GEJ06-41

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-41 Kapitel


41. Kapitel - Die Speisung der Fünftausend (Ev. Joh. 6,1-15)

41,1. Dass Lazarus über Meine Ankunft eine übergrosse Freude hatte, braucht kaum erwähnt zu werden. Aber Ich war kaum drei Tage allda, so erfuhr durch die Arbeiter die ganze, weite Umgegend Meine Anwesenheit, und es kam da täglich mehr Volk zusammen, und sie brachten allerlei Kranke, die allda alle geheilt wurden. Es machte dies aber ein grosses Aufsehen um ganz Jerusalem, und es kam das auch zu den Ohren der Pharisäer, dass sie darum unter sich bald Rat zu halten begannen, wie sie Mich fangen und aus der Welt schaffen könnten.

41,2. Aber Ich wusste darum und sagte am zehnten Tage Meines Aufenthaltes in Bethania zu Lazarus und zu den Jüngern: „Wir werden uns von dannen begeben wieder nach Galiläa; denn die Pharisäer halten wider Mich einen bösen Rat. Ich will aber nun kein weiteres Aufsehen machen, damit auch dein Haus um das Fest herum Ruhe habe. Ich werde darum heute noch von hier abziehen.“

41,3. Da sprach Lazarus ganz betrübt: „Herr, Du bist ja allmächtig und kannst die böse Brut mit einem Gedanken vernichten, was für alle besseren Juden eine grosse Wohltat wäre.“

41,4. Sagte Ich: „Das könnte Ich wohl; aber es ist der Wille des Vaters nicht also, sondern sie sollen handeln, bis ihr Mass voll wird. Dann erst wird kommen das grosse Gericht über sie; denn sie werden sich durch ihre alle Schranken übersteigende Herrschsucht selbst das Schwert in den Leib stossen. In ihrem Hochmute werden sie sich gegen die Römer empören, und diese werden ihnen den vollen Tod geben. Ich sage es dir: Kein Stein wird auf dem andern verbleiben, und die Nachkommen werden die Stelle nicht mehr finden, wo Jerusalem gestanden, und so sie auch etwas finden werden, da werden sie sich aber dennoch nicht danach richten können und keine Stelle sicher zu bestimmen imstande sein. Das wird geschehen von der Welt der Welt wegen. Aber jetzt ist es noch nicht an der Zeit, und dazu bin Ich nicht gekommen, um etwas zu zerstören, sondern nur um aufzurichten das Gebrochene und zu suchen und zu finden das Verlorene. Und es ist also nun besser, dass Ich auf eine Zeitlang von hier gehe, auf dass Ich und du Ruhe haben; denn sie werden Mich hier bald suchen, aber nicht finden, – und das wird gut sein.“

41,5. Darauf nahmen wir ein Morgenmahl und machten uns auf die Reise. Lazarus aber begleitete uns nahe bis an das Galiläische Meer hin, und es zog uns eine grosse Menge Volkes nach. Am Meere aber, dahin wir schon ziemlich spät abends kamen, hielt Ich an und blieb daselbst die Nacht hindurch in einer Herberge. Am Tage darauf empfahl sich Lazarus und ging mit seinen Leuten nach Hause.

41,6. Ich aber bestieg mit den Jüngern, deren Zahl nun schon von neuem über siebzig ausmachte, ein grosses Schiff und fuhr nahe an der Stadt Tiberias über das Meer. (Joh.6,1) Da das Volk aber sah, dass Ich abfuhr, mietete es gleich auch eine Menge Schiffe und zog Mir also unaufhaltsam nach, weil es die Zeichen sah, die Ich an den vielen Kranken tat. (Joh.6,2) Wir landeten aber, mit den vielen uns begleitenden Schiffen etwa eine Stunde Weges von der Stadt Tiberias entfernt, an einer ganz unbewohnten Stelle, hinter der sich sogleich ein hoher Berg erhob.

41,7. Ich aber sagte zu den Jüngern: „Gehen wir auf diesen Berg! In der halben Höhe will Ich eine Rast nehmen, ohne von den aus der Stadt dieses Weges Ziehenden bemerkt zu werden; denn die Menschen dieser Stadt haben wenig guten Sinn und noch weniger Glauben; denn es ist das ein Handelsvolk, und sein Sinn ist Geld und Gewinn.“

41,8. Da gingen wir sogleich auf den Berg an die bezeichnete Stelle, wo es sehr anmutig war und viel Grases gab, das uns für unsere Ruhe sehr wohl zustatten kam. Allda setzte Ich Mich mit den Jüngern nieder. (Joh.6,3) Aber auch die vielen Menschen, die uns begleitet hatten, zogen uns mit ihren mitgenommenen Brotkörben nach und lagerten sich um uns. Denn es war nun schon nahe an die Ostern, das Hauptfest der Juden (Joh.6,4), und da war es Sitte, in den Körben neues, ungesäuertes Brot mitzunehmen, auch gebratene Fische, desgleichen Eier und Lämmerfleisch.

41,9. Ich hielt Mich aber bei fünf Tage hier auf und wir alle hatten vier Tage hindurch genug zu essen und zu trinken, da an unserer Ruhestelle auch eine gute und frische Wasserquelle sich befand. Aber als am fünften Tage der Vorrat aufgezehrt war, da machte Mich Petrus aufmerksam auf die beinahe jeden Tag mehr angewachsene Volksmenge, und dass sie nichts mehr zu essen habe.

41,10. Da hob Ich Meine Augen auf und überschaute die grosse Volksmenge und sah, dass da eine grosse Volksmenge zu mir gekommen war. Da sagte Ich zu Philippus, der gewöhnlich unser Zechmeister und als ein Jude gewordener Grieche manchmal noch etwas glaubensschwach war: „Ja, wo kaufen wir nun Brot für so viele, dass sie alle etwas zu essen bekommen?“ (Joh.6,5) Das sagte Ich aber nur, um den glaubensschwachen Jünger ein wenig zu versuchen, da Ich ohnehin wohl wusste, was Ich tun wollte. (Joh.6,6)

41,11. Und unser Jünger sass richtig auf und antwortete Mir (Philippus): „Unsere ganze Barschaft besteht nun in zweihundert Pfennigen, und um diesen Wert Brotes wird zuwenig sein, dass ein jeder von ihnen nur ein wenig für sich nehme.“ (Joh.6,7)

41,12. Spricht ein anderer, eben auch nicht ein allerstärkster Glaubensheld, obwohl ein Bruder des Simon Petrus (Joh.6,8): „Herr, es ist wohl ein Knabe hier, der noch fünf Gerstenbrote und zwei Fische in seinem Korbe hat; aber was ist das für so viele?“ (Joh.6,9)

41,13. Sagte Ich: „Bringet Mir den Knaben, und schaffet, dass sich das Volk in guter Ordnung lagere!“

41,14. Da an dieser Stelle viel Grases war, so lagerten sich auch bald bei fünftausend Mann, die Weiber und Kinder gar nicht gerechnet. (Joh.6,10) Da nahm Ich die Brote, dankte dem Vater und segnete sie. Darauf übergab Ich die Brote und Fische auszuteilen an die, die sich gelagert hatten, und bemerkte allen Jüngern, dass sie sowohl von den Broten als auch von den Fischen jedem so viel geben sollten, als wieviel er zu seiner Sättigung haben wolle. (Joh.6,11) Da assen alle und wurden satt.

41,15. Da sie aber nicht alles aufessen konnten, so sagte Ich abermals zu den Jüngern: „Gehet hin und sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit davon nichts verderbe und umkomme!“ (Joh.6,12)

41,16. Da nahmen die Jünger die grössten Körbe, gingen hin und sammelten die übriggebliebenen Brocken von allen, die da gespeist worden waren, und füllten damit zwölf grosse Körbe voll – sage – von den fünf kleinen Gerstenbroten. (Joh.6,13)

41,17. Da sagten die Jünger: „Wahrlich, diese Volksspeisung übertrifft die zwei früheren! Aber was soll nun mit den gefüllten zwölf Körben geschehen?“

41,18. Sagte Ich: „Sie gehören dem Volke; das wird schon wissen, was es damit zu machen hat. Wir bedürfen ihrer nicht, da wir fürs erste nun auch gesättigt sind und fürs zweite aber heute ohnehin nach Kapernaum von hier abreisen werden.“

41,19. Da gaben die Jünger die vollen Körbe dem Volke, und jeder nahm sich einen Teil davon und keiner konnte klagen, als wäre er irgend zu kurz gekommen.

41,20. Da aber nun die Menschen das Zeichen sahen, das Ich gewirkt hatte, so sprachen sie: „Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll! (Joh.6,14) Was ist es denn? Wenn er also mächtig ist wie keine Macht der Welt und weiser denn Salomo, da ist es wohl an der Zeit, dass wir ihn mit Gewalt zu unserem Könige machen!“

41,21. Da Ich aber das wohl merkte, dass sie Mich mit Gewalt zum Könige zu machen stark im Sinne hatten, so sagte Ich im stillen zu Johannes: „Du hörst, was das Volk im Sinne hat; darum werde Ich nun schnell und unbemerkt höher auf diesen Berg entweichen. (Joh.6,15) Ihr aber bleibet bis gen Abend hier. So sich das Volk verlaufen sollte, da werde Ich wieder zu euch kommen; verläuft es sich aber nicht, so gehet hinab ans Meer. Da wird ein gutes Schiff euer harren; mit dem fahret nach Kapernaum, allwo Ich euch dann schon einholen werde!“

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