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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-4 Kapitel


4. Kapitel - Von der Verstocktheit der Tempeljuden (Ev. Joh. 5,40-47)

4,1. Sagten einige Juden: „Deine Taten sind wohl stark aussergewöhnlich, aber du selbst hast doch nicht das entfernteste Ansehen dazu, und zudem wirken die Essäer ebendasselbe, obwohl sie unsere Feinde sind, aber dennoch den Juden angeben, dass der Messias aus ihnen hervorgehen werde.“

4,2. Sagte Ich: „Oh, Ich kenne euch nur zu gut! Ihr wisset nicht erst jetzt, sondern schon seit lange her, wie die Essäer ihre Wunderwerke wirken, und habt dagegen auch schon mit Recht geeifert und habt dem Volke die essäische Blindfechterei auch schon zu öfteren Malen mit gutem Erfolg gezeigt; denn auf derlei Künste und Kniffe versteht ihr euch ebensogut wie die Essäer, und das Ansehen Meiner Person ist gerade auch nicht das letzte unter euch. Also darin liegt es gar nicht, darum ihr Mich als das, was Ich allerwahrst bin, nicht anerkennen und annehmen wollt, – sondern ihr wollet, ganz einfach gesagt, nicht zu Mir kommen, dass ihr von Mir und aus mir das ewige Leben haben möchtet. (Joh.5,40)

4,3. Ich nehme freilich – irgendeines grösseren und äusseren Ansehens wegen – nicht Ehre von den Menschen (Joh.5,41), da sie Mir ohnehin ewig nie eine grössere geben können, als die in Mir wohnt; aber Ich kenne euch von einer ganz andern Seite! Eures Hochmutes, eurer Welt- und Selbstliebe wegen ist die Liebe Gottes schon lange nicht mehr in euch, – und darum nehmet ihr Mich nicht an!“ (Joh.5,42)

4,4. Sagten abermals einige Juden: „Das sind wohl recht feine und kluge Worte, aber sie beweisen noch lange nicht, dass nun auf einmal eben du der verheissene Messias bist! Du kannst, was wir allenfalls annehmen können, wenn wir wollen, ein Weissager in Seinem Namen sein, obwohl es geschrieben steht, dass aus Galiläa kein Prophet ersteht; aber von einem Messias wird bei dir wohl noch lange keine Rede sein! Haben wir recht oder nicht?“

4,5. Sagte Ich: „Mitnichten; aber Ich will euch allerwahrhaftigst sagen, wie sich die Sache verhält! Und so höret: Ich bin nicht als ein Weissager im Namen des kommenden Messias, sondern als Selbst der verheissene Messias im Namen Meines Vaters, mit dem Ich völlig eins bin, zu euch gekommen, wofür Mir die Werke und Taten, die Ich wirke, das wahrhaftigste Zeugnis geben, und ihr nehmet Mich dennoch nicht an! Wenn aber ein anderer mit grossem Pomp kommen wird in seinem eigenen, höchst eigennützigen Namen, den werdet ihr sicher ohne Bedenken annehmen! (Joh.5,43) Aber wie könntet ihr Mir auch glauben, die ihr alle die Ehre voneinander nehmet und euch auch von aller Welt ehren lasset, aber jene bescheidene Ehre, die von Gott ist, nie gesucht habt und nun auch nicht suchet!“ (Joh.5,44)

4,6. Sagten die Juden: „Nun gut, – du sagst ganz frei heraus, dass der allmächtige Gott dein Vater ist! So wir denn nun unrecht tun, dass wir dir nicht glauben, da verklage uns bei deinem Vater, und es wird sich dann schon zeigen, was uns dafür begegnen wird!“

4,7. Sagte Ich: „Oh, meinet ja nicht, dass Ich euch bei Meinem Vater verklagen werde! Es ist ein anderer, der euch verklagen wird, und das ist Moses, auf den ihr hoffet, dass er zuvor noch einmal kommen wird mit Elias. (Joh.5,45) Und er ist auch gekommen, aber von euch ebensowenig erkannt worden wie nun Ich Selbst. (Notabene: Mosis Geist war in Zacharias und Elias' Geist in Johannes.)

4,8. Hättet ihr in eurem Weltsinne je an Moses geglaubt, so glaubtet ihr auch Mir; denn Moses hat von Mir gezeugt. (Joh.5,46) Da ihr aber seinen Schriften noch nie geglaubt habt, wie könnet ihr nun Meinen Worten glauben?!“ (Joh.5,47)

4,9. Sagten die Juden: „Wie kannst du sagen, dass wir, die wir auf seinem Stuhle sitzen, Moses nicht geglaubt hätten?“

4,10. Sagte Ich: „Was der Mensch glauben soll, das muss er zuvor wissen, Ich aber sage euch, dass ihr nur ums Geld Priester geworden seid und seit eurer Kindheit es nicht einmal der Mühe wert gefunden habt, Mosis Schriften durchzulesen. Warum auch; denn es ist euch ja ohne solche Mühe immer sehr gut gegangen! Wisset ihr, wer zu allen Zeiten euer Moses und eure Propheten waren? Ich sage es euch: Das war euer Bauch!“

4,11. Da machten die Judenpriester etwas verdutzte Gesichter, und einer sagte: „Wird uns denn nicht allwöchentlich die Schrift in der gewissen Tageszeit vorgelesen?! Wir besitzen nur fünf Exemplare und die Urschrift, die als Heiligtum ausser dem Hohenpriester niemand anrühren darf, ohne mit dem Tode bestraft zu werden. Wie kannst du da sagen, wir wüssten nicht, was Moses und die Propheten niedergeschrieben haben?! Selbst können wir's freilich wohl nicht lesen, aber wir hören sie allzeit, wenn sie gelesen wird!“

4,12. Sagte Ich: „Mit den Ohren höret ihr wohl, so ihr mit euren vollen Bäuchen während des Lesens nicht einschlafet; aber mit dem Herzen habt ihr sie noch niemals angehört, weil dieses stets in aller Welt herum zerstreut ist mit seinen Begierden. Die Gebote beachtet ihr ohnehin nur zum Scheine vor den Augen der Welt, weil ihr in priesterlichen Gewändern einhergehet; für euch aber haltet ihr nichts darauf! Das sage Ich euch, dieweil Ich euch um vieles besser kenne als je jemand in der Welt.“

4,13. Hier fingen viele aus dem Volke, die das mit angehört hatten, ganz gewaltig an zu schmähen und über diese Judenpriester zu murren, und diese zogen sich alsbald in ihre Gemächer zurück. Ich aber ging mit den Meinen ebenfalls aus dem Tempel und begab Mich mit den Jüngern und dem Wirte zufolge der Einladung mit Lazarus nach Bethanien hin, das ein Flecken war, ungefähr fünfzehn Feldweges (nach jetzigem Masse nahezu an sieben viertel Stunden gemächlichen Schrittes) von Jerusalem entfernt. Dass wir dort überaus gut aufgenommen waren, versteht sich von selbst.

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