GEJ02-189

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 2 GEJ02-189 Kapitel


189. Kapitel - Ein Militärschiff naht. Der reiche Fischzug

189,1. Während aber des Markus Söhne – ihnen Hilfe leistend Simon und noch etwelche in unserem Schiffe anwesenden Jünger – mit dem Auswerfen des grossen Netzes beschäftigt waren, ruderte von der Gegend Genezareths ein grosses Fahrzeug gerade auf uns zu. Es kam näher und näher; und als es kaum mehr einige Faden von uns entfernt war, so entdeckte ein Sohn des Markus, dass dies ein römisches Militärschiff sei, auf dem sich mehrere Soldaten befänden.

189,2. Sagt Cyrenius: „Wäre meiner Weltstellung wegen doch ein wenig unangenehm, so mich meine Soldaten hier in diesem vor der Welt für einen Oberstatthalter doch etwas zu unansehnlichen Schiffe träfen! Wenn man ihnen doch ein wenig ausweichen könnte!“

189,3. Sage Ich: „Fürchte du, was zu fürchten ist; aber vor dem brauchst du dich wahrlich nimmer zu fürchten! Denn siehe, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, so erscheint sie um vieles kleiner, als wenn sie nahe an dem Horizonte schwebt, – auch mag auf ihrer Höhe niemand nach ihr sehen, weil sie allda jedes Auge beleidigt; wenn sie aber fein nieder steht, da blickt alles freudigsten Gemütes nach der entweder kommenden oder scheidenden Mutter des Tages.

189,4. Möchte dies Schifflein noch so herrlich geziert sein, so wird es dadurch zur Erhöhung deiner Würde nichts beitragen, – denn was du bist, das bist du, ob du auf der Spitze des Ararat stehst oder auf einem Maulwurfshügel; aber die wahre Achtung, gepaart mit Liebe, wirst du nur dort am meisten zu geniessen bekommen, wo die Menschen am leichtesten zu dir kommen können! Und Ich sage es dir noch obendrauf, dass dir eben diese Zusammenkunft von grossem Nutzen sein wird, wovon du dich bald überzeugen wirst.“

189,5. Cyrenius ist nun voll der gespanntesten Aufmerksamkeit über diese Meine Worte, was da etwa das römische Soldatenschiff bringen werde. Da es aber eines widrigen Windes wegen etwas aufgehalten ist, völlig zu uns zu stossen, so meint Cyrenius, ob es nicht rätlich wäre, dem römischen Schiffe nachzusteuern.

189,6. Ich aber sage: „Mitnichten; denn wir werden mit selbem noch früh zur Genüge zusammenkommen, und es wird dir da an Gelegenheit nimmer mangeln, alles mögliche, was dich angeht, zu erfahren nach allen Umständen. Für jetzt aber sehen wir nur ganz ruhig dem Fischfange zu!“

189,7. Als Cyrenius solches vernahm, begnügte er sich und sah nun ganz gemütlich zu, wie die Fischer das grosse Netz im Meere auszuspannen begannen, das sich gar bald mit grossen Fischen derart zu füllen begann, dass man genötigt war, ans Ufer zu steuern. Als wir etwa nach einer halben Stunde das Ufer erreichten, und zwar an der Stelle, allwo sich der im Meere eingefriedete grosse Fischteich befand, da ward von allen Seiten das grosse Netz an des Teiches Friedung gezogen, und es war eine solche Menge der grössten und kostbarsten Fische im Netze, dass darauf alle Meine Jünger, Markus samt allen seinen Kindern und sogar die Dienerschaft des Cyrenius bei anderthalb Stunden zu tun hatten, um alle die gefangenen Fische aus dem Netze in den eingefriedeten Seeteich zu schaffen.

189,8. Und als die Fische sich bereits im Teiche befanden, da wimmelte es darin vor der grossen Menge der Fische; denn es waren deren über siebentausend an der Zahl, und der Teich war voll, dass er keine tausend Stück mehr hätte fassen können. Darob war der alte Markus aber auch fröhlich, dass er sich vor lauter Fröhlichkeit kaum zu helfen wusste. In einem fort ging sein Mund vor lauter Danksagung über Danksagung über.

189,9. Ich aber sagte zu ihm: „Freund, du bist nun sehr dankbar für diese von Mir dir erwiesene Wohltat; aber du wirst heute noch eine andere Gabe erhalten bei der Gelegenheit, wenn das Römerschiff hier landen wird! Die Gabe aber wird nicht bestehen weder in Fischen noch in Gold und Silber, sondern pur in Meinen Worten, die dir den Weg zum ewigen Leben bahnen werden. Darauf achte du dann mit deinem ganzen Hause, und es wird in deiner Seele licht und helle werden für diese Zeit und für die Ewigkeit! – Hast du Mich wohl verstanden?“

189,10. Spricht Markus: „Ja Herr! Mein Herz sagt es mir: Markus, alter, verrosteter Krieger, heute soll dein Leben vom alten Roste befreit werden! Eine Stimme der Himmel Jehovas wird dein Ohr vernehmen, und deine Seele wird fühlen die grosse Nähe deines Heiles für ewig! – Und so hoffe ich denn auch, heute noch Wunderbarstes zu erleben.“

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