GEJ04-117

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 4 GEJ04-117 Kapitel


117. Kapitel - Ein Seelensubstanzknäuel

117,1. Darauf sagte Mathael: „Oho, was schwebt denn dort von der Gegend der Stadt her für ein ungeheuer grosser Knäuel?! Er kommt näher und näher. Seht seht, wie es im selben durcheinanderwoget und schlangenartig sich windet! Was sind denn das alles für sonderbare Gestalten?! Ich bemerke, wohl unterscheidbar, Ochsen, Kühe, Kälber, Schafe, Hühner, Tauben, allerlei andere Vögel, Fliegen, Käfer aller Art und Gattung; Esel, auch etliche Kamele, Katzen, Hunde, ein paar Löwen, Fische, Nattern, Schlangen, Eidechsen, Grillen, Stroh, allerlei Holz, eine Masse Getreidekörner, Kleider, Früchte, sogar allerlei Gerätschaften und noch eine Menge von allerlei, das ich gar nicht kenne! Was soll denn das vorstellen?! Sollen das etwa auch Seelen sein, die alle wie in einen überaus grossen und völlig durchsichtigen Sack eingenäht erscheinen und im selben durcheinanderfahren wie lockere Spreu im Wirbelwinde?!“

117,2. Sage Ich: „Das sind Seelen oder respektive Geister unterer Art, als eine sich noch eine Zeitlang zusammenhaltende Unglückskompanie, die sich erst dann trennen wird, wenn sie in dem ersichtlichen Nährsacke reifer geworden ist.

117,3. Alles, was auf der Welt nur irgendwo als was immer besteht, ist Seelenstoff. Wird er durch was immer in seiner materiellen Kohäsion (Zusammenhalt) zerstört und dadurch seelisch frei, so ergreift er sich nach der Zerstörung in der früheren materiellen Form wieder und besteht so noch eine Zeitlang fort. Hat sich mit der Weile diese Form mehr ausgereift mit der Intelligenz, so fängt er dann nach und nach an, die alte Form zu verlassen und in eine lebensfähigere überzugehen.

117,4. Dieser Knäuel ist ein Aufnahmegefäss für alles; was nur immer bei dem Feuer und durch das Feuer zerstört wurde, das findest du nun in diesem Knäuel als Seelensubstanz, mit einiger Intelligenz behaftet. Dass sie alle in diesem Sacke wie in einem Käfige beisammen und untereinandergemengt erscheinen, daran ist die Angst schuld.

117,5. Wenn zum Beispiel auf irgendeinem Punkte der Erde grosse Elementarrevolutionen in sehr naher Aussicht stehen, was natürlich von einer grossen Bewegung der Naturerdgeister oder -seelen herrührt, so werden auch alle Tierseelen von einer grossen Bangigkeit befallen. Da fangen alle Gattungen Tiere an, sich gegenseitig ganz freundlich entgegenzukommen und bilden eine ganz friedliche Gesellschaft. Die Natter kümmert sich nicht um ihr Gift, die Schlange auch nicht; die reissenden Tiere vergreifen sich nicht mehr an den friedlichen Lämmern; die Biene und die Wespe haben ihren Stachel wie ein Krieger sein Schwert in die Scheide gesteckt. Kurz, da ändert alles seine Natur; sogar die Pflanzenwelt lässt ihre Häupter traurig hängen, und es erhebt keine Pflanze eher ihr keusches Haupt, als bis die Kalamität vorüber ist.

117,6. Alles aber – mit Ausnahme der Menschen –, was bei einer solchen Gelegenheit irdisch zerstört wurde, vereinigt sich nach der Zerstörung in der noch fortbestehenden Angst auch als Seelensubstanz und umhäutet sich zur Not. Wenn so ein lockerer Seelenknäuel dann etwa ein Jahrhundert lang also herumgeschwärmt hat, so haben sich die ursprünglich verschiedenartigen Seelenelemente gegenseitig mehr angezogen, fangen nach und nach an, sich zu vereinen, und machen sonach dann eine oder auch mehrere recht kräftige Naturmenschenseelen aus.

117,7. Dieser vor uns schwebende Knäuel fasst alles in sich, was durch das Feuer von Cäsarea Philippi zerstört worden ist. Dieser Knäuel wird zu der Vollentwicklung wohl über hundert Jahre benötigen; aber es werden dann auch über hundert reife Naturmenschenseelen die leichte Umhäutung durchbrechen und etwa wieder nach hundert Jahren unsern Fleischesweg durchmachen.

117,8. Bei Feuersbrünsten, bei feuerspeienden Bergen, auch bei grossen Überschwemmungen bilden sich gleichfort solche Knäuel. Wo wenig tierische Elemente dabei sind, dauert die Umwandlung länger; wo aber tierische Elemente daruntergemengt sind, wie hier, dauert sie gewöhnlich kürzer.

117,9. Auch ist eben nicht die Folge, dass aus den Knäueln, in denen kein Tier sich befindet, dennoch Naturmenschenseelen sich entwickeln sollen; es können daraus auch Naturtierseelen oder gar nur wieder edlere Pflanzenseelen hervorgehen, welch letztere gewöhnlich aus den Verwesungsdünsten oder aus allerleiartigen, sogenannten vulkanischen Dämpfen und Rauchmassen sich entwickeln.

117,10. Kurz, wo bei den Dünsten nachgewiesen werden kann, dass sie entweder aus der Verwesung grob-tierischer und ebenso grober Pflanzenmaterie hervorgehen oder bloss mineralischen Gärungsprozessen entstammen, da entwickeln sich nur allerlei Pflanzenseelen und vereinen sich den gröbsten Teilen nach durch die Wurzeln, den etwas edleren Teilen nach mit den Blättern und den edelsten Teilen nach bei Gelegenheit der Blütenbegattung mit einer aus einem Keime hervorbrechenden und tätig werdenden Pflanzenseele und bilden somit die segenreiche Vervielfachung der Samenkörner und ihrer Keime.

117,11. Die gröberen derartigen Pflanzenseelenspezifika bleiben in der Materie sitzen, als im Stamme und im Holzfaserstoffe, die edleren kommen in das zartere Blätterwerk, die noch edleren bestimmen die Frucht selbst und was derselben vor- und nachgehet, und die alleredelsten vereinen sich dann schon zu einem in sich intelligenten Keimleben, das dann schon fähig ist, entweder sich selbst zu einem gleichen Leben von neuem zu erwecken, um die alte Tätigkeit von vorne herein zu beginnen oder durch den Genuss von seiten eines Tieres oder eines Menschen sogleich in die Tier- oder gar Menschenseele überzugehen.

117,12. Darum geniesst der Mensch auch zumeist nur die Frucht der Pflanzen, damit die Pflanzenkeimseelen sich sogleich mit seiner Seele einen können, die schon gröberen Teile des Kerns und der Frucht aber nur mit dem Blute und Fleische und mit den Knorpeln und Knochen, was alles nach dem Abfalle als ein noch zu Unlauteres wieder durchs Reich der Pflanzenwelt sich dann und wann noch mehrere Male mit hindurchzureinigen hat, bis es zu einem Keimgeiste und zur Aufnahme in eine neue Tier- oder gar Menschenseele vollends reif wird. – Nun wisset ihr so beiläufig auch, wie diese Knäuel entstehen und welchen Fortgang sie nehmen, und was da ihr Endziel ist, und so könnet ihr nun eure Betrachtungen schon weiter beginnen und sehen, ob nicht wieder eine Erscheinung euch aufstossen wird!

117,13. Das aber, was ihr hier nun schauet, ist die erklärte Jakobsleiter, durch die er Himmel und Erde in einer Verbindung erschaute und sah die Kräfte des Lebens und Gottes Gedanken auf- und niedersteigen. Jakob sah das Bild wohl, aber weder er noch jemand nach ihm bis auf diese Zeitstunde hat es verstanden. Vor euch aber habe Ich es nun enthüllt; aber dazu musstet auch ihr alle durch das Licht jener Leuchtkugel zuvor in eine Art hellen Schlafes versetzt werden, um die enthüllte Jakobsleiter zu schauen und sie endlich durch Mein Wort auch zu verstehen, auf dass ihr wisset, wie da Himmlisches und Irdisches zusammenhängt und auf derselben Stufenleiter eines stets in das andere übergeht. – Sehet über das Meer hin, das heisst nun mit eurer Geist- oder vielmehr Seelensehe, und saget Mir, was ihr da sehet!“

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