GEJ06-38

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-38 Kapitel


38. Kapitel - Das Können und Wirken der drei Weisen

38,1. Sagte Ich: „Das ist alles sehr schön und löblich von euch; aber es hiess ja einmal, dass jene drei Weisen, die das zu Bethlehem geborene Wunderkind besucht haben, nachher – vor etwa fünfzehn Jahren schon – verstorben seien. Wie kommt es denn, dass ihr als dieselben noch lebet und euer Wesen in aller Welt herum treibet?“

38,2. Sagte der Älteste: „Edler Freund, bei uns in unserem Lande kannst du fünf-, auch sieben Male sterben und dann neu belebt wieder fortleben. Das bewirkt dort die Luft, die Erde und ihre Geister, die wunderbaren Kräuter und unsere Kräfte, geschöpft aus den geheimen Kräften der Natur.

38,3. Aber als wir damals in Bethlehem waren, da waren in uns noch drei Geister aus der Urzeit der Menschen dieser Erde; diese sind nun nicht mehr in und mit uns im Verbande, sondern wir sind nun ledig und allein.

38,4. Als jene Geister uns verliessen, da hatte es gleichwohl das äussere Ansehen, als wären wir verstorben; aber es belebten uns wieder unsere Geister, und wir leben nun wieder ganz gut fort für uns selbst und werden noch eine geraume Zeit fortleben. Wenn dieser Leib aber dann ganz unbrauchbar werden wird, dann werden wir aber auch nicht sterben, wie die armen Menschen hierzulande gar elendiglich sterben, sondern wir werden mit vollem Bewusstsein selbst freiwillig aus unseren Leibern treten und dann als Geister fortleben und auch -wirken unter unseresgleichen. Siehe, edler, grosser Meister, so verhalten sich bei uns die Sachen, dieweil wir noch ein unverdorbenes Ur- und Naturvolk sind.“

38,5. Sagte Ich: „Darum weiss Ich wohl und weiss es auch, dass es auf dieser Erde noch einige solche Völker gibt, wogegen Ich durchaus nichts einzuwenden habe, und Ich lasse es denn auch gelten, dass ihr jene drei Weisen aus dem fernen Morgenlande seid, die das zu Bethlehem in einem Schafstalle neugeborene Wunderkind besucht haben, und nun auch wiedergekommen seid, den dem Kinde entwachsenen Wunderkönig aufzusuchen, um ihm wieder eure Achtung zu bezeigen, was von euch unstreitig sehr löblich ist.

38,6. Aber Ich fragte euch auch, was ihr denn so auf euren weiten Reisen alles für Künste und Werke verrichtet, und was sie euch denn für einen Nutzen abwerfen. Davon müsset ihr Mir auch etwas sagen, damit wenigstens diese Meine Jünger auch von euch etwas gewinnen können. Dann werde Ich euch schon von Mir Selbst etwas Näheres kundgeben.“

38,7. Sagte der Älteste: „Ja, grosser Meister, wenn du alles das leistest, was wir von dir vernommen haben, werden deine Jünger von uns eben nicht gar besonders viel gewinnen; aber dieweil du solches wünschest, so kann ich dir schon so die Hauptsache mitteilen. Unser Erstes und die eigentliche Hauptsache ist es, den Menschen aus den Sternen so manches für sie Nützliche zu weissagen, was zumeist dann auch eintrifft. Freilich, aufrichtig gesagt, kommt es da mehr auf die künstliche Stellung der Worte als auf die Stellung der Sterne an, die bis auf die der wenigen Planeten ohnehin immer die ganz gleiche bleibt.

38,8. Nur bei der Geburt des jüdischen Wunderkindes, allwann wir noch von den gewissen Geistern mehr oder weniger bewohnt waren, da haben wir gegen den Westen wohl ganz sonderbare Stellungen der Sterne gesehen und einen Stern von besonderer Grösse, der gegen Westen hin eine lange Rute hatte, und da wir auch wohl merkten, dass er sich eben gegen Westen hin schneller bewegte denn die anderen Sterne, so dachten wir, dass sich im Abendlande etwas Grosses müsse zugetragen haben. Und bald lasen wir es aus den Sternen wie eine Schrift: ,Den Juden ist ein neuer König geboren, der ein Reich gründen wird, das nimmer ein Ende nehmen wird in Ewigkeit, und er wird herrschen über alle Völker der Erde!‘

38,9. Nun, diese Schrift war völlig wahr, und wir schlugen dann unsere Reise gerade nach der Bewegung des Sternes ein, der uns am rechten Orte und an rechter Stelle stehenzubleiben schien, und wir fanden da wirklich eine Geburt, die von allen möglichen Wundern begleitet war, so dass wir auch nicht einen Augenblick im Zweifel sein konnten, ob wir wohl am rechten Orte wären. Da war demnach unsere Sterndeuterei voll Wahrheit; inwieweit die nachträglichen und späteren auch mehr oder weniger Wahres in sich enthielten, dafür könnten wir, offen gesagt, keine volle Bürgschaft leisten. So steht denn die Sache mit unserer Sternenweisheit.

38,10. Was aber unsere Magie betrifft, so zerfällt diese in drei Teile. Der erste Hauptteil geht aus unserer durch viele Proben, Versuche und Erfahrungen hervorgehenden Kenntnis und Vertrautheit mit den geheimen Kräften der Natur hervor, wodurch wir imstande sind, tausenderlei Dinge und Sachen zu bewerkstelligen, die bei der blinden und nichts wissenden Menschheit natürlich das grösste Staunen erregen müssen und uns ein grosses Ansehen und auch einen grossen Gewinn abwerfen.

38,11. Wir sind zurzeit im Besitze eines Geheimnisses, eine Art Körner zu erzeugen, die überaus leicht entzündbar sind, bei ihrem schnellen Entzünden in einem geschlossenen Raume aber eine solche Kraft entwickeln, dass dadurch der stärkste und festeste Fels, so man zuvor durch eine gemachte Öffnung in denselben ein paar Pfunde von den erwähnten Körnern bringt und durch einen unsichtbaren Brandfaden entzündet, mit einem grossen Knalle in tausend Trümmer zerrissen wird. Zum Scheine fürs Volk tun wir das wohl also, als geböten wir dem Felsen, dass er sich lösen müsse; aber im Grunde bewirken das nur unsere Sprengkörner, die wir schon etliche Tage zuvor ganz unbemerkt an einer geeigneten Stelle unterzubringen verstehen.

38,12. Und so in der Art haben wir noch eine Menge Dinge, deren Experimentierung dem unkundigen Volke eine grosse Verwunderung abnötigen muss. Dazu gehören auch unsere Feuerkünste, bei denen wir auch den Blitz und seine Wirkungen ganz täuschend nachzumachen verstehen. – Darin also besteht der erste Teil unserer Magie.

38,13. Der zweite Teil ist ein rein mechanischer, wobei wir durch gewisse bisher noch unbekannte Maschinen auch gewisse Wirkungen hervorbringen, die gleichwohl auch jeden Laien ins grösste Staunen setzen müssen, weil die Ursache der Wirkung fremd ist und ausser von uns von sonst niemand erklärt werden kann.

38,14. Der dritte Teil unserer Magie ist der eigentlich nichtssagende, weil er bloss durch gewisse geheime Einverständnisse bewerkstelligt wird. Der macht bei dem blinden Volke beinahe das meiste Aufsehen, obwohl hinter ihm gar nichts steckt ausser einer gewissen eingeübten Geschicklichkeit und Fertigkeit. – Das sind nun unsere drei magischen Teile.

38,15. Endlich aber sind wir auch Ärzte und können durch geheime Mittel mit dem besten Gewissen von der Welt gar viele Krankheiten heilen, böses Ungeziefer aller Art vertilgen, und alle Arten der bösen Tiere müssen vor uns die Flucht ergreifen oder sich von uns bändigen lassen, – mit welcher unserer Fähigkeit wir den Menschen auch schon gar manchen guten Dienst erwiesen haben. – Und nun hast du, grosser Meister, in Kürze unsere ganze Kunst vor dir aufgedeckt. Aber nun bitten wir denn auch dich, dass du uns über dich eine nähere Auskunft geben möchtest.“

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