GEJ06-70

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-70 Kapitel


70. Kapitel - Das versunkene Land

70,1. Sagte der Wirt: „Ich hätte wohl etwas; aber es kommt mir beinahe als zu geringfügig vor, um Dich, o Herr, damit zu belästigen!“

70,2. Sagte Ich: „So rede; denn Mir ist nichts zu geringfügig in der Welt!“

70,3. Sagte der Wirt: „So wolle mich denn gnädigst anhören! Siehe, ich habe nebst dieser Besitzung noch eine Hube unfern von hier, allwo ich meine besten Rinder und Schafe halte, und habe dort auch mehrere recht getreue Knechte und Mägde! Im grossen Tiergarten, der allenthalben mit dem üppigsten Grase bestellt ist, hat sich vor ein paar Monden eine nahe bei ein viertel Morgen grosses Stück Land derart eingesenkt, dass nun an der Stelle ein derartiges Loch besteht, dass seine Tiefe gar nicht zu ermessen ist und man auch gar nicht wissen kann, ob sich da nicht bald noch mehr Land nachsenken wird.

70,4. Ein alter, in diesen Dingen ziemlich kundiger Mann fragte mich, ob sich die Tiere dem Loche nahen. Und ich sagte ihm, wie es ist, die volle Wahrheit. Ich liess einige Schafe und Rinder nahe an das Loch bringen; aber je näher sie dem grossen Loche kamen, desto mehr sträubten sie sich, und als sie nur mehr etwa zehn gute Schritte vom Loche entfernt waren, da rissen sie aus und liefen jählings von dannen. Selbst die Ziegen sind nicht in die Nähe des Loches zu bringen, obwohl sie sonst auf den höchsten Felsen ganz behaglich und unerschrocken herumzuklettern pflegen. Darauf sagte der kundige Mann, dass dies ein sicheres Zeichen wäre, demnach da noch mehr Land einsinken werde. Und in dieser mir als Grundbesitzer immerhin sehr misslichen Sache frage ich denn nun auch Dich, was das zu bedeuten hat, was da noch zu erwarten ist, und ob dem Übel doch vielleicht möglich durch irgend etwas abgeholfen werden könnte.“

70,5. Sagte Ich: „Da gehen wir hinaus und besehen diesen Mutwillen der rohen Erdgeister, die das verübt haben durch Antrieb von anderen Geistern jener verstorbenen Menschen, die darum als deine Feinde hinübergewandelt sind, weil du die Hube infolge einer gerichtlichen Pfändung ob der nicht bezahlten grossen Schulden käuflich an dich gebracht hast! Gehen wir also hinaus und nehmen die Sache in Augenschein!“

70,6. Wir erhoben uns nun schnell von unseren Sitzen und zogen zu der verhängnisvollen Hube hinaus, die etwa eine kleine halbe Stunde von da entfernt war. Wir kamen sonach bald zu dem wahrlich sehr unheimlichen Loche. Ausser Mir und dem Wirte getraute sich niemand, völlig an den Rand des Loches zu treten. Die zwanzig neuen Jünger schauderten schon von weitem zurück; denn es war das Loch wahrlich recht grauenhaft anzusehen. Der Wirt sagte, dass er selbst dem Loche noch nie so nahe gekommen sei und erst jetzt seine unabsehbare Tiefe sehe.

70,7. Ich aber sagte zu ihm: „Gehe hin und bringe Mir einen recht tüchtigen Stein, und Ich werde sehen, ob das Loch nicht auszufüllen ist!“

70,8. Da ging der Wirt und brachte Mir einen mindestens zehn Pfund schweren Stein. Ich aber nahm den Stein und schleuderte ihn mit grosser Gewalt in das Loch. Bald fing aus dem Loche eine gewaltige Rauchsäule sich zu erheben an und verbreitete einen stark schweflichen Gestank.

70,9. Ich aber bedrohte die Rauchmasse und sagte: „Ihr argen Geister alle, Ich, der Herr, gebiete euch, dieses Loch alsogleich auszufüllen für jetzt und alle Zeiten!“

70,10. Da vernahm man aus der Rauchmasse Stimmen, die da riefen: „Jesus aus Nazareth, Du Sohn des lebendigen Gottes, wir kennen Dich! Warum kamst Du denn, uns zu quälen vor der Zeit? Wir sind hier gedrückt und machten uns Luft. Warum gönnst Du uns diese Freiheit nicht? Hier ist uns ein grosses Unrecht geschehen, das unsern Leib tötete. Wir haben alles verloren. Warum soll der Käufer nun nicht auch etwas verlieren? Wir bedürfen dieses Fleckes Landes in unserer entsetzlichen Tiefe. Warum sollen wir es denn nicht besitzen?“

70,11. Sagte Ich: „Tut, was Ich euch befohlen habe, oder es wird euch noch Ärgeres widerfahren!“

70,12. Da senkte sich der Rauch, und im Innern des Loches fing es ganz gewaltig zu toben und zu brausen an. Es dauerte dieses jedoch nur ganz kurz, und schon bemerkte man, wie das eingesunkene Erdreich allmählich heraufstieg, und nach einer kleinen Stunde war das Loch wieder völlig also unkenntlich ausgefüllt, dass da niemand merken konnte, dass dieser Teil je eingesenkt war.

70,13. Ich aber berief nun alle die alten und neuen Jünger und sagte: „O ihr Kleinmütigen! So gehet denn jetzt her und betretet den eingesunkenen Boden als erhoben aus seiner Tiefe, und erkennet, wie der Macht des göttlichen Willens nichts widerstreben kann!“

70,14. Da gingen alle Jünger hin und überzeugten sich völlig, wie der Macht Meines Willens nichts einen Trotz bieten kann.

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