GEJ01-144

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 1 GEJ01-144 Kapitel

144. Kapitel - Des Herrn Winke über des Johannes Wirken und Schicksal. Jesus und Johannes als Sonne und Mond. »Er muß wachsen und ich abnehmen!« Des Herrn Zeugnis über Johannes: »Er ist mehr denn ein Prophet, er ist Elias!«

144,1. Nach einer Weile erst fragte Mich der ältere aus ihnen, warum denn nun Johannes im Gefängnisse schmachten müsse, indem er doch vor Gott und allen Menschen nie gesündigt hätte.

144,2. Sage Ich: „So er es wollte, könnte auch er frei sein! Der Mond tut wohl gute Dienste in der Nacht; so er aber auch neben der Sonne um den Rang streiten will, als wäre sein Licht auch am Tage an der Seite der Sonne so wichtig als das der Sonne, da ist der Mond in einer großen Irre. Denn ist einmal die Sonne da, da ist des Mondes Schimmer der Erde gar wohl entbehrlich. Versteht ihr das?

144,3. Wenn Johannes Mich klarer erkannte, als Ich am Jordan zu ihm kam, wer wohl gebot ihm, daß er Mir nicht folgen sollte? Er blieb in seiner Wüste und machte stets einen strengsten Büßer – und hatte doch nie gesündigt. Warum denn tat er das? – Er hat sich selbst dem Herodes ausgeliefert; nun sehe er, wie er mit dem Fuchse fertig wird!

144,4. Saget ihm aber auch, daß Ich nicht gekommen sei, die irdische Macht den Großen zu nehmen, sondern sie zu bestätigen auf ihren Herrscherstühlen. Wer aber mit Mir rechten möchte, der wird einen harten Kampf zu bestehen haben!“

144,5. Als die beiden Jünger aber solche Worte von Mir erhalten und vernommen hatten, erwiderten sie nichts mehr, sondern empfahlen sich, traten sogleich ihren Weg zurück zu Johannes in Jerusalem an und berichteten ihm solches auch sogleich.

144,6. Johannes aber schlug an seine Brust und sprach: „Ja, ja, Er ist es, Er hat recht; Er muß wachsen und ich abnehmen und sterben von dieser Welt.“

144,7. An dem Orte Seba, der da als ein Dorf der Fischer am Galiläischen Meere lag, aber machten die vielen Menschen daselbst und auch jene, die Mir aus anderen Orten dahin gefolgt waren, große Augen über Johannes den Täufer und sagten: „Wie möglich konnte der eine Sünde begehen? Denn daß er Dir, o Herr, nicht gefolgt ist, da er Dich doch erkannt hatte, das war denn doch eine Hauptsünde, für die er nun büßen muß!? Herr, tun wir unrecht, wenn wir also urteilen?“

144,8. Ich aber entgegne ihnen und sage: „So der Mond leuchtet in der Nacht im Vollichte, so geht alles hinaus, bewundert dessen Licht und freut sich dessen; aber so da kommt die Sonne, wann der Mond noch leuchtet am Himmel überaus blassen und matten Scheines, so wenden sich alle ab vom Monde, weiden ihre Augen am mächtigen Sonnenlichte und preisen dasselbe in jedem strahlenspendenden Tautropfen; denn unter der Sonne leuchtet ein Tropfen Wasser mehr denn zehn Monde in der Nacht.

144,9. Begeht darum aber der Mond eine Sünde, daß er am Tage von der Sonne verdunkelt wird, und daß sogar ein Tautropfen mehr Licht dem Auge des Beschauers spendet denn der ganze Mond?

144,10. Ich sage es euch allen: Wer Ohren hat, der höre! Auch des Menschen Sohn ist eine Sonne, und Johannes ist dessen Mond. Wohl leuchtet der Mond in eures Geistes Nacht und zeugte im voraus vom Lichte, das nun zu euch gekommen ist, und ihr es noch immer nicht erkennet in eurer Finsternis; so aber nun dieses Mondes Schein matt wird, da des Tages Sonne unter euch leuchtet, wie möget ihr seiner mit einer Sünde gedenken?

144,11. Wahrlich, sage Ich euch, solange Menschen auf dieser Erde bestehen, von Adam bis jetzt, hat nie eine reinere Seele einen Leib bewohnt und belebt!

144,12. Ich frage aber nun euch alle, da keiner unter euch ist, der da nicht hinausgegangen wäre in die Wüste, allwo Johannes predigte und taufte, – ihr alle habt seine Predigt vernommen, und die meisten aus euch haben sich auch taufen lassen –: Was seid ihr denn hinausgegangen in die Wüste zu sehen?

144,13. Wolltet ihr etwa ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehen mag? (Matth.11,7) Oder seid ihr darum hinausgegangen, um einen Menschen zu sehen in weichen Kleidern? Sehet, die weiche Kleider tragen, wohnen in der Könige Häuser, aber nicht in der harten Wüste zu Bethabara! (Matth.11,8) Oder seid ihr hinausgegangen, zu sehen einen Propheten?

144,14. Ja, sage Ich euch: Johannes ist mehr denn ein Prophet! (Matth.11,9) Denn dieser ist es, von dem es geschrieben steht: ,Siehe, Ich sende Meinen Engel vor Dir her, der Deinen Weg vor Dir bereiten soll!‘ (Matth.11,10) Merket ihr's nun, wer er ist?

144,15. Wahrlich sage Ich es noch deutlicher, als ich solches euch schon früher gesagt habe: Unter allen, die vom Anfange her von Weibern geboren worden sind, ist nicht aufgekommen einer, der größer wäre denn dieser Johannes der Täufer; doch aber sage Ich euch auch, daß von nun an, wer auch der Kleinste sei im Reiche Gottes, wird größer sein denn er. (Matth.11,11)

144,16. Aber das merket euch auch wohl: Von den Tagen Johannes' des Täufers bis hierher und fortan leidet das Himmelreich Gewalt, und die ihm Gewalt tun, die reißen es an sich! (Matth.11,12)

144,17. Alle Propheten wie auch das Gesetz Mosis haben geweissagt bis auf Johannes. (Matth.11,13) Er war vor Mir der letzte Prophet.

144,18. So ihr es annehmen wollt, da ist eben dieser Johannes der Elias, der zukünftig, das heißt vor dem Messias, noch einmal kommen sollte! (Matth.11,14) Er ist denn auch gekommen und hat vor Mir geweissagt und hat vorbereitet Meine Wege, wie ihr es selbst erfahren habt. Saget nun, ob ihr es nun wohl wisset, wer Johannes ist!“

Hauptseite Das Grosse Evangelium des Johannes Band 1 GEJ01-144 Kapitel