GEJ02-95

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 2 GEJ02-95 Kapitel


95. Kapitel - Heil- und Speisewunder an den fünftausend Menschen in der Wüste. (Matth. 14)

Wandel auf dem Galiläischen Meer (des Petrus Glaubensprobe) – Zu Schiff nach Genezareth an der gleichnamigen Meeresbucht. (Kap.95-167)

95,1. Als ich – wie schon bekanntgegeben – von den angekommenen Jüngern des Johannes vernommen hatte, was Ich ganz sicher schon früher wusste – ansonst Ich nicht schon des Morgens die ganze, grosse Gesellschaft zur rechtesten Zeit von Mir hinweg beschieden hätte –, da verliess Ich alsbald Nazareth und ging mit den zwölf Jüngern gen Sibarah an das Meer und da sogleich in ein Schiff und fuhr in die Gegend oberhalb von Bethabara. Im Schiffe selbst erzählten Mir die Jünger, was sie den Tag über auch sonst noch gelehrt und getan hatten, darum Ich sie denn auch belobte.

95,2. Als wir aber an den Ort der vorgenommenen Bestimmung gelangten, da hiess Ich die Jünger, allein im Schiffe zu verweilen, und stieg allein ans Land und ging, bloss von ein paar Jüngern begleitet, in die Wüste, um ein Plätzchen zu suchen und zu bestimmen, wo Ich Mich einige Tage lang aufhalten könnte und sicher wäre vor den bekannten Nachstellungen des Herodes.

95,3. Aber unserem Schiffe folgten in einiger Entfernung auch eine Menge anderer, kleiner Fahrzeuge und erfuhren dadurch leicht Meinen Aufenthalt, und das um so leichter, weil Ich durchaus nicht die Absicht hatte, Mich vor der hilfsbedürftigen Menschheit völlig zu verbergen.

95,4. Es dauerte darum Mein Aufenthalt in dieser Wüste auch keinen Tag, als schon von allen Städten, Märkten und Dörfern eine grosse Menge Volkes herbeiströmte nebst den schon alten, über achthundert zählenden Jüngern, die in den früheren Städten und Märkten zu Mir gestossen und am Morgen des vorhergehenden Tages von Mir in ihre Heimat beschieden worden waren. (Matth.14,13)

95,5. Von diesen waren etliche von Kana in Galiläa und Kana in Samaria, etliche von Jesaira, etliche von Kis und Sibarah, von Kapernaum, Chorazin, Caesarea, Genezareth und Bethabara und machten Mich ruchbar noch in vielen anderen Orten, so dass aus allen diesen Märkten und Städten eine grosse Masse Volkes teils über den See und teils zu Fuss in die Wüste zu Mir kam, natürlich mit einer grossen Menge von allerlei kranken und bresthaften Menschen. Wie schon früher erwähnt, so war kaum der Tag angebrochen, als schon bei tausend Pilger, Mir nach, Meine Lagerstätte auffanden und umlagerten.

95,6. Es war aber Meine Lagerstätte, die Ich in der Wüste Mir gewählt hatte, eine geraume Höhle ohne eine hinterhaltige Öffnung. Diese Höhle lag ziemlich hoch und war mit Bäumen dicht umwachsen. Es war vor der Höhle auch ein sehr geräumiger freier Platz, auf dem etliche tausend Menschen mehr denn einen hinreichenden Lagerplatz finden konnten; und auf diesem Platze hatten sich denn auch die Menschen mit ihren Kranken gelagert.

95,7. Da die Jünger, die um Meinen Aufenthalt wohl wussten, aber sahen, dass von allen Seiten her sich Massen von Menschen hinaufzogen und Meine Lagerstätte stets mehr und mehr umlagerten, so wurde ihnen bange um Mich. Sie überliessen das Schiff ihren acht Schiffsknechten und begaben sich zu Mir hinauf, um Mir Nachricht zu geben, welche Massen von Menschen da zusammenkämen, und dass sie im Ernste nicht mehr dafür gutstehen könnten, ob nicht etwa Herodianer darunter sich befänden.

95,8. Als die gutmütigen und besorgten Jünger Mir solche Nachricht brachten von dem, das Mir auch also bekannt sein musste, da ging Ich aus der Grotte hervor und besah Mir das wahrlich grosse Volk, und es jammerte Mich wahrhaft desselben, als es Mich da mit tränenden Augen bat, dass Ich ihre mitgebrachten Kranken heile

95,9. Und Ich heilte denn auch in einem Augenblick alle die anwesenden Kranken (Matth.14,14), wie auch alle, die noch auf dem mühevollen Wege zu Mir hin waren. Darauf gab es natürlich des Lobens und Preisens kein Ende. Bis gen Abend noch strömten Menschen herbei, obschon ihre Kranken auf dem Wege heil geworden waren, damit sie ihren Dank und ihren Preis darbrächten. Der Platz vor der Grotte war schon nahe gedrängt voll, so dass es den Jüngern förmlich bange zu werden begann; junge Leute stiegen sogar auf Bäume, dass sie Mich besser beschauen konnten.

95,10. Als aber der Abend hereinzubrechen begann, da traten die Jünger zu Mir und sprachen: „Herr, hier ist eine Wüste; die Nacht fällt schon herein und, wie wir allgemein bemerkten, so hat niemand etwas Essbares bei sich! Lass daher das Volk von Dir, dass es in die näherliegenden Märkte ziehe und sich Brot und Speise kaufe!“ (Matth.14,15)

95,11. Sagte Ich zu den Jüngern: „Es ist nicht nötig, dass die Menschen darum in die Märkte gehen, sondern gebet ihr ihnen zu essen! (Matth.14,16) Zu trinken brauchen sie nichts denn Wasser, das hier in reichen Quellen vorhanden ist.“

95,12. Sagen die Jünger, etwas verwundert über Mein Begehren: „Herr, wir haben hier mit uns nichts denn fünf Brote aus Gerstenmehl und zwei gebratene Fische. (Matth.14,17) Was ist das für so viele Menschen?“

95,13. Sage Ich zu den Jüngern: „Bringet sie Mir hierher!“ (Matth.14,18)

95,14. Als die Jünger das taten, hiess Ich das Volk samt und sämtlich sich lagern aufs Gras, nahm darauf die fünf Brote und die zwei Fische, sah auf gen Himmel und dankte dem Vater, brach darauf die Brote und gab sie den Jüngern, und diese gaben sie dem Volke. (Matth.14,19) Die beiden Fische aber und ein wenig Brot blieben diesmal für die Jünger.

95,15. Und alle, die da waren, assen genüglich davon und wurden alle genüglich satt. Da sie aber nicht alles aufessen konnten, so sammelten sie die übriggebliebenen Brocken in Körbe, die das Volk auf einer Reise gewöhnlich mitnahm; und die Körbe waren gewöhnlich ziemlich gross, da sie mittels der Achselbänder auf dem Rücken getragen wurden; und von den übriggebliebenen Brocken wurden zwölf solcher grossen Körbe voll. (Matth.14,20) Derer aber, die da gegessen hatten, waren – ohne Weiber und Kinder gerechnet – bei fünftausend Mann. (Matth.14,21)

95,16. Dass diese Speisung, die eine gute Stunde angedauert hatte, bei diesem Volke ein grosses Staunen erregte, wird hoffentlich leicht zu begreifen sein, wie auch, dass dies Volk darauf gleich unter sich beschloss, Mich zu seinem Könige auszurufen.

95,17. Da Ich aber solchen Plan des Volkes merkte, so gebot Ich den Jüngern, sogleich das Schiff zu besteigen und vor Mir hinüberzufahren ans jenseitige Ufer, bis Ich das Volk entliesse. (Matth.14,22) Das tat Ich aber, um das Volk durch diese Bewegung an seinem Plane zu hindern, selben in die Ausführung zu bringen. Denn es begannen einige Männer eben mit den Jüngern darob Zwiesprache zu führen, an Mir das zu begehen aus übergrosser Dankbarkeit. Mir aber getraute sich niemand zu nahen!

95,18. Mit der alsbaldigen Hinwegsendung der Jünger räumte Ich sonach dem Volke das Mittel aus den Händen, und als die Jünger sich auf Mein Wort hin schnell auf das Schiff begaben zur mondhellen Nachtzeit, da stand auch alsbald das Volk mehr und mehr von seinem Plane ab. Nach dem Abzuge der Jünger aber, die bereits schon einige Ruten weit in die See getrieben hatten, entliess Ich sogleich das gesamte Volk, das sich auch sogleich willig von dannen begab.

95,19. Darauf bestieg Ich ganz allein einen nahen kahlen Berg und betete da, um Mein Fleischlich-Menschliches noch inniger mit dem Vater zu einen. Auf dieses Berges Kuppe weilte Ich denn ganz allein (Matth.14,23) und konnte recht gut sogar mit den fleischlichen Augen beim hellen Mondscheine ausnehmen, wie das Schiff der Jünger, schon auf der Mitte des Meeres, da es eben nicht sehr breit war, grosse Not litt von den Wellen, die ein widriger, ziemlich heftiger Wind dem Schiffe entgegentrieb. (Matth.14,24)

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