GEJ02-34

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 2 GEJ02-34 Kapitel


34. Kapitel - Szene zwischen den erbgierigen Pharisäern und dem Schwiegersohn des Alten

34,1. Es hatten aber die Pharisäer von Nazareth erfahren, dass dieses Hauses Bewohner also gefährlich krank seien, dass sie nimmer gesund zu werden vermöchten. Sie gingen hin, um über das Erbzehntel und über die Begräbnisse zum voraus alles abzumachen; denn nach dem Tode hatten sie kein Recht mehr auf die Hinterlassenschaft, weil der Kranke ohne ihren Beistand verstorben ist, – in welchem Falle dann der Staat als Erbe eintrat. Als also aus diesem Grunde die Pharisäer hinkamen schon spät in der Nacht, als dieses Hauses Leute sich nach dem Abendessen schon zur Ruhe zu begeben anfingen, da machten die schon sehr habgierigen Beförderer der Seelen ins andere Leben ganz verzweifelt grosse Gesichter, als sie dieses Hauses, wenigstens zur Hälfte tot vermeinten Leute bei der besten Gesundheit antrafen.

34,2. Der erste, ganz behutsam mit verhaltenem Atem eintretende Pharisäer sagte: „Ja, was ist denn das? Lebet ihr denn noch? Wir vermeinten, dass ihr schon wenigstens zur Hälfte dahingeschieden wäret, und sind daher gekommen, eure Seelen einzusegnen und eure Leiber zu beerdigen nach der Sitte unserer Väter! Wer hat euch denn gesund gemacht? Borus sicher nicht! Wir wissen, dass er nicht zu euch ging, als er gerufen ward; denn er hatte sicher gleich uns eine starke Furcht vor eurer äusserst bösen Krankheit. Wer also war euer Arzt?“

34,3. Sagt der Schwiegersohn des Alten, der ein kräftiger Mann war im Arbeiten und Reden: „Was fraget ihr darum? Ihr habt uns nicht geholfen, und somit sind wir einander gegenseitig nichts schuldig! Ihr seid nicht unseres Heils willen zu uns gekommen, sondern des Erbzehntes wegen; und ich sage es euch: da könnet ihr euch ewig von unserem Hause fernhalten! Denn könnet, wollet und getrauet ihr euch einem in aller Gefahr stehenden Hause keine Hilfe zu schaffen, dann brauche euch, wer euch will! Dieses Haus wenigstens wird nimmer ein Begehren nach euch haben! Wahrlich, ihr seid mit all eurem Tun schlechter denn das böse Gewürm der Erde, das allein da ist zu fressen, nichts Gutes zu tun, wohl aber allerlei gute Frucht der Erde elend zu machen und zu verderben! Gehet uns daher bald aus den Augen, sonst vergreifen wir uns an euch!“

34,4. Sagt ein Ältester: „Nun ja, wir werden schon gehen; aber den Gefallen könnt ihr uns ja tun, dass ihr uns saget, wer euch geholfen hat! Wir haben täglich sieben Stunden lang für euch gebetet und möchten daher erfahren, ob ihr doch etwa wunderbar durch unser Gebet geheilt worden seid! Denn mit natürlichen Mitteln wäre euch wohl in keinem Falle mehr zu helfen gewesen! Saget es uns daher; es kostet euch so etwas ja ohnehin nichts!“

34,5. Sagt der Schwiegersohn: „Hebet euch von hinnen, ihr Lügner! Ihr möget des Erbzehntes wegen wohl täglich sieben Stunden um unsern Tod gefleht haben, aber für unser Leben sicher nicht; denn ihr seid nun nicht darum hergekommen, um uns als Wiedergenesene zu begrüssen, sondern um von uns, den vermeintlich Verstorbenen, den Erbzehnt zu beschreiben und nach aller Tode in den gierigen Besitz zu nehmen! O ihr losen Wichte, ich kenne euch nur zu gut und eure Gebete auch! Darum hebet euch von hinnen, sonst werde ich genötigt sein, von meinem Hausrechte Gebrauch zu machen! Ihr seid ja ewig nicht wert, den Namen dessen auszusprechen, der uns geholfen hat!“

34,6. Sagt der Älteste noch einmal: „Nun, es sei denn, dass wir also sind, wie du meinst; wir aber können ja doch noch anders sein oder werden! Denn da ist ein Wunder geschehen, und das kann uns ja sehr leicht anders gestalten in allem unserem Denken und Handeln! Darum saget es uns!“

34,7. Sagt der Schwiegersohn ganz erregt: „Euch ändert auf dieser Welt nichts mehr, auch Gott nicht! Wäret ihr zu ändern, so hättet ihr euch schon lange geändert; denn ihr habt Moses und alle die Propheten, die wider euch zeugen! Aber euer Gott ist der Mammon und besteht im Golde und Silber! Diesem Gotte dienet ihr in eurem Herzen und umhüllet euch bloss äusserlich zum Scheine mit dem Kleide Mosis und Aarons, auf dass ihr als reissende Wölfe im Schafspelze desto leichter mit euren todbringenden Zähnen in die Herden der Lämmer einfallen und sie zerreissen und verschlingen könnet!

34,8. Jehova aber kennt euch und wird euch auch sicher ehestens den schon seit gar lange her wohlverdienten Lohn geben! Gott hat nun Jesus, den Sohn des Zimmermanns Joseph, erweckt wie dereinst Moses, und dieser Jesus, der uns alle bloss durch sein mächtiges Wort aus der Ferne her augenblicklich gesund gemacht hat, wird euch sicher auch sagen, wieviel eure Verdienste vor Gott wert sind; denn er ist vom Geiste Gottes erfüllt, ihr hingegen aber vom Geiste Beelzebubs! Daher lasset euch's nun zum letzten Male gesagt sein, dass ihr gehet und nimmer betretet dies Haus, – sonst soll euch Arges widerfahren!“

34,9. Nach diesen Worten verlassen die Pharisäer das Haus und denken ganz sonderbare Dinge über Jesus, der ihnen hier schon wieder in die Quere gekommen ist, und beraten, wie sie seiner loswerden könnten, ansonst es weidlichst zu befürchten wäre, dass er in kurzer Zeit alle Juden also wie dies Haus wider sie aufwiegeln werde.

34,10. Als sie aber solche argen Gedanken in sich recht lebhaft aufkommen lassen, geschieht hinter ihnen ein donnerartiger, mächtig starker Knall, dass sie darob alle über die Massen erschrecken und darauf gar stille und sehr behende in die Stadt zu laufen beginnen.

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