GEJ01-192

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Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 1 GEJ01-192 Kapitel

192. Kapitel - Die Gleichnisse vom Unkraut unter dem Weizen, vom Senfkorn und vom Sauerteig

192,1. Und Ich sage nun laut, so daß es auch die am Ufer Stehenden vernehmen können: „Nun denn, wer da Ohren hat, der höre, und wer Augen hat – im Herzen, wohl verstanden –, der vernehme es! Ich will euch ein anderes Bild vom Reiche Gottes geben; höret!

192,2. Das Himmelreich ist auch gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. (Matth.13,24) Als aber dessen Knechte schliefen, kam des Ackermanns Feind und säte arges Unkraut zwischen den Weizen, das dann mit dem Weizen zugleich aufging. (Matth.13,25) Da aber der Weizen mit seiner Frucht, die er bringt, emporwuchs, da fand sich auch das arge Unkraut. (Matth.13,26)

192,3. Als die Knechte das bemerkten, traten sie zum Hausvater und sprachen: ,Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?!‘ (Matth.13,27)

192,4. Der Hausherr aber sprach und sagte: ,Das hat mir der Feind getan!‘ Da sprachen die Knechte: ,Herr, so du willst, wollen wir hingehen und es ausjäten!?‘ (Matth.13,28) Und der Herr sprach: ,Lasset das, damit ihr nicht, so ihrs Unkraut ausjätet, auch den guten Weizen zertretet und mit ausraufet! (Matth.13,29) Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte! Um die Erntezeit will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut in Bündeln und schaffet es vom Acker auf eine Stelle, wo man es verbrennen wird; aber den reinen Weizen sammelt mir hernach in meine Scheuern!‘ (Matth.13,30) Sehet, das ist ein gutes Bild vom Himmelreiche! Aber höret Mich weiter an! Ich will euch noch mehrere ähnliche Bilder geben, die alle das Gottesreich genauest in sich enthalten. Und so höret Mich weiter an!

192,5. Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und es auf seinen Acker säte. (Matth.13,31) Dies Korn ist wohlbekannt eines der kleinsten unter allen Samen; wenn es aber wächst, ist es das größte unter dem Kohl und am Ende eine förmlicher Baum, so daß sogar die Vögel unter dem Himmel kommen und Wohnung nehmen unter seinen Zweigen.“ (Matth.13,32)

192,6. Hier sahen die Jünger sich gegenseitig groß an und sprachen: „Was soll das? Wer kann das fassen? Jetzt ist das Himmelreich gar schon einem Senfkohl gleich!“

192,7. Sage Ich: „Wundert euch deshalb nicht, sondern höret Mich weiter an! Ein anderes Bild will Ich euch geben vom Gottesreiche:

192,8. Das Himmelreich ist auch gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und ihn vermengte unter drei Scheffel Weizenmehl, also bis das gesamte Mehl durchsäuert war.“ (Matth.13,33)

192,9. Wieder sahen sich alle Jünger samt den geweckten zwölf Aposteln groß an und sagten bei sich: „Wer kann solches fassen und verstehen? Oder will Er das Volk der Pharisäer wegen zum besten haben? Es ist gerade unbegreiflich, warum Er jetzt auf einmal also in den verworrensten Bildern zu reden beginnt!“

192,10. Es hörte aber der in der Schrift überaus bewanderte Ahab das Gespräch der Jünger und sagte zu ihnen: „So Der das ist, was ich nun fest glaube, daß Er es sicher sein soll, da dürfte, da Er nun stets gleich in und nicht ohne Gleichnisse redet (Matth.13,34), wohl etwa das auf Ihn zu beziehen sein, was einst Jesajas vom kommenden Messias geweissagt hat, indem er sprach: ,Ich will Meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was vom Anfange der Welt allen Menschen ein Gleichnis war!‘ (Matth.13,35)

192,11. Sehet, also redete einst der große Prophet, und ebenalso sang einst David in seinem 78. Psalm im 2. Verse, und das paßt nebst vielem andern gerade auf Ihn, und ihr möget auch noch fragen: ,Wie so, wie das?‘ und seid doch schon eine recht gemessen lange Zeit bei und um Ihn?! So es not ist, wird Er uns diese Gleichnisse wohl enthüllen, und ist es nicht not, – nun, so können wir uns alle wohl höchlichst rühmen, daß wir nun das selbst sehen und hören, was alle Erzväter und Propheten gerne gesehen und gehört hätten!“

192,12. Alle Jünger geben sich auf diese Zwischenrede Ahabs zufrieden; das Volk aber fragt Mich, da Ich nun während der Rede Ahabs schwieg, ob Ich noch mehr derlei unverständiges Zeug reden werde, oder ob sie gehen sollen zu ihren Geschäften, sie, die am Ufer weileten einer guten Lehre halber, die aber nicht gekommen sei!

192,13. Ich aber sagte: „Ziehet heim; denn euretwegen habe Ich Meinen Mund nicht geöffnet, wohl wissend, welch unverständigen Herzens ihr seid! Darum werden dereinst auch eure Kinder eure Meister und Richter sein!“ Mit dem entfernte sich bald alles Volk vom Ufer weg und jegliches zog in sein Wohnhaus.

192,14. Nur die Pharisäer, als sie merkten, daß Kisjonah anfing, sein Schiff flottzumachen, da bestiegen auch sie alsbald ihr in Bereitschaft stehendes Schiff und stachen vor uns in die See. Ich wollte aber im geheimen, daß sie von einem starken Winde ergriffen würden. Und sieh, es fing sogleich ein mächtiger Wind ihr Schiff gewaltig zu treiben an und bedeckte es von Zeit zu Zeit ganz mit Wogen und Wellen.

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