GEJ05-92

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 5 GEJ05-92 Kapitel


92. Kapitel - Der Pharisäer Anstoss und Ärger über das fröhliche Mahl des Herrn

92,1. Markus hatte von Meinem Verlangen nach Wein nur so in der Ferne etwas halbwegs vernommen, so eilte er schon, einem echten Wirte gleich, in den Keller und brachte mit seinen beiden Söhnen gleich mehrere Krüge voll des allerbesten Rebensaftes. Unsere Becher wurden bis an den Rand gefüllt; alle tranken auf das Wohl des Gedeihens der neuen Lehre aus den Himmeln und konnten die Güte des Weines nicht genug loben, rühmen und preisen.

92,2. Dass Roklus und seine Gefährten, die gleichsam an unserem Tische sassen – wenn auch am neu hinzugefügten, querüberstehenden Teile –, auch mit demselben Weine versorgt wurden, so wie nach und nach auch alle andern Gäste, versteht sich von selbst; wir alle griffen recht wacker nach den Bechern, und das gute Brot ward dabei auch nicht geschont.

92,3. Es bemerkte aber solches der Pharisäertisch, der dem unsrigen zunächst stand, an dem die fünfzig Pharisäer mit ihrem Hauptredner Floran und ihrem Obersten Stahar aus Cäsarea Philippi sassen, dass auch Ich Selbst ganz gut dem Weine wie dem Brote zusetzte.

92,4. Und Stahar machte dem Floran ziemlich laut die Bemerkung, sagend: „Da sieh doch einmal hin, wie ist dieser mit dem Geiste Gottes erfüllt sein wollende und sollende Prophet doch ein Vollsäufer und ein ganz ordentlicher Vielfrass! Auch scheint er gar kein Feind des weiblichen Geschlechtes zu sein; denn die gewisse, sehr anmutige Dirne sitzt ihm doch immer ja so fest am Leibe wie die beiden Ohren am Kopfe! Bedenken wir dagegen unsere moralischen Satzungen, die von Moses herrühren, was den Menschen alles verunreinigt! Ist er wirklich vom Geiste des Allmächtigen erfüllt, so kann er ja doch unmöglich nun selbst demselben Geiste, von dem auch Moses erfüllt war, durch die Tat widersprechen!? Hm, hm, das bedünket mich sehr!

92,5. Seine Lehren und Taten zeugen offenbar, dass ihm von Gott aus eine höhere Befähigung verliehen ist, als sie je einem Menschen verliehen war, und wer nach seiner Lehre lebt, kann vor Gott nicht verlorengehen; aber wer also säuft und isset wie er, der wird ins Paradies dereinst nach dem Jüngstgerichte, von dem Daniel weissagte, schwerlich eingehen! Denn es stehet geschrieben: ,Hurer und Vollsäufer werden in das Reich Gottes nicht eingehen!‘ Was bedünket da dich, du mein stets hochgeachteter Floran?“

92,6. Sagt Floran, mit den Achseln zuckend: „Das jetzige, ordentliche Saufgelage kommt mir auch ein wenig sonderbar vor! Es kommt mir die ganze Sache nun kleinweg so vor, als ob ich so ein wenig von einer Art ganz wohl verdeckter Teufelei etwas zu riechen anfinge! Mit so ganz rein göttlichen Dingen scheint es da nicht zuzugehen! Hm, hm, sieh hin, er füllte sich schon wieder seinen Becher! Ah, ah, das ist im Ernste etwas schon mehr als sonderbar! Und jetzt den Keil Brotes nach dem Trunke! Na, na, wir werden sehen, wenn er so recht betrunken sein wird, was er dann für eine Lehre seinen Jüngern geben wird!“

92,7. Sagt Stahar: „Deine Bemerkung, besonders die von der Teufelsriecherei, kam mir sehr triftig vor, und es kommt mir nun schon diese ganze Komödie sehr sonderbar vor! Wir haben uns zwar alle zu seinen Jüngern umgestalten lassen; aber bei so bewandten Umständen wäre es meiner Meinung nach sehr zeitgemäss angezeigt, uns von solcher Ehre wieder mit aller Energie loszusagen, denn es kommt mir nun schon alles wie ein wohlberechnetes Blendwerk des Satans vor! Es spricht ja doch Daniel klar und deutlich aus, dass in einer Zeit ein mächtiger Widersacher Gottes unter den Menschen auftreten wird und wird tun solche Zeichen, durch die sogar die auserwählten Engel Gottes könnten verlocket werden, so Gott so etwas zuliesse! Am Ende ist eben der nun der beschriebene Widersacher Gottes!? Freunde, wenn das, da wäre es sehr angezeigt, uns so schnell als möglich auf und davon zu machen, sonst holt uns der lebendige Satan mit Haut und Haaren vielleicht schon in der nächsten Stunde!“

92,8. Mit solchen Reden und Illustrationen unterhielt sich der Fünfzig- Pharisäertisch schon seit dem Augenblicke, als Ich den ersten Becher Weines austrank. Es merkten aber das Roklus und seine Gefährten, die zusammen die Pharisäer ohnedies im Magen hatten.

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