GEJ06-64

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-64 Kapitel


64. Kapitel - Der Unglaube als Reifezeugnis für eine neue Offenbarung. Vergleich zwischen den Menschen zu Noahs Zeiten und zur Zeit Jesu. Der geistige Zustand der Menschen

64,1. (Der Herr:) „Ich aber sehe jetzt noch eine gar sonderbare Frage in euch Neujüngern, die darin besteht, dass ihr saget: ,Ja, wenn gerade der beinahe gänzliche Mangel des Glaubens an einen wahren Gott der eigentliche Reifheitsgrund der Menschen Gott gegenüber sein soll, so begreifen wir nicht, warum Gott zu den Zeiten Noahs, allwann der Glaube an einen wahren Gott von den Menschen auch gänzlich entschwunden war, nicht zu ihnen wie jetzt zu uns gekommen ist und ihnen eine Lehre zur freien Gewinnung des ewigen Lebens auf eigenem Grund und Boden gegeben hat! Warum liess da Gott lieber die böse Sündflut kommen und die gottvergessene Menschheit vertilgen?‘

64,2. Ich sage es euch, dass auch diese Frage eine eben nicht geistlose ist, und ihre Beantwortung muss ein grosses Licht in das Verhältnis zwischen Gott und Seiner Kreatur bringen. Habet denn wohl acht!

64,3. Die Menschheit war zu den Zeiten Noahs nicht so gottlos, als ihr eben meinet; sie war aber gegen den ihr nur zu wohlbekannten Gott stolz und sehr hochmütig geworden und wollte sich ganz ernstlich gegen Ihn auflehnen und Ihn Seiner Macht verlustig machen. Sie tat, was sie wollte; und so ihr sogar vom Himmel aus noch so weise Gesetze gegeben wurden, so trat sie solche mit den Füssen und tat gerade das Gegenteil.

64,4. Diese Menschen hassten den ihnen wohlbekannten Gott und feindeten alles an, was nur von Gottes Allmacht und Weisheit herrührte. Sie verfluchten alles, was von Gott herrührte, sogar die ganze sichtbare Schöpfung, am Ende sogar die Erde, und fassten auch im Ernste den Entschluss, die ganze Erde mit ihren Sprengkörnern zu zerstören. Sie wurden von den Menschen der Höhe oft und zu verschiedenen Malen gewarnt und auch gezüchtigt für ihre Frevel.

64,5. Es wurden Völker von ihnen getrennt und in ferne Lande geführt, deren Nachfolger noch heutzutage leben und noch die alte Lehre haben, freilich wohl leider nicht mehr rein. Aber es nützte das alles nichts. Sie wurden abermals mächtig, namentlich die Hanochiten, deren Stadt am Ende um vieles grösser war denn das ganze, grosse Gelobte Land. Sie unterjochten am Ende die Kinder der Höhe bis auf die Familie Noahs, die allein noch Gott völlig treu blieb.

64,6. In der Zeit Noahs fingen sie aus purem Übermute an, die Berge zu zerstören, obwohl sie von den Weisen der Bergbewohner dahin gewarnt wurden, dass sich unter den Bergen die grössten Wasserschleusen befänden, und dass sie, so sie in ihrer Tollkühnheit nur einen grossen Berg bis auf seinen Grund abgraben und seine Masse in die Tiefe des Meeres versenken, dadurch mehrere unterirdische Wasserschleusen öffnen würden, durch die in kurzer Zeit so viel Wasser auf der Erde Oberfläche geleitet werde, dass es bis über die hohen Berge steigen werde und sie alle darin ersäuft würden. Allein, alle solche Warnungen halfen nicht nur nichts, sondern eiferten sie nur noch mehr an, an der Zerstörung der Berge mit einer kaum beschreibbaren Energie zu arbeiten.

64,7. Noah sah nun, dass alle Ermahnungen und Belehrungen fruchtlos seien, und bat Gott um ein Mittel zur Rettung von wenigstens einigen guten Menschen und Tieren und Lebensmitteln; denn er sah die traurigen Folgen der bös-törichten Arbeit der damaligen Weltmenschen nur zu klar ein. Da erst ward er vom Geiste Gottes dahin belehrt, sich einen Kasten zu erbauen, wozu ihm Plan und Mass von den Himmeln gegeben ward.

64,8. Als die bösen Toren mit der unsäglichsten Mühe einen bedeutenden Berg zum grösseren Teile nur an seinen Füssen weggeschafft hatten, da zeigte sich auch schon der Lohn für ihre Arbeit. Die grosse Schwere des eigentlichen Hochberges, dessen Stützen hinweggeschafft wurden, fing an, in die Tiefe zu sinken, und trieb die fürchterlichsten Wassermassen in mächtigen Strömen auf die Oberfläche der Erde. Natürlich musste dadurch auch die Luft, namentlich durch die vielen Heisswasserströme, ganz dick mit Dünsten und Wolken erfüllt werden, der Regen ordentlich in Strömen herabzufallen beginnen und das Steigen des Wassers bis über die Berge hinaus fördern. Mehr denn ein Dritteil des ganzen Erdteils Asia stand unter der Flut, und sämtliche Hanochiten, die sich schon für die gesamte Menschheit der ganzen Erde hielten, gingen da zugrunde, und ihre Stadt sank ebenfalls in die Tiefe der Erde.

64,9. Aus dieser Meiner ganz kurz gefassten, aber wahrsten Darstellung jener vornoahschen Menschen aber geht hervor, dass sie Gottes nicht unkundig waren, wohl aber wollten sie sich nur über Ihn erheben, und dieser Umstand beweist gerade, dass sie Seiner nicht unkundig waren.

64,10. Ihr Hass gegen Gott aber rührte einfach daher, weil sie sterben mussten, und das oft schon nach dreissig bis vierzig Jahren, während sie von den Bewohnern der Berge, die damals ein sehr hohes Alter erreichten, meinten, dass sie gänzlich unsterblich seien. Aus dem Grunde ergrimmten sie gar so sehr über Gott und nahmen sich ganz ernstlichst vor, weil sie sterben müssten, so solle auch alles zugrunde gerichtet werden, Gott zum Trotze.

64,11. Wenn aber also und nicht anders, könnet ihr in euch dann behaupten, dass die Menschen damals auch schon also reif waren wie jetzt?! Sehet nun die Menschen der Erde an! Wie viele gibt es selbst unter den Juden, die wahrhaft an einen Gott glauben und lebendig wahrhaft auf Ihn vertrauen? Sie haben beinahe alle nur einen Gewohnheitsglauben, im Herzen aber sind sie gänzlich gottlos, und es kommt ihnen gar nicht vor, dass es wahrhaft irgendeinen Gott geben könne, – und gebe es irgendeinen, so kümmere Er Sich um die sterblichen Menschen, um ihre Gebete und um ihre Opfer gar nicht. Er habe die Menschen nur etwa darum erschaffen, dass sie Seine Erde bebauen und kultivieren. Das ist so der eigentliche Glaube selbst der besseren Juden, – die schlechteren glauben ohnehin gar nichts.

64,12. Wieder andere, die noch zu den Altjuden gehören, wie es deren in Samaria welche gibt, sagen: Die Satzungen Mosis sind gut, und man muss sie halten, ob sie von Gott oder ob sie bloss nur von Moses herrühren. Wer die Satzungen hält, der fehlt nicht, ob es einen Gott oder auch keinen geben sollte. Man sollte das Gute allein deswegen tun, weil es gut ist, und das Schlechte des Schlechten wegen meiden.

64,13. Aus solcher Weisheit aber geht ja doch auch wieder klar hervor, dass es mit dem lebendigen Glauben an Gott seine sehr geweisten Wege hat. Wie aber der Glaube an einen Gott im Tempel beschaffen ist, das wisset ihr selbst nur zu gut, und es bedarf darüber keines weiteren Wortes mehr. Denn wo man sich kein Gewissen macht, die Gebote Gottes wegzustreichen und an deren Stelle weltliche Satzungen als heilig und wie von Gott gegeben hinzustellen, da ist aller Glaube an einen wahrhaftigen Gott vollends zu Ende. Da habt ihr den Gottesglauben der Juden! Und endlich fraget euch selbst, wie stark euer selbsteigener Glaube an einen wahren Gott war! Ihr suchtet vor Mir wohl noch etwas Göttliches im Tempel und kamet seinen Satzungen nach Möglichkeit nach, – aber an dem wahren Dasein eines Gottes zweifeltet ihr selbst, und euer Glaube war eben nur eine schon von der Wiege her angenommene Gewohnheit, welche abzulegen euch schier recht schwer geworden wäre, weil ihr dafür nichts Besseres zu setzen wusstet und euer alter Gewohnheitsglaube zu einem Teile eurer Lebensnatur geworden war. Demnach aber war denn auch euer Glaube so gut wie gar keiner.

64,14. Also bei den Juden als dem erwählten Volke Gottes ist nun gar kein Glaube mehr; wenn aber schon da kein Glaube mehr zu suchen und zu finden ist, wie soll er bei all den Heiden zu suchen und zu finden sein?! In den früheren Zeiten glaubten sie doch noch an ihre Götzen und Orakel; allein jetzt glauben sie auch nichts mehr. Sie machen zwar die äusseren Zeremonien und Gebräuche mit, aber von einem Glauben ist da auch schon lange keine Rede mehr.

64,15. Nur in Ägypten gibt es noch einige Schüler des Plato, des Sokrates und des Aristoteles, die noch die Möglichkeit eines höchsten, aber niemand bekannten Gottwesens annehmen; aber sie meinen auch, dass der Mensch durch ein äusserst strenges Leben es dahin bringen könne, den göttlichen Geist in gewissen geheiligten Momenten zu fühlen und in solchem Fühlen dann helle Blicke in die Zukunft zu tun. Weiter aber vermöge es kein Sterblicher zu bringen. Was aber mit dem Menschen nach seinem Leibestode geschähe, das sei ein nie zu entwirrender gordischer Knoten. Es beständen darüber wohl sehr viele Sagen und Meinungen, die im Menschen ein leises Hoffen rege machen, aber von einer Gewissheit sei da nirgends eine Rede.

64,16. So denkt nun der beste Teil der Heiden. Wenn aber also, wie ihr nun leicht sehen und begreifen könnet, so ist es ja auch klar, dass eben jetzt jene Reife zwischen Schöpfer und Geschöpfen eingetreten ist, von der aus die Menschen erst vollends in den Zustand gekommen sind, von Gott aus, unbeschadet ihrer Lebensselbständigkeit, belehrt und zu ihrer gottähnlichen Lebensvollendung geführt und gebracht zu werden. – Verstehet ihr nun das wohl?“

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