset aber doch dahin ernstlich das Volk, dass die alten Götternamen nun weiter nichts als eitel leere Namen der gewissen Wandelgestirne sind!

96,11. Ich sage es euch: Alle eure Berechnungen da oben am gestirnten Himmel sind pur Lüge und Trug. Meine Jünger können euch dafür ein vollgültiges Zeugnis geben. Ich habe es ihnen auch enthüllt, und sie wissen, was die Sonne, der Mond und all die andern Sterne sind. Fraget sie nachher darum, und sie werden euch auch darüber ein rechtes Licht geben! Aber ihr werdet daraus ersehen, wie überaus falsch und lächerlich dumm alle eure Berechnungen und Bestimmungen sind.

96,12. Wie gesagt, von eurer Zeitberechnung sind nur die sieben zu sieben Tage sich stets ändernden Mondviertel, die daraus hervorgehende Woche, die Zeit eines Mondes und die Dauer des Jahres etwas Wahres und Richtiges, – alles andere ist eine allerleerste Faselei. Ihr wisset nun auch, was an eurer Berechnung ist, und es steht nun völlig bei euch, zu tun, was ihr wollet!“

96,13. Als die fünf solche Worte über ihre ihnen so wichtig scheinende Zeit- und Sternberechnung vernommen hatten, machten sie alle grosse Augen und sprachen geheim also untereinander: „Von Ägypten hat der sich seine Weisheit und magische Willenskraft nicht geholt; denn sonst müsste er über Ägyptens alte und beste Sternkunde doch anders reden! Er aber verwirft schon gleich alles, bloss das nicht, was ohnehin ein jeder noch so einfache Mensch für sich ganz leicht an den Fingern nachzählen und berechnen kann. Er muss seine Gründe dafür haben. Wir werden uns darüber wohl mit seinen Jüngern verständigen!“

96,14. Sagte darauf der erste Apollopriester, der der eigentliche Hauptastronom war: „Ich habe doch zu Diathira in Oberägypten unter dem grossen Zodiakus im Tempel des Chronos die Zeitrechnung, die Astronomie und die wunderbare Astrologie mit allem Fleisse studiert, und das nach dem neuen System des grossen Ptolemäus, und jetzt ist das auf einmal nichts?! Was soll man aber dann denken bei dem Anblick der wunderbaren Sternbilder des Himmels? Sollen diese denn im Ernste keine andere und höhere Bedeutung haben, als bloss durch ihren Schimmer zur Nachtzeit dieser Erde ein spärlichstes Lichtlein zu spenden?! Warum dann ihre so mannigfachen Gruppen, die sich stets gleichbleiben? Wozu ihre verschiedenen Grössen und ihre Farben? Wahrlich, das ist nun eine harte Probe für uns! Allein, sei es nun, wie es wolle, wir werden sehen, was uns seine Jünger Neues erzählen werden!“

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