GEJ06-29

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 6 GEJ06-29 Kapitel


29. Kapitel - Das Mass der Kraft

29,1. (Der Herr:) „Nun nehmen wir noch das Mass einer rein geistigen Kraft gegen das Mass der grössten irdischen Kraft in die Betrachtung. Was wird sich wohl da ergeben? Siehe, es gibt im unendlichen Weltenraume so ungeheuer grosse Sonnenweltkörper, gegen deren Grösse im guten Verhältnisse diese ganze, grosse Erde sich geradeso verhielte wie die Grösse eines kleinsten Sandkörnchens gegen die Grösse der ganzen Erde! Siehe, wenn hier über die Sandsteppen ein Wind weht, so hebt er solchen Sand schon in die Höhe und führt ihn mit grosser Leichtigkeit fort, und ein Orkan desto leichter in grossen Massen! Nun denke dir aber einen verhältnismässig starken Wind auf jenem grossen Sonnenweltkörper! Der würde doch offenbar mit solchen Erden, wie diese da ist, ein ganz gleiches Spiel treiben! ,Ja‘, würdest du in deiner Weltweisheit sagen, ,wenn dort so mächtige Winde wehen, da sollte man davon ja bis zur Erde herab etwas verspüren!‘ Und Ich sage es dir, dass dies sogar nicht selten der Fall ist, und auch noch um sehr vieles weiter!

29,2. Du wirst schon die fliegenden Sterne gesehen haben. Manche von ihnen sind nicht selten so gross, dass man sie eine kleine Erdenwelt nennen könnte. Das ist mehrfach durch unterirdische Sturmausbrüche von den Sonnenweltkörpern in den weiten Ätherraum hinausgewehter Weltenstaub, der nach und nach infolge der starken Anziehungskraft eines solchen Sonnenweltkörpers wieder dahin zurückfällt, von wo er hinweggeweht worden ist, wenn er nicht etwa einem andern Weltkörper zu nahe gekommen ist und von diesem angezogen wurde, was jedoch seltener der Fall ist.

29,3. Du ersiehst da die ungeheure Potenzierung der diesweltlichen, im endlosen Raume waltenden sogenannten Naturkräfte; du kannst aber nun diese und noch andere dir bekannten Naturkräfte ohne Aufhören noch tausend und tausendmal tausend Jahre hindurch potenzieren, so wird die von dir gefundene letzthöchste Kraftpotenz gegen die göttliche Allkraft dennoch stets in einem solchen Verhältnisse stehen wie ein bares Nichts zu etwas Wirklichem oder wie eine Lüge zur Wahrheit.

29,4. Wie aber jede noch so allerhöchst potenzierte Naturkraft zu der göttlichen in gar keinem Verhältnisse steht, ebenso steht sie auch zu der Kraft jedes reinen Engelsgeistes.

29,5. Da aber sonach im Raume und in der Zeit nimmer eine Kraft besteht, die sich auch nur mit der Kraft eines Engels messen könnte, so muss sie als geistige Kraft auch ausser oder über allem Raum und über aller Zeit stehen, obschon als eigentümlich in sich abgeschlossen selbständig im Raume und in der Zeit seiend, aber von den beiden überall frei und unabhängig und mit diesen nur durch eine innere und lebendige Entsprechung alles leitend in Verbindung stehend.

29,6. Um das unendlich Überwiegende der göttlich-geistigen Kraft über alle noch so grossen Naturkräfte noch klarer zu zeigen, so brauche Ich dir bloss das zu sagen: Wenn alle die grössten diesirdischen Kräfte durch die weiten Schöpfungsräume wüteten Myriaden und Äonen von Erdenjahren lang, so würden sie in der ganzen Schöpfung wider die Kraft des Gotteswillens auch nicht ein Atom zu vernichten imstande sein; aber mit der göttlichen Zulassung vermöchte das ein Engelsgeist in einem Augenblicke derart, dass er nur wollen dürfte, so wäre schon der ganze endlose Raum aller materiellen Kreatur völlig bar, und keine Sonne und keine Erde bestünde mehr im selben.

29,7. Sage Mir, Philopold, ob du nun schon so ein wenig einzusehen anfängst, wie Gott und alles Himmlische und Reingeistige völlig ausser Zeit und Raum enthalten ist und also für sich bestehend da ist und da sein muss, weil ohne das ewig keine materielle Kreatur hätte entstehen können!“

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