GEJ02-102

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 2 GEJ02-102 Kapitel


102. Kapitel - Ankunft in der Freistadt Genezareth. (Matth. 14)

102,1. Sage Ich: „Ob ihr Mich sehet oder nicht, so bin Ich dennoch bei euch; denn so ihr Mir glaubet, auf Meinen Namen bauet, vertrauet und hoffet und Mich wahrhaft liebet, dann bin Ich allzeit bei euch und unter euch; aber der an Mir zweifelt, bei dem bin Ich dennoch nicht – und sähe er Mich auch fest an seiner Seite stehen!

102,2. Im übrigen aber hat der Bruder Bartholomäus sehr wohl daran getan, dass er über das Wesen der Essäer besonders dem Judas die Augen geöffnet hat. Es wird zwar für ihn wenig Heil daraus erwachsen; aber desto mehr für euch andere! Denn Judas gefällt sich heimlich in solchen Trugstücken und meint: ,So ich von Jesus die Wirklichkeit (das Wunderwirken) nicht erlerne, gehe ich zu den Essäern!‘ – Denn er ist und bleibt ein Geizhals, und zehn Pfunde Goldes sind ihm lieber als die allerhimmlischste Wahrheit und das ewige Leben dazu! Wenn ihm Herodes heute ein bedeutendes Angebot macht, da verrät und verkauft er uns alle! Diese Erde wird ihn schwerlich je bessern!

102,3. Darum ist für den Menschen nichts gefährlicher zum ewigen Leben als die grossen Schätze dieser Welt! Was aber nützet es dennoch dem Menschen, so er auch besässe die Schätze der ganzen Welt, aber dafür an seiner Seele Schaden litte? Ehe er sich's versehen wird, wird man seine Seele von ihm nehmen und sie werfen in grosse Finsternis, da ewiges Heulen und Zähneknirschen waltet! Wieviel werden ihm dann alle seine Schätze nützen!?

102,4. Darum sammle sich ein jeder von euch Schätze des Geistes, die vom Roste und von den Motten nicht zerstört werden können, dann werdet ihr von allem in grosser Genüge haben ewig!

102,5. Sehet, da unten am Boden des Meeres liegt schon manches beladene Schiff mit seinen Herren und Schiffern begraben! Welchen Gewinn haben die nun, die da wollten auf den Märkten grosse Summen erbeuten? Ein Sturm machte all ihrem losen Tun und Treiben ein Ende, und ihre Seelen sind mit begraben worden in den Abgrund!

102,6. Ihr aber hattet auf eurem Schiffe, das diese Nacht hindurch mit einem sehr heftigen Sturme zu kämpfen hatte, nichts als die unverwüstlichen Schätze für Geist und Leben aus Gott geladen, – und sehet, der Orkan vermochte es auch mit all seiner ungestümen Gewalt nicht, euch hinabzuschleudern in den Abgrund! Und Ich kam deshalb zu Fuss über den brausenden Wogen zu euch, um euch in der Tat zu zeigen, dass der, der allein des Himmels ewige Schätze in sich trägt, sich über alle die tollen Stürme und Wogen des Weltgetriebes leicht erhebt und über denselben fein schadlos einherwandeln kann und am Ende dennoch der Herr über all das Ungemach der Welt ist und verbleibt.

102,7. Wenn er aber sein Lebensschiff beschwert mit den Schätzen der Welt und der Sturm ereilt ihn über den Wogen seiner Weltsorgen, so werden dann Schiff und Schiffer beide untergehen! – Habt ihr alle dies Gesagte wohl begriffen?“

102,8. Sagen alle: „Ja, Herr, das war klar und sehr verständlich und über alle Massen vollwahr.“

102,9. Sage Ich: „Nun wohl denn, so lasset uns hinüberschiffen nach dem Städtchen Genezareth und in das kleine freie Ländchen, welches da führt den Namen seiner kleinen Stadt!“

102,10. Und die Knechte fingen an zu rudern, und wir kamen eine kleine halbe Stunde Weges unterhalb der Stadt Genezareth ans Land (Matth.14,34). Das Meer machte aber gegen Genezareth eine grosse Einbuchtung und war mit derselben nur durch eine kaum zehn Klafter breite Meerenge verbunden, darum denn auch diese Bucht eigens den Namen ,See Genezareth‘ führte. An der linken Erdzunge stiegen wir denn auch ans Land, weil die Schiffe, welche die Meerenge passierten und in den See Genezareth fuhren, einen Zoll entrichten mussten. Wir liessen dann an der Erdzunge unser Schiff anbinden und liessen nur zwei Knechte im selben als Wache zurück, die andern sechs aber zogen mit uns in die Stadt und kauften darin für ihren Bedarf Brot, Salz und etwas Wein; die Nacht hatte sie sehr stärkungsbedürftig gemacht.

102,11. Ich aber habe ihnen das wenige, was sie sich kauften, gesegnet, dass sie alle mehrere Tage lang zu essen und zu trinken hatten.

102,12. Ich habe Mich in Genezareth mehrere Tage lang aufgehalten; denn das war eine Freistadt, und man konnte dort weder von Jerusalem, noch vom Tempel und ebensowenig von Herodes angegriffen werden, weil diese Stadt unter strengem Schutze der Römer stand, die dort ein beständiges Lager hielten, das von Kapernaum aus befehligt ward. Es steht solches zwar in keiner Schrift gezeichnet, weil es zu geringfügig war, aber dessenungeachtet verhielt sich alles genau also.

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