GEJ05-95

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 5 GEJ05-95 Kapitel


95. Kapitel - Des Roklus Einwände

95,1. Sagt Roklus: „Wie kann ein intelligentes Wesen jemandem ohne Willen schaden?! Ein Dämon muss doch wenigstens noch immer so viel Selbstgefühl und Selbstbewusstsein haben, dass er weiss, was er will; weiss er aber das, so ist er sträflich für den bösen Willen! Und die Zulassung solcher geheimen Einflüsterungen der argen Dämonen in eine harmlose Menschenseele finde ich auch nicht ganz in der besten Ordnung; werden sie aber schon aus irgendeinem geheimen Weisheitsgrunde zugelassen, so kann da doch die arme Seele keine Schuld haben, wenn sie von den Herren Teufeln verdorben wird!

95,2. Haben aber die Teufel weder eine Intelligenz, und darum noch weniger irgendeinen freien Willen, so können sie der Seele auch nicht schaden, – und schaden sie ihr schon, so hat da weder die Seele, die beschädigt wurde, noch der intelligenz- und willenlose Teufel irgendeine Schuld; die fiele dann bloss dem anheim, der so etwas zuliess! So urteile da ich ganz frei von der Leber weg und scheue mich durchaus nicht, solches hier offen auszusprechen!

95,3. Haben aber die Teufel, wie man sagt, sogar eine sehr scharfe Intelligenz – was zu vermuten ist, weil sie bei einer armen Seele sogleich auswittern, wo sie in der materiellen Sphäre schwach ist –, so haben sie auch einen Willen, ihr zu schaden; in diesem Falle bleibt die Seele abermals schuldlos, und nur die Teufel und der, der sie zuliess, tragen da wiederum allein die Schuld!

95,4. Gib mir Waffen und zeige mir den Feind, und ich werde es dann schon sicher verhüten, dass er mir so leicht an den Leib kommt! Aber wenn ich den Feind, der mir sonach einen ganz bedeutendsten Schaden zufügen kann, dem er mich zu den scheusslichsten Lastern ganz geheim und unsichtbar verlocken kann, nicht kenne und dazu hernach aber auch noch die Schuld davon tragen muss samt ihren schwerbösen Folgen, – ah, da bedanke ich mich für ein solches Leben!

95,5. Das heisst dann einen schwachen Menschen nackt hinausstellen unter eine Herde von hungrigen Wölfen, Hyänen, Löwen, Tigern und Panthern. So er sich hat von ihnen zerreissen und auffressen lassen, so trägt dann er die Schuld auch noch und muss darum von dem Richter dann noch dazu verdammt werden, weil er sich als ein völlig wehrloses, schwaches Wesen erstens von bewaffneten, starknervigen Schergen hinaus in die Wildnis hat schleppen lassen müssen, und zweitens, weil er dann von den wilden Bestien zerrissen und gefressen worden ist!

95,6. Wie gefällt deiner himmlischen Weisheit solch eine Justiz zum Beispiel?! Freund, wenn die Sache sich so verhält mit den Dämonen oder Teufeln, und die arme, leidige Menschenseele bleibt da allein die Schuld- und Folgenträgerin mit oder ohne Intelligenz und Willen der sie verderbenden Teufel – dann, dann gibt es keinen weisen und liebgerechten Gott, sondern vielleicht nur so ein zauberisch blindallmächtiges Wesen, also eine Art Fatum, das da stets, gleich den hohen Römern, seine grösste Freude an allerlei Tierhetzereien und wütendsten Stiergefechten hat, und gegen das sich ein Mensch nur dann versündigen kann, wenn er selbst sich der Weisheit durch die gerechten Mittel beflissen hat!

95,7. Ich sage es dir fürwahr: Wenn deine Worte unfehlbar Realität haben, dann haben bald die Pharisäer recht! Ich aber habe den Herrn Selbst über so manches reden hören und kann, mich darauf stützend, sagen, dass du, schöner Bote der Himmel Gottes, diesmal so ein bisschen in den Bach gefallen bist; und ich bleibe dabei stehen, dass ich allein mit meiner nunmaligen Liebe zum Herrn die früher ausgesprochene Anzahl der pharisäischen Teufel total aus dem Felde schlage!“

Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 5 GEJ05-95 Kapitel