DER PSALTER

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(DIE PSALMEN)

1. Kapitel

ERSTES BUCH
Der Weg des Frommen - der Weg des Gottlosen
1,1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 1,2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!

1,3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

1,4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. 1,5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gerichtnoch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. 1,6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.


2. Kapitel

Gottes Sieg und die Herrschaft seines Sohnes
2,1 Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich? 2,2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren halten Rat miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten: «2,3 Lasset uns zerreissen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!»

2,4 Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. 2,5 Einst wird er mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken: «2,6 Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.» 2,7 Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. Er hat zu mir gesagt: «Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. 2,8 Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. 2,9 Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeissen. »

2,10 So seid nun verständig, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter auf Erden! 2,11 Dienet dem HERRN mit Furcht und küsst seine Füsse mit Zittern, 2,12 dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Wohl allen, die auf ihn trauen!


3. Kapitel

Morgenlied in böser Zeit
3,1 EIN PSALM DAVIDS, ALS ER VOR SEINEM SOHN ABSALOM FLOH. 3,2 Ach HERR, wie sind meiner Feinde so viel und erheben sich so viele gegen mich! 3,3 Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. SELA. 3,4 Aber du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.

3,5 Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN, so erhört er mich von seinem heiligen Berge. SELA. 3,6 Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR hält mich. 3,7 Ich fürchte mich nicht vor vielen Tausenden, die sich ringsum wider mich legen.

3,8 Auf, HERR, und hilf mir, mein Gott! Denn du schlägst alle meine Feinde auf die Backe und zerschmetterst der Gottlosen Zähne. 3,9 Bei dem HERRN findet man Hilfe.Dein Segen komme über dein Volk! SELA.


4. Kapitel

Ein Abendgebet
4,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL. 4,2 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet! 4,3 Ihr Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern! SELA. 4,4 Erkennet doch, dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe. 4,5 Zürnet ihr, so sündiget nicht; redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille. SELA. 4,6 Opfert, was recht ist, und hoffet auf den HERRN. 4,7 Viele sagen: «Wer wird uns Gutes sehen lassen?» HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes! 4,8 Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben. 4,9 Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.


5. Kapitel

Gebet um Leitung und Bewahrung
5,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, ZUM FLÖTENSPIEL. 5,2 HERR, höre meine Worte, merke auf mein Reden! 5,3 Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will zu dir beten. 5,4 HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken. 5,5 Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. 5,6 Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern. 5,7 Du bringst die Lügner um; dem HERRN sind ein Greuel die Blutgierigen und Falschen. 5,8 Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine grosse Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.

5,9 HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg! 5,10 Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches;ihr Inneres ist Bosheit. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie. 5,11 Sprich sie schuldig, Gott, dass sie zu Fall kommen durch ihre Ränke. Stosse sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie sind widerspenstig gegen dich. 5,12 Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! 5,13 Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.


6. Kapitel

Bussgebet in Anfechtung (Der erste Busspsalm)
6,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL AUF ACHT SAITEN. 6,2 Ach HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm! 6,3 HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR, denn meine Gebeine sind erschrocken 6,4 und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach du, HERR, wie lange!

6,5 Wende dich, HERR, und errette mich, hilf mir um deiner Güte willen! 6,6 Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; wer wird dir bei den Toten danken? 6,7 Ich bin so müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht und netze mit meinen Tränen mein Lager. 6,8 Mein Auge ist trübe geworden vor Gram und matt, weil meiner Bedränger so viele sind.

6,9 Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HERR hört mein Weinen. 6,10 Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an. 6,11 Es sollen alle meine Feinde zuschanden werden und sehr erschrecken; sie sollen umkehren und zuschanden werden plötzlich.


7. Kapitel

Gebet eines unschuldig Verfolgten
7,1 EIN KLAGELIED DAVIDS, DAS ER DEM HERRN SANG WEGEN DER WORTE DES KUSCH, DES BENJAMINITERS. 7,2 Auf dich, HERR, mein Gott, traue ich! Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich, 7,3 dass sie nicht wie Löwen mich packen und zerreissen, weil kein Retter da ist.

7,4 HERR, mein Gott, hab ich solches getan und ist Unrecht an meinen Händen, 7,5 hab ich Böses vergolten denen, die friedlich mit mir lebten, oder geschädigt, die mir ohne Ursache feind waren, 7,6 so verfolge mich der Feind und ergreife mich und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub. SELA. 7,7 Steh auf, HERR, in deinem Zorn, erhebe dich wider den Grimm meiner Feinde! Wache auf, mir zu helfen,der du Gericht verordnet hast, 7,8 so werden die Völker sich um dich sammeln; du aber throne über ihnen in der Höhe!

7,9 Der HERR ist Richter über die Völker. Schaffe mir Recht, HERR, nach meiner Gerechtigkeit und Unschuld! 7,10 Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen, aber die Gerechten lass bestehen; denn du, gerechter Gott,prüfest Herzen und Nieren. 7,11 Gott ist der Schild über mir, er, der den frommen Herzen hilft. 7,12 Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich strafen kann.

7,13 Wahrlich, wieder hat einer sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannt und zielt. 7,14 Doch sich selber hat er tödliche Waffen gerüstet und feurige Pfeile bereitet. 7,15 Siehe, er hat Böses im Sinn, mit Unrecht ist er schwanger und wird Lüge gebären. 7,16 Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt - und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat. 7,17 Sein Unrecht wird auf seinen Kopf kommen und sein Frevel auf seinen Scheitel fallen.

7,18 Ich danke dem HERRN um seiner Gerechtigkeit willen und will loben den Namen des HERRN, des Allerhöchsten.


8. Kapitel

Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Menschen
8,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT. 8,2 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel! 8,3 Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. 8,4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 8,5 was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? 8,6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. 8,7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füsse getan: 8,8 Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, 8,9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.

8,10 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!


9. Kapitel

Danklied für Rettung aus Bedrängnis
9,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «SCHÖNE JUGEND». 9,2 Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. 9,3 Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster, 9,4 dass meine Feinde zurückweichen mussten; sie sind gestürzt und umgekommen vor dir.

9,5 Denn du führst mein Recht und meine Sache, du sitzest auf dem Thron, ein rechter Richter. 9,6 Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um; ihren Namen vertilgst du auf immer und ewig. 9,7 Der Feind ist vernichtet, zertrümmert für immer, die Städte hast du zerstört; jedes Gedenken an sie ist vergangen.

9,8 Der HERR aber bleibt ewiglich; er hat seinen Thron bereitet zum Gericht, 9,9 er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker regieren, wie es recht ist. 9,10 Der HERR ist des Armen Schutz,ein Schutz in Zeiten der Not. 9,11 Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HERR, suchen. 9,12 Lobet den HERRN, der zu Zion wohnt; verkündigt unter den Völkern sein Tun! 9,13 Denn der nach Blutschuld fragt, gedenkt der Elenden und vergisst nicht ihr Schreien.

9,14 HERR, sei mir gnädig; sieh an mein Elend unter meinen Feinden, der du mich erhebst aus den Toren des Todes, 9,15 dass ich erzähle all deinen Ruhm, in den Toren der Tochter Zion fröhlich sei über deine Hilfe. 9,16 Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie gegraben, ihr Fuss ist gefangen im Netz, das sie gestellt hatten. 9,17 Der HERR hat sich kundgetan und Gericht gehalten. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände. ZWISCHENSPIEL. SELA.

9,18 Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren, alle Heiden, die Gott vergessen! 9,19 Denn er wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein. 9,20 HERR, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen; lass alle Heiden vor dir gerichtet werden! 9,21 Lege, HERR, einen Schrecken auf sie, dass die Heiden erkennen, dass sie Menschen sind. SELA.


10. Kapitel

Klage und Zuversicht beim Übermut der Gottlosen
10,1 HERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not? 10,2 Weil der Gottlose Übermut treibt, müssen die Elenden leiden; sie werden gefangen in den Ränken, die er ersann. 10,3 Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und der Habgierige sagt dem HERRN ab und lästert ihn. 10,4 Der Gottlose meint in seinem Stolz, Gott frage nicht danach. «Es ist kein Gott» sind alle seine Gedanken. 10,5 Er fährt fort in seinem Tun immerdar. Deine Gerichte sind ferne von ihm, er handelt gewaltsam an allen seinen Feinden. 10,6 Er spricht in seinem Herzen: «Ich werde nimmermehr wanken, es wird für und für keine Not haben. »a 10,7 Sein Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug; seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an. 10,8 Er sitzt und lauert in den Höfen, er mordet die Unschuldigen heimlich, seine Augen spähen nach den Armen. 10,9 Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht, er lauert, dass er den Elenden fange; er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz. 10,10 Er duckt sich, kauert nieder, und durch seine Gewalt fallen die Unglücklichen. 10,11 Er spricht in seinem Herzen: «Gott hat's vergessen, er hat sein Antlitz verborgen, er wird's nimmermehr sehen. »

10,12 Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiss die Elenden nicht! 10,13 Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: «Du fragst doch nicht danach?» 10,14 Du siehst es doch, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlen es dir; du bist der Waisen Helfer. 10,15 Zerbrich den Arm des Gottlosen und Bösen und suche seine Bosheit heim, dass man nichts mehr davon finde.

10,16 Der HERR ist König immer und ewig; die Heiden sollen aus seinem Lande verschwinden. 10,17 Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR; du machst ihr Herz gewiss, dein Ohr merkt darauf, 10,18 dass du Recht schaffest den Waisen und Armen,dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.


11. Kapitel

Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit
11,1 VON DAVID, VORZUSINGEN. Ich traue auf den HERRN. Wie sagt ihr denn zu mir: «Flieh wie ein Vogel auf die Berge! 11,2 Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehnen, damit heimlich zu schiessen auf die Frommen. 11,3 Ja, sie reissen die Grundfesten um; was kann da der Gerechte ausrichten?»

11,4 Der HERR ist in seinem heiligen Tempel, des HERRN Thron ist im Himmel. Seine Augen sehen herab, seine Blicke prüfen die Menschenkinder. 11,5 Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen; wer Unrecht liebt, den hasst seine Seele. 11,6 Er wird regnen lassen über die Gottlosen Feuer und Schwefel und Glutwind ihnen zum Lohne geben.

11,7 Denn der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb. Die Frommen werden schauen sein Angesicht.


12. Kapitel

12,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, AUF ACHT SAITEN. 12,2 Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, und gläubig sind wenige unter den Menschenkindern. 12,3 Einer redet mit dem andern Lug und Trug, sie heucheln und reden aus zwiespältigem Herzen.

12,4 Der HERR wolle ausrotten alle Heucheleiund die Zunge, die hoffärtig redet, 12,5 die da sagen: «Durch unsere Zunge sind wir mächtig, uns gebührt zu reden! Wer ist unser Herr?»

«12,6 Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen», spricht der HERR, «ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt. »

12,7 Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal. 12,8 Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich! 12,9 Denn Gottlose gehen allenthalben einher, weil Gemeinheit herrscht unter den Menschenkindern.


13. Kapitel

Hilferuf eines Angefochtenen
13,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 13,2 HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?a 13,3 Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?

13,4 Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe, 13,5 dass nicht mein Feind sich rühme, er sei meiner mächtig geworden, und meine Widersacher sich freuen, dass ich wanke.

13,6 Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst. Ich will dem HERRN singen, dass er so wohl an mir tut.


14. Kapitel

Die Torheit der Gottlosen (vgl. Ps 53)
14,1 VON DAVID, VORZUSINGEN. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: «Es ist kein Gott. » Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Greuel; da ist keiner, der Gutes tut. 14,2 Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. 14,3 Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

14,4 Will denn das keiner der Übeltäter begreifen, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, aber den HERRN rufen sie nicht an? 14,5 Da erschrecken sie sehr; denn Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten. 14,6 Euer Anschlag wider den Armen wird zuschanden werden; denn der HERR ist seine Zuversicht.

14,7 Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und der HERR sein gefangenes Volk erlöste!So würde Jakob fröhlich sein und Israel sich freuen.


15. Kapitel

15,1 EIN PSALM DAVIDS. HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?

15,2 Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, und die Wahrheit redet von Herzen, 15,3 wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, wer seinem Nächsten nichts Arges tut und seinen Nachbarn nicht schmäht; 15,4 wer die Verworfenen für nichts achtet, aber ehrt die Gottesfürchtigen; wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet; 15,5 wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen.

Wer das tut, wird nimmermehr wanken.


16. Kapitel

Das schöne Erbteil
16,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS. Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. 16,2 Ich habe gesagt zu dem HERRN: Du bist ja der Herr! Ich weiss von keinem Gut ausser dir. 16,3 An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen hab ich all mein Gefallen. 16,4 Aber jene, die einem andern nachlaufen, werden viel Herzeleid haben. Ich will das Blut ihrer Trankopfer nicht opfern noch ihren Namen in meinem Munde führen.

16,5 Der HERR ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mir mein Erbteil. 16,6 Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land;mir ist ein schönes Erbteil geworden. 16,7 Ich lobe den HERRN, der mich beraten hat;auch mahnt mich mein Herz des Nachts. 16,8 Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben. 16,9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein Leib wird sicher liegen. 16,10 Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassenund nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe.* *Luther übersetzte: «dass dein Heiliger verwese» im Anschluss an die griechische Übersetzung des Alten Testaments und Apg 2,27 und 13, 35. 16,11 Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.


17. Kapitel

Hilferuf eines Unschuldigen
17,1 EIN GEBET DAVIDS. HERR, höre die gerechte Sache, merk auf mein Schreien, vernimm mein Gebet von Lippen, die nicht trügen. 17,2 Sprich du in meiner Sache; deine Augen sehen, was recht ist. 17,3 Du prüfst mein Herz und suchst es heim bei Nacht; du läuterst mich und findest nichts. Ich habe mir vorgenommen, dass mein Mund sich nicht vergehe. 17,4 Im Treiben der Menschen bewahre ich mich vor gewaltsamen Wegen durch das Wort deiner Lippen. 17,5 Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen, dass meine Tritte nicht gleiten.

17,6 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede! 17,7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen gegenüber denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben. 17,8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge,beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel 17,9 vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, vor meinen Feinden, die mir von allen Seiten nach dem Leben trachten. 17,10 Ihr Herz haben sie verschlossen, mit ihrem Munde reden sie stolz. 17,11 Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns;ihre Augen richten sie darauf, dass sie uns zu Boden stürzen, 17,12 gleichwie ein Löwe, der nach Raub lechzt, wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt.

17,13 HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn! Errette mich vor dem Gottlosen mit deinem Schwert, 17,14 vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand, vor den Leuten dieser Welt, die ihr Teil haben schon im Leben, denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern, deren Söhne auch noch satt werden und ihren Kindern ein Übriges hinterlassen.

17,15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.


18. Kapitel

Dank des Königs für Rettung und Sieg (vgl. 2. Sam 22)
18,1 VON DAVID, DEM KNECHT DES HERRN, DER ZUM HERRN DIE WORTE DIESES LIEDES REDETE, ALS IHN DER HERR ERRETTET HATTE VON DER HAND ALLER SEINER FEINDE UND VON DER HAND SAULS; VORZUSINGEN. 18,2 Und er sprach: Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! 18,3 HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz! 18,4 Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten, so werde ich vor meinen Feinden errettet.

18,5 Es umfingen mich des Todes Bande, und die Fluten des Verderbens erschreckten mich. 18,6 Des Totenreichs Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich. 18,7 Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.

18,8 Die Erde bebte und wankte, und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war. 18,9 Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrend Feuer aus seinem Munde; Flammen sprühten von ihm aus. 18,10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füssen. 18,11 Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes. 18,12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt;in schwarzen, dicken Wolken war er verborgen. 18,13 Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen. 18,14 Der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste liess seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen. 18,15 Er schoss seine Pfeile und streute sie aus, sandte Blitze in Menge und jagte sie dahin. 18,16 Da sah man die Tiefen der Wasser, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt vor deinem Schelten, HERR, vor dem Odem und Schnauben deines Zornes.

18,17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich und zog mich aus grossen Wassern. 18,18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren; 18,19 sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks; aber der HERR ward meine Zuversicht. 18,20 Er führte mich hinaus ins Weite, er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

18,21 Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände. 18,22 Denn ich halte die Wege des HERRN und bin nicht gottlos wider meinen Gott. 18,23 Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir, 18,24 sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Schuld. 18,25 Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. 18,26 Gegen die Heiligen bist du heilig, und gegen die Treuen bist du treu, 18,27 gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du verkehrt. 18,28 Denn du hilfst dem elenden Volk, aber stolze Augen erniedrigst du. 18,29 Ja, du machst hell meine Leuchte, der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht. 18,30 Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagenund mit meinem Gott über Mauern springen. 18,31 Gottes Wege sind vollkommen, die Worte des HERRN sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

18,32 Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR, oder ein Fels, wenn nicht unser Gott? 18,33 Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel. 18,34 Er macht meine Füsse gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhen. 18,35 Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm den ehernen Bogen spannen. 18,36 Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärkt mich, und deine Huld macht mich gross. * *Luther übersetzte: «Und wenn du mich demütigst, machst du mich gross. » 18,37 Du gibst meinen Schritten weiten Raum,dass meine Knöchel nicht wanken.

18,38 Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe. 18,39 Ich will sie zerschmettern, dass sie nicht mehr aufstehen können; sie müssen unter meine Füsse fallen. 18,40 Du rüstest mich mit Stärke zum Streit; du wirfst unter mich, die sich gegen mich erheben. 18,41 Du treibst meine Feinde in die Flucht, dass ich vernichte, die mich hassen. 18,42 Sie rufen - aber da ist kein Helfer - zum HERRN, aber er antwortet ihnen nicht. 18,43 Ich will sie zerstossen zu Staub vor dem Winde, ich werfe sie weg wie Unrat auf die Gassen. 18,44 Du hilfst mir aus dem Streit des Volkes und machst mich zum Haupt über Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. 18,45 Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren; Söhne der Fremde müssen mir huldigen. 18,46 Die Söhne der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren Burgen.

18,47 Der HERR lebt! Gelobt sei mein Fels! Der Gott meines Heils sei hoch erhoben, 18,48 der Gott, der mir Vergeltung schafft und zwingt die Völker unter mich, 18,49 der mich errettet von meinen Feinden. Du erhöhst mich über die, die sich gegen mich erheben; du hilfst mir von den Frevlern.

18,50 Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden und deinem Namen lobsingen, 18,51 der seinem Könige grosses Heil gibt und Gnade erweist seinem Gesalbten, David, und seinem Hause ewiglich.


19. Kapitel

Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung und in seinem Gesetz
19,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 19,2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. 19,3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern, 19,4 ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. 19,5 Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt.

Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; 19,6 sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn. 19,7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an sein Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

19,8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. 19,9 Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 19,10 Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind Wahrheit, allesamt gerecht. 19,11 Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süsser als Honig und Honigseim.

19,12 Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat grossen Lohn. 19,13 Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! 19,14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und rein bleiben von grosser Missetat.

19,15 Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.


20. Kapitel

Gebet des Volkes für seinen König in Kriegsnot
20,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 20,2 Der HERR erhöre dich in der Not, der Name des Gottes Jakobs schütze dich! 20,3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stärke dich aus Zion! 20,4 Er gedenke all deiner Speisopfer, und dein Brandopfer sei ihm angenehm! SELA. 20,5 Er gebe dir, was dein Herz begehrt, und erfülle alles, was du vorhast! 20,6 Dann wollen wir jubeln, weil er dir hilft; im Namen unsres Gottes erheben wir das Banner. Der HERR gewähre dir alle deine Bitten!

20,7 Nun weiss ich, dass der HERR seinem Gesalbten hilft und ihn erhört von seinem heiligen Himmel, seine rechte Hand hilft mit Macht. 20,8 Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes. 20,9 Sie sind niedergestürzt und gefallen, wir aber stehen und halten stand.

20,10 Hilf, HERR, du König! Er wird uns erhören, wenn wir rufen.


21. Kapitel

Gottes Hilfe für den König!
21,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 2 HERR, der König freut sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe! 21,2 Du erfüllst ihm seines Herzens Wunsch und verweigerst nicht, was sein Mund bittet. SELA. 21,3 Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt. 21,4 Er bittet dich um Leben; du gibst es ihm, langes Leben für immer und ewig. 21,5 Er hat grosse Herrlichkeit durch deine Hilfe; Pracht und Hoheit legst du auf ihn. 21,6 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich,du erfreust ihn mit Freude vor deinem Antlitz.

21,7 Denn der König hofft auf den HERRN und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. 21,8 Deine Hand wird finden alle deine Feinde, deine Rechte wird finden, die dich hassen. 21,9 Du wirst es mit ihnen machen wie im Feuerofen, wenn du erscheinen wirst. Der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen. 21,10 Ihre Nachkommen wirst du tilgen vom Erdbodenund ihre Kinder aus der Zahl der Menschen. 21,11 Denn sie gedachten, dir Übles zu tun, und machten Anschläge, die sie nicht ausführen konnten. 21,12 Denn du wirst machen, dass sie den Rücken kehren; mit deinem Bogen wirst du auf ihr Antlitz zielen.

21,13 HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.


22. Kapitel

Leiden und Herrlichkeit des Gerechten (Jesu Leidenspsalm, vgl. Jes 53; Mt 27,35-46)
22,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE HIRSCHKUH, DIE FRÜH GEJAGT WIRD». 22,2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. 22,3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. 22,4 Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. 22,5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. 22,6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. 22,7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. 22,8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: «22,9 Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm. »

22,10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du liessest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. 22,11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,du bist mein Gott von meiner Mutter Schoss an. 22,12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.

22,13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt. 22,14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reissender Löwe. 22,15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. 22,16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. 22,17 Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füsse durchgraben. 22,18 Ich kann alle meine Knochen zählen; sie aber schauen zu und sehen auf mich herab. 22,19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.

22,20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! 22,21 Errette meine Seele vom Schwert, mein Leben von den Hunden! 22,22 Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern wilder Stiere - du hast mich erhört!*

22,23 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeinde rühmen: 22,24 Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet; ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob, und vor ihm scheuet euch, ihr alle vom Hause Israel! 22,25 Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er's.

22,26 Dich will ich preisen in der grossen Gemeinde, ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten. 22,27 Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. 22,28 Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. 22,29 Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden. 22,30 Ihn allein werden anbeten alle, die in der Erde schlafen; vor ihm werden die Knie beugen alle, die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten. 22,31 Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen; vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind. 22,32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird. Denn er hat's getan.


23. Kapitel

Der gute Hirte
23,1 EIN PSALM DAVIDS. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 23,2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 23,3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Strasse um seines Namens willen. 23,4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 23,5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 23,6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.


24. Kapitel

Einzug in das Heiligtum
24,1 EIN PSALM DAVIDS. Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 24,2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.

24,3 Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? 24,4 Wer unschuldige Hände hat und reines Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört: 24,5 der wird den Segen vom HERRN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles. 24,6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. SELA.

24,7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt* hoch, dass der König der Ehre einziehe!a 24,8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. 24,9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! 24,10 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre. SELA.


25. Kapitel

Gebet um Gottes Vergebung und Leitung
25,1 VON DAVID. Nach dir, HERR, verlanget mich. 25,2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich. 25,3 Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.

25,4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige! 25,5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. 25,6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 25,7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen! 25,8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg. 25,9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg. 25,10 Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten. 25,11 Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die so gross ist!

25,12 Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll. 25,13 Er wird im Guten wohnen, und sein Geschlecht wird das Land besitzen. 25,14 Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen. 25,15 Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuss aus dem Netze ziehen.

25,16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. 25,17 Die Angst meines Herzens ist gross; führe mich aus meinen Nöten! 25,18 Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden! 25,19 Sieh, wie meiner Feinde so viel sind und zu Unrecht mich hassen. 25,20 Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich! 25,21 Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten;denn ich harre auf dich. 25,22 Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!


26. Kapitel

Bekenntnis und Bitte eines Unschuldigen
26,1 VON DAVID. HERR, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! Ich hoffe auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen. 26,2 Prüfe mich, HERR, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz!

26,3 Denn deine Güte ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. 26,4 Ich sitze nicht bei heillosen Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen. 26,5 Ich hasse die Versammlung der Boshaftenund sitze nicht bei den Gottlosen. 26,6 Ich wasche meine Hände in Unschuld und halte mich, HERR, zu deinem Altar, 26,7 dir zu danken mit lauter Stimme und zu verkündigen alle deine Wunder. 26,8 HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

26,9 Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündernnoch mein Leben mit den Blutdürstigen, 26,10 an deren Händen Schandtat klebt und die gern Geschenke nehmen. 26,11 Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld. Erlöse mich und sei mir gnädig! 26,12 Mein Fuss steht fest auf rechtem Grund. Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.


27. Kapitel

27,1 VON DAVID. Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? 27,2 Wenn die Übeltäter an mich wollen, um mich zu verschlingen, meine Widersacher und Feinde, sollen sie selber straucheln und fallen. 27,3 Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.

27,4 Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN* und seinen Tempel zu betrachten. 27,5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. 27,6 Und nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, die um mich her sind; darum will ich Lob opfern in seinem Zelt,ich will singen und Lob sagen dem HERRN.

27,7 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe;sei mir gnädig und erhöre mich! 27,8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: «Ihr sollt mein Antlitz suchen. » Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. 27,9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstosse nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil! 27,10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf.

27,11 HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen. 27,12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht ohne Scheu. 27,13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. 27,14 Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!


28. Kapitel

Bitte um Verschonung - Dank für Errettung
28,1 VON DAVID. Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Fels, so schweige doch nicht, dass ich nicht, wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren. 28,2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Tempel. 28,3 Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen. 28,4 Gib ihnen nach ihrem Tun und nach ihren bösen Taten; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, wie sie es verdienen. 28,5 Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HERRN noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie niederreissen und nicht wieder aufbauen.

28,6 Gelobt sei der HERR; denn er hat erhörtdie Stimme meines Flehens. 28,7 Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.

28,8 Der HERR ist seines Volkes Stärke, Hilfe und Stärke für seinen Gesalbten. 28,9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!


29. Kapitel

Der grosse Lobpreis der Herrlichkeit Gottes
29,1 EIN PSALM DAVIDS. Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke!a 29,2 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, betet an den HERRN in heiligem Schmuck! 29,3 Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern, der Gott der Ehre donnert, der HERR, über grossen Wassern. 29,4 Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht, die Stimme des HERRN ergeht herrlich. 29,5 Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon. 29,6 Er lässt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, den Sirjon wie einen jungen Wildstier. 29,7 Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen; 29,8 die Stimme des HERRN lässt die Wüste erbeben; der HERR lässt erbeben die Wüste Kadesch. 29,9 Die Stimme des HERRN lässt Eichen wirbeln* und reisst Wälder kahl. In seinem Tempel ruft alles: «Ehre!» *Luther übersetzte nach anderer Überlieferung: «erregt die Hinden».

29,10 Der HERR hat seinen Thron über der Flut; der HERR bleibt ein König in Ewigkeit. 29,11 Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden.


30. Kapitel

Dank für Rettung aus Todesnot
30,1 EIN PSALM DAVIDS, EIN LIED ZUR EINWEIHUNG DES TEMPELS. 30,2 Ich preise dich, HERR; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen. 30,3 HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund. 30,4 HERR, du hast mich von den Toten heraufgeholt; du hast mich am Leben erhalten, aber sie mussten in die Grube fahren.

30,5 Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen, und preiset seinen heiligen Namen! 30,6 Denn sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.

30,7 Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. 30,8 Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen hattest du mich auf einen hohen Fels gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. 30,9 Zu dir, HERR, rief ich, und zum Herrn flehte ich: 30,10 Was nützt dir mein Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen? 30,11 HERR, höre und sei mir gnädig!HERR, sei mein Helfer!

30,12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet, 30,13 dass ich dir lobsinge und nicht stille werde.HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.


31. Kapitel

In Gottes Händen geborgen
31,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 31,2 HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! 31,3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 31,4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 31,5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. 31,6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott. Luk 23,46

31,7 Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf den HERRN. 31,8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not 31,9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füsse auf weiten Raum.

31,10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. 31,11 Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummerund meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. 31,12 Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. 31,13 Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäss. 31,14 Denn ich höre, wie viele über mich lästern: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen.

31,15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! 31,16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. 31,17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! 31,18 HERR, lass mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen. 31,19 Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.

31,20 Wie gross ist deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen! 31,21 Du birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute, du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.

31,22 Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. 31,23 Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstossen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.

31,24 Liebet den HERRN, alle seine Heiligen!Die Gläubigen behütet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. 31,25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!


32. Kapitel

Vom Segen der Sündenvergebung (Der zweite Busspsalm)
32,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! 32,2 Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!

32,3 Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. 32,4 Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. SELA. 32,5 Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. SELA.

32,6 Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst. Darum, wenn grosse Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen. 32,7 Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann. SELA. «32,8 Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. » 32,9 Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind, denen man Zaum und Gebiss anlegen muss; sie werden sonst nicht zu dir kommen.

32,10 Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen. 32,11 Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen.


33. Kapitel

Ein Loblied auf Gottes Allmacht und Hilfe
33,1 Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen. 33,2 Danket dem HERRN mit Harfen; lobsinget ihm zum Psalter von zehn Saiten! 33,3 Singet ihm ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall! 33,4 Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss. 33,5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Güte des HERRN.

33,6 Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes. 33,7 Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und sammelt in Kammern die Fluten. 33,8 Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. 33,9 Denn wenn er spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da. 33,10 Der HERR macht zunichte der Heiden Rat und wehrt den Gedanken der Völker. 33,11 Aber der Ratschluss des HERRN bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. 33,12 Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! 33,13 Der HERR schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder. 33,14 Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen. 33,15 Er lenkt ihnen allen das Herz, er gibt acht auf alle ihre Werke. 33,16 Einem König hilft nicht seine grosse Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine grosse Kraft. 33,17 Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen; und ihre grosse Stärke errettet nicht. 33,18 Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, 33,19 dass er sie errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot.

33,20 Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild. 33,21 Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. 33,22 Deine Güte, HERR, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.


34. Kapitel

Unter Gottes Schutz
34,1 VON DAVID, ALS ER SICH WAHNSINNIG STELLTE VOR ABIMELECH UND DIESER IHN VON SICH TRIEB UND ER WEGGING. 34,2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 34,3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen. 34,4 Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

34,5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. 34,6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. 34,7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. 34,8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. 34,9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! 34,10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 34,11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

34,12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. 34,13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? 34,14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. 34,15 Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!

34,16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. 34,17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. 34,18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. 34,19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 34,20 Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. 34,21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines zerbrochen wird. 34,22 Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. 34,23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.


35. Kapitel

Gebet um Errettung von boshaften Feinden
35,1 VON DAVID. HERR, führe meine Sache wider meine Widersacher, bekämpfe, die mich bekämpfen! 35,2 Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen! 35,3 Zücke Speer und Streitaxt wider meine Verfolger! Sprich zu mir: Ich bin deine Hilfe! 35,4 Es sollen sich schämen und zum Spott werden, die mir nach dem Leben trachten; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mein Unglück wollen. 35,5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN stosse sie weg. 35,6 Ihr Weg soll finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie. 35,7 Denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz gestellt, ohne Grund mir eine Grube gegraben.

35,8 Unversehens soll ihn Unheil überfallen; sein Netz, das er gestellt hat, fange ihn selber, zum eigenen Unheil stürze er hinein. 35,9 Aber meine Seele soll sich freuen des HERRN und fröhlich sein über seine Hilfe. 35,10 Alle meine Gebeine sollen sagen: HERR, wer ist dir gleich? Der du den Elenden rettest vor dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen vor seinen Räubern.

35,11 Es treten falsche Zeugen auf; sie fordern von mir, wovon ich nichts weiss. 35,12 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, um mich in Herzeleid zu bringen. 35,13 Ich aber zog einen Sack an, wenn sie krank waren, tat mir wehe mit Fasten und betete immer wieder von Herzen. 35,14 Als wäre es mein Freund und Bruder, so ging ich einher; wie einer Leid trägt über seine Mutter, so beugte ich mich in Trauer. 35,15 Sie aber freuen sich, wenn ich wanke, und rotten sich zusammen; sie rotten sich heimlich zum Schlag wider mich, sie lästern und hören nicht auf. 35,16 Sie lästern und spotten immerfort und knirschen wider mich mit ihren Zähnen.

35,17 Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele vor ihrem Unheil, mein Leben vor den jungen Löwen! 35,18 Ich will dir danken in grosser Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen. 35,19 Lass sich nicht über mich freuen, die mir zu Unrecht feind sind; lass nicht mit den Augen spotten, die mich ohne Grund hassen! 35,20 Denn sie reden nicht, was zum Frieden dient,und ersinnen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande. 35,21 Sie sperren das Maul weit auf wider mich und sprechen: «Da, da, wir haben es gesehen!» 35,22 HERR, du hast es gesehen, schweige nicht; HERR, sei nicht ferne von mir! 35,23 Wache auf, werde wach, mir Recht zu schaffenund meine Sache zu führen, mein Gott und Herr! 35,24 HERR, mein Gott, verhilf mir zum Recht nach deiner Gerechtigkeit, dass sie sich nicht über mich freuen. 35,25 Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: «Da, da! das wollten wir. » Lass sie nicht sagen: «Wir haben ihn verschlungen. »

35,26 Sie sollen sich schämen und zuschanden werden, alle, die sich meines Unglücks freuen; sie sollen in Schmach und Schande sich kleiden, die sich wider mich rühmen. 35,27 Jubeln und freuen sollen sich, die mir gönnen, dass ich recht behalte, und immer sagen: Der HERR sei hoch gelobt, der seinem Knecht so wohl will! 35,28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.


36. Kapitel

Der Reichtum der Güte Gottes
36,1 VON DAVID, DEM KNECHT DES HERRN, VORZUSINGEN. 36,2 Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben im Grund ihres Herzens. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen. 36,3 Und doch hat Gott den Weg vor ihnen geebnet, um ihre Schuld aufzufinden und zu hassen. 36,4 Alle ihre Worte sind falsch und erlogen, verständig und gut handeln sie nicht mehr. 36,5 Sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem bösen Weg und scheuen kein Arges.

36,6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 36,7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die grosse Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 36,8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 36,9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. 36,10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

36,11 Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. 36,12 Lass mich nicht kommen unter den Fuss der Stolzen, und die Hand der Gottlosen vertreibe mich nicht! 36,13 Sieh da, sie sind gefallen, die Übeltäter, sind gestürzt und können nicht wieder aufstehen.


37. Kapitel

Das scheinbare Glück der Gottlosen
37,1 VON DAVID. Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter. 37,2 Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken. 37,3 Hoffe auf den HERRN und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich. 37,4 Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. 37,5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen 37,6 und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. 37,7 Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt. 37,8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust. 37,9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben. 37,10 Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da; und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg. 37,11 Aber die Elenden werden das Land erbenund ihre Freude haben an grossem Frieden.

37,12 Der Gottlose droht dem Gerechten und knirscht mit seinen Zähnen wider ihn. 37,13 Aber der Herr lacht seiner; denn er sieht, dass sein Tag kommt. 37,14 Die Gottlosen ziehen das Schwert und spannen ihren Bogen, dass sie fällen den Elenden und Armen und morden die Frommen. 37,15 Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihr Bogen wird zerbrechen.

37,16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser. 37,17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen, aber der HERR erhält die Gerechten. 37,18 Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben. 37,19 Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit, und in der Hungersnot werden sie genug haben. 37,20 Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie auch sind wie prächtige Auen, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.

37,21 Der Gottlose muss borgen und bezahlt nicht,aber der Gerechte ist barmherzig und kann geben. 37,22 Denn die Gesegneten des HERRN erben das Land; aber die er verflucht, werden ausgerottet. 37,23 Von dem HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, und er hat Gefallen an seinem Wege. 37,24 Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand.

37,25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie den Gerechten verlassen gesehen und seine Kinder um Brot betteln. 37,26 Er ist allezeit barmherzig und leiht gerne, und sein Geschlecht wird zum Segen sein. 37,27 Lass ab vom Bösen und tu Gutes, so bleibst du wohnen immerdar. 37,28 Denn der HERR hat das Recht lieb und verlässt seine Heiligen nicht. Ewiglich werden sie bewahrt, aber das Geschlecht der Gottlosen wird ausgerottet. 37,29 Die Gerechten werden das Land ererben und darin wohnen allezeit.

37,30 Der Mund des Gerechten redet Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht. 37,31 Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht. 37,32 Der Gottlose lauert dem Gerechten auf und gedenkt, ihn zu töten. 37,33 Aber der HERR lässt ihn nicht in seinen Händen und lässt ihn vor Gericht nicht zum Schuldigen werden. 37,34 Harre auf den HERRN und halte dich auf seinem Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbest;du wirst es sehen, dass die Gottlosen ausgerottet werden.

37,35 Ich sah einen Gottlosen, der pochte auf Gewalt und machte sich breit und grünte wie eine Zeder. 37,36 Dann kam ich wieder vorbei; siehe, da war er dahin. Ich fragte nach ihm; doch ward er nirgends gefunden. 37,37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen. 37,38 Die Übertreter aber werden miteinander vertilgt, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet. 37,39 Aber der HERR hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not. 37,40 Und der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.


38. Kapitel

38,1 EIN PSALM DAVIDS, ZUM GEDENK - OPFER. 38,2 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm! 38,3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.

38,4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe wegen deines Drohens und ist nichts Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde. 38,5 Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. 38,6 Meine Wunden stinken und eitern um meiner Torheit willen. 38,7 Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig einher. 38,8 Denn meine Lenden sind ganz verdorrt; es ist nichts Gesundes an meinem Leibe. 38,9 Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen; ich schreie vor Unruhe meines Herzens.

38,10 Herr, du kennst all mein Begehren, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 38,11 Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist auch dahin. 38,12 Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage, und meine Nächsten halten sich ferne. 38,13 Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mein Unglück suchen, bereden, wie sie mir schaden; sie sinnen auf Trug den ganzen Tag. 38,14 Ich bin wie taub und höre nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. 38,15 Ich muss sein wie einer, der nicht hört und keine Widerrede in seinem Munde hat. 38,16 Aber ich harre, HERR, auf dich;du, Herr, mein Gott, wirst erhören. 38,17 Denn ich denke: Dass sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuss wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich. 38,18 Denn ich bin dem Fallen nahe, und mein Schmerz ist immer vor mir.

38,19 So bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner Sünde. 38,20 Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich zu Unrecht hassen, derer sind viele. 38,21 Die mir Gutes mit Bösem vergelten, feinden mich an, weil ich mich an das Gute halte. 38,22 Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir! 38,23 Eile, mir beizustehen, HERR, du meine Hilfe!


39. Kapitel

Bittruf angesichts der menschlichen Vergänglichkeit
39,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN. 39,2 Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Gottlosen vor mir sehen muss. 39,3 Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muss mein Leid in mich fressen. 39,4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich daran denke, brennt es wie Feuer. So rede ich denn mit meiner Zunge:

«39,5 HERR, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss. 39,6 Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. WIE GAR NICHTS SIND ALLE MENSCHEN, DIE DOCH SO SICHER LEBEN! SELA. 39,7 Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einbringen wird. »a

39,8 Nun, Herr, wessen soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 39,9 Errette mich aus aller meiner Sünde und lass mich nicht den Narren zum Spott werden. 39,10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast es getan. 39,11 Wende deine Plage von mir; ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift. 39,12 Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. WIE GAR NICHTS SIND DOCH ALLE MENSCHEN. SELA.

39,13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. 39,14 Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.


40. Kapitel

Dank und Bitte
40,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 40,2 Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. 40,3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füsse auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; 40,4 er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen. 40,5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen!

40,6 HERR, mein Gott, gross sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. 40,7 Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 40,8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: 40,9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern,und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 40,10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der grossen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weisst du. 40,11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der grossen Gemeinde.

40,12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten. 40,13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl.Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt. 40,14 Lass dir's gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, HERR, mir zu helfen! 40,15 Schämen sollen sich und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, mich umzubringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, dir mir mein Unglück gönnen. 40,16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 40,17 Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt! 40,18 Denn ich bin arm und elend: der HERR aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht!


41. Kapitel

Gebet in Krankheit
41,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 41,2 Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit. 41,3 Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde. 41,4 Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit. 41,5 Ich sprach: HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt. 41,6 Meine Feinde reden Arges wider mich: «Wann wird er sterben und sein Name vergehen?» 41,7 Sie kommen, nach mir zu schauen, und meinen's doch nicht von Herzen; sondern sie suchen etwas, dass sie lästern können, gehen hin und tragen's hinaus auf die Gasse. 41,8 Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken Böses über mich: «41,9 Unheil ist über ihn ausgegossen; wer so daliegt, wird nicht wieder aufstehen. » 41,10 Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot ass, tritt mich mit Füssen. 41,11 Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen vergelten.

41,12 Daran merke ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind über mich nicht frohlocken wird. 41,13 Mich aber hältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor dein Angesicht für ewig.

41,14 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen!a


42. Kapitel

ZWEITES BUCH
Verlangen nach Gott aus fremdem Land
42,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN. 42,2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. 42,3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? 42,4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? 42,5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einherzog in grosser Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern. 42,6 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DAss ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND MEIN GOTT IST.

42,7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar. 42,8 Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. 42,9 Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens. 42,10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? 42,11 Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? 42,12 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DAss ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND MEIN GOTT IST.


43. Kapitel

43,1 Gott, schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! 43,2 Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstossen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? 43,3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, 43,4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 43,5 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DAss ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND MEIN GOTT IST.


44. Kapitel

HAT GOTT SEIN VOLK VERSTOssEN?
44,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN. 44,2 Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört, unsre Väter haben's uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, in alten Tagen. 44,3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber hast du eingesetzt; du hast die Völker zerschlagen,sie aber hast du ausgebreitet. 44,4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.

44,5 Du bist es, mein König und mein Gott, der du Jakob Hilfe verheissest. 44,6 Durch dich wollen wir unsre Feinde zu Boden stossen, in deinem Namen niedertreten, die sich gegen uns erheben. 44,7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen; 44,8 sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zuschanden, die uns hassen. 44,9 Täglich rühmen wir uns Gottesund preisen deinen Namen ewiglich. SELA.

44,10 Warum verstössest du uns denn nun und lässest uns zuschanden werden und ziehst nicht aus mit unserm Heer? 44,11 Du lässest uns fliehen vor unserm Feind, dass uns berauben, die uns hassen. 44,12 Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die Heiden. 44,13 Du verkaufst dein Volk um ein Nichts und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen. 44,14 Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind. 44,15 Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, lässt die Völker das Haupt über uns schütteln. 44,16 Täglich ist meine Schmach mir vor Augen, und mein Antlitz ist voller Scham, 44,17 weil ich sie höhnen und lästern höre und muss die Feinde und Rachgierigen sehen.

44,18 Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch dich nicht vergessen, an deinem Bund nicht untreu gehandelt. 44,19 Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Schritt gewichen von deinem Weg, 44,20 dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit Finsternis. 44,21 Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott: 44,22 würde das Gott nicht erforschen? Er kennt ja unsres Herzens Grund. 44,23 Doch um deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe.

44,24 Wache auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoss uns nicht für immer! 44,25 Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unser Elend und unsre Drangsal? 44,26 Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, unser Leib liegt am Boden. 44,27 Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!


45. Kapitel

Lied zur Hochzeit des Königs
45,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN», EIN BRAUTLIED. 45,2 Mein Herz dichtet ein feines Lied, einem König will ich es singen; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers: 45,3 Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, voller Huld sind deine Lippen; wahrlich, Gott hat dich gesegnet für ewig. 45,4 Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, und schmücke dich herrlich! 45,5 Es möge dir gelingen in deiner Herrlichkeit. Zieh einher für die Wahrheit in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen. 45,6 Scharf sind deine Pfeile, dass Völker vor dir fallen; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.

45,7 Gott, dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter. 45,8 Du liebst Gerechtigkeit und hassest gottloses Treiben; darum hat dich der Herr, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen. 45,9 Deine Kleider sind lauter Myrrhe, Aloe und Kassia; aus Elfenbeinpalästen erfreut dich Saitenspiel. 45,10 In deinem Schmuck gehen Töchter von Königen;die Braut steht zu deiner Rechten in Goldschmuck aus Ofir.

45,11 Höre, Tochter, sieh und neige dein Ohr: Vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! 45,12 Den König verlangt nach deiner Schönheit; denn er ist dein Herr, und du sollst ihm huldigen. 45,13 Die Tochter Tyrus kommt mit Geschenken; die Reichen im Volk suchen deine Gunst.

45,14 Die Königstochter ist mit Perlen geschmückt; sie ist mit goldenen Gewändern bekleidet. 45,15 Man führt sie in gestickten Kleidern zum König; Jungfrauen folgen ihr, ihre Gespielinnen führt man zu dir. 45,16 Man führt sie hin mit Freude und Jubel; sie ziehen ein in des Königs Palast.

45,17 An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt. 45,18 Ich will deinen Namen kundmachen von Kind zu Kindeskind; darum werden dir danken die Völker immer und ewig.


46. Kapitel

Ein feste Burg ist unser Gott
46,1 EIN LIED DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «JUNGFRAUEN». 46,2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den grossen Nöten, die uns getroffen haben. 46,3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, 46,4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. SELA. * *Vermutlich stand der Kehrvers von Vers 8 und 12 auch an dieser Stelle. 46,5 Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. * 46,6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. 46,7 Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. 46,8 DER HERR ZEBAOTH IST MIT UNS, DER GOTT JAKOBS IST UNSER SCHUTZ. SELA.

46,9 Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, 46,10 der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spiesse zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. 46,11 Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden. 46,12 DER HERR ZEBAOTH IST MIT UNS, DER GOTT JAKOBS IST UNSER SCHUTZ. SELA.


47. Kapitel

Gott ist König über alle Völker
47,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN. 47,2 Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! 47,3 Denn der HERR, der Allerhöchste, ist heilig, ein grosser König über die ganze Erde. 47,4 Er beugt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füsse. 47,5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er lieb hat. SELA.

47,6 Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Hall der Posaune. 47,7 Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! 47,8 Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!

47,9 Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 47,10 Die Fürsten der Völker sind versammeltals Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben.


48. Kapitel

Gottes Stadt
48,1 EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORACH. 48,2 Gross ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. 48,3 Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, der Gottesberg* fern im Norden, die Stadt des grossen Königs. 48,4 Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz.

48,5 Denn siehe, Könige waren versammeltund miteinander herangezogen. 48,6 Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt. 48,7 Zittern hat sie da erfasst, Angst wie eine Gebärende. 48,8 Du zerbrichst die grossen Schiffe durch den Sturm vom Osten.

48,9 Wie wir es gehört haben, so sehen wir es an der Stadt des HERRN Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich. SELA.

48,10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. 48,11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. 48,12 Dessen freue sich der Berg Zion, und die Töchter Juda seien fröhlich, weil du recht richtest.

48,13 Ziehet um Zion herum und umschreitet es, zählt seine Türme; 48,14 habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste, dass ihr den Nachkommen davon erzählt: 48,15 Wahrlich, das ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist's, der uns führet.


49. Kapitel

Die Herrlichkeit der Reichen ist Trug und Schein
49,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «JUGEND». 49,2 Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben, 49,3 einfache Leute und Herren, reich und arm, miteinander! 49,4 Mein Mund soll Weisheit reden, und was mein Herz sagt, soll verständig sein. 49,5 Ich will einem Spruch mein Ohr neigen und mein Rätselwort kundtun beim Klang der Harfe.

49,6 Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Widersacher umgibt, 49,7 die sich verlassen auf Hab und Gut und pochen auf ihren grossen Reichtum? 49,8 Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben 49,9 - denn es kostet zuviel, ihr Leben auszulösen; er muss davon abstehen ewiglich -, 49,10 damit er immer weiterlebe und die Grube nicht sehe.

49,11 Nein, er wird sehen: auch die Weisen sterben, so wie die Toren und Narren umkommen; sie müssen ihr Gut andern lassen. 49,12 Gräber sind ihr Haus immerdar, ihre Wohnung für und für, und doch hatten sie grosse Ehre auf Erden. 49,13 EIN MENSCH IN SEINER HERRLICHKEIT KANN NICHT BLEIBEN, SONDERN MUss DAVON WIE DAS VIEH.

49,14 Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind, und das Ende aller, denen ihr Gerede so wohl gefällt. SELA. 49,15 Sie liegen bei den Toten wie Schafe, der Tod weidet sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muss vergehen; bei den Toten müssen sie bleiben. 49,16 Aber Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf. SELA.

49,17 Lass es dich nicht anfechten, wenn einer reich wird, wenn die Herrlichkeit seines Hauses gross wird. 49,18 Denn er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren. 49,19 Er freut sich wohl dieses guten Lebens, und man preist dich, wenn es dir gut geht. 49,20 Aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr. 49,21 EIN MENSCH IN SEINER HERRLICHKEIT KANN NICHT BLEIBEN, SONDERN MUss DAVON WIE DAS VIEH.


50. Kapitel

Der rechte Gottesdienst
50,1 EIN PSALM ASAFS. Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. 50,2 Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 50,3 Unser Gott kommt und schweiget nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein mächtiges Wetter. 50,4 Er ruft Himmel und Erde zu, dass er sein Volk richten wolle: «50,5 Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer. » 50,6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Gott selbst ist Richter. SELA.

«50,7 Höre, mein Volk, lass mich reden; Israel, ich will wider dich zeugen: Ich, Gott, bin dein Gott. 50,8 Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an - sind doch deine Brandopfer täglich vor mir. 50,9 Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmennoch Böcke aus deinen Ställen. 50,10 Denn alles Wild im Walde ist mein und die Tiere auf den Bergen zu Tausenden. 50,11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen; und was sich regt auf dem Felde, ist mein. 50,12 Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist. 50,13 Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen wolle oder Blut von Böcken trinken? 50,14 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde 50,15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. »

50,16 Aber zum Gottlosen spricht Gott: «Was hast du von meinen Geboten zu reden und nimmst meinen Bund in deinen Mund, 50,17 da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich? 50,18 Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern. 50,19 Deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit. 50,20 Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du. 50,21 Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.

50,22 Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da! 50,23 Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.»


51. Kapitel

Gott, sei mir Sünder gnädig! (Der vierte Busspsalm)
51,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, 51,2 ALS DER PROPHET NATHAN ZU IHM KAM, NACHDEM ER ZU BATSEBA EINGEGANGEN WAR. 51,3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner grossen Barmherzigkeit. 51,4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; 51,5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. 51,6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. 51,7 Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. 51,8 Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.

51,9 Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneeweiss werde. 51,10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 51,11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. 51,12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. 51,13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 51,14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. 51,15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.

51,16 Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 51,17 Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. 51,18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. 51,19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

51,20 Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 51,21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.


52. Kapitel

Trostpsalm gegen einen Gewalttäter
52,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, 52,2 ALS DOëG, DER EDOMITER, KAM UND ZEIGTE ES SAUL AN UND SPRACH: DAVID IST IN AHIMELECHS HAUS GEKOMMEN. 52,3 Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? 52,4 Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger! 52,5 Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als Rechtes. SELA. 52,6 Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge.

52,7 Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, dich zerschlagen und aus deinem Zelte reissen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. SELA. 52,8 Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner lachen: «52,9 Siehe, das ist der Mann, der nicht auf Gott sein Vertrauen setzte, sondern verliess sich auf seinen grossen Reichtum und war mächtig, Schaden zu tun.»

52,10 Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig. 52,11 Ich will dir danken ewiglich, denn du hast es getan. Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Heiligen,denn du bist gütig.


53. Kapitel

Die Torheit der Gottlosen (vgl. Ps 14)
53,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ. 53,2 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: «Es ist kein Gott. » Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Greuel; da ist keiner, der Gutes tut. 53,3 Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. 53,4 Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

53,5 Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, Gott aber rufen sie nicht an? 53,6 Sie fürchten sich da, wo nichts zu fürchten ist; doch Gott zerstreut die Gebeine derer, die dich bedrängen. Du machst sie zuschanden, denn Gott hat sie verworfen. 53,7 Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangenes Volk erlöste! So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.


54. Kapitel

Hilferuf eines Bedrohten
54,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL, 54,2 ALS DIE MäNNER VON SIF KAMEN UND ZU SAUL SPRACHEN: DAVID HäLT SICH BEI UNS VERBORGEN. 54,3 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Kraft. 54,4 Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes. 54,5 Denn Stolze erheben sich gegen mich, und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. SELA.

54,6 Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben. 54,7 Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten.Vertilge sie um deiner Treue willen! 54,8 So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist. 54,9 Denn du errettest mich aus aller meiner Not, dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.


55. Kapitel

Klage über falsche Brüder
55,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL. 55,2 Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen. 55,3 Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so ruhelos klage und heule, 55,4 da der Feind so schreit und der Gottlose mich bedrängt; denn sie wollen Unheil über mich bringen und sind mir heftig gram. 55,5 Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe,und Todesfurcht ist auf mich gefallen. 55,6 Furcht und Zittern ist über mich gekommen, und Grauen hat mich überfallen. 55,7 Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich wegflöge und Ruhe fände! 55,8 Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen und in der Wüste bleiben. SELA. 55,9 Ich wollte eilen, dass ich entrinne vor dem Sturmwind und Wetter.

55,10 Mache ihre Zunge uneins, Herr, und verwirre sie; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt. 55,11 Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, und Mühsal und Unheil ist drinnen. 55,12 Verderbnis regiert darin, Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen. 55,13 Wenn mein Feind mich schmähte, wollte ich es ertragen; wenn einer, der mich hasst, gross tut wider mich, wollte ich mich vor ihm verbergen. 55,14 Aber nun bist du es, mein Gefährte, mein Freund und mein Vertrauter, 55,15 die wir freundlich miteinander waren, die wir in Gottes Haus gingen inmitten der Menge! 55,16 Der Tod übereile sie, dass sie lebendig zu den Toten fahren; denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

55,17 Ich aber will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen. 55,18 Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen; so wird er meine Stimme hören. 55,19 Er erlöst mich von denen, die an mich wollen, und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich. 55,20 Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibet. SELA. Denn sie werden nicht anders und wollen Gott nicht fürchten. 55,21 Sie legen ihre Hände an ihre Freunde und entheiligen ihren Bund. 55,22 Ihr Mund ist glatter als Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind linder als Öl und sind doch gezückte Schwerter.

55,23 Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen. 55,24 Und du, Gott, wirst sie hinunterstossen in die tiefe Grube. Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.


56. Kapitel

Getrostes Vertrauen in schwerer Not
56,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE STUMME TAUBE UNTER DEN FREMDEN», ALS IHN DIE PHILISTER IN GAT ERGRIFFEN HATTEN. 56,2 Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; täglich bekämpfen und bedrängen sie mich. 56,3 Meine Feinde stellen mir täglich nach; denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut. 56,4 Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich. 56,5 ICH WILL GOTTES WORT RÜHMEN; AUF GOTT WILL ICH HOFFEN UND MICH NICHT FÜRCHTEN. WAS KÖNNEN MIR MENSCHEN TUN?

56,6 Täglich fechten sie meine Sache an; alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun. 56,7 Sie rotten sich zusammen, sie lauern und haben acht auf meine Schritte, wie sie mir nach dem Leben trachten. 56,8 Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Gott, stoss diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

56,9 Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie. 56,10 Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich dich anrufe. Das weiss ich, dass du mein Gott bist. 56,11 ICH WILL RÜHMEN GOTTES WORT; ICH WILL RÜHMEN DES HERRN WORT. 56,12 AUF GOTT HOFFE ICH UND FÜRCHTE MICH NICHT; WAS KÖNNEN MIR MENSCHEN TUN?

56,13 Ich habe dir, Gott, gelobt, dass ich dir danken will. 56,14 Denn du hast mich vom Tode errettet, meine Füsse vom Gleiten, dass ich wandeln kann vor Gott im Licht der Lebendigen.


57. Kapitel

Vertrauensvolle Bitte in der Anfechtung (vgl. Ps 108,2-6)
57,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT», ALS ER VOR SAUL IN DIE HÖHLE FLOH. 57,2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. 57,3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. 57,4 Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. SELA. Gott sende seine Güte und Treue. 57,5 Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spiesse und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. 57,6 ERHEBE DICH, GOTT, ÜBER DEN HIMMEL UND DEINE HERRLICHKEIT ÜBER ALLE WELT!

57,7 Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben - und fallen doch selbst hinein. SELA. 57,8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe. 57,9 Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! 57,10 Herr, ich will dir danken unter den Völkern,ich will dir lobsingen unter den Leuten. 57,11 Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 57,12 ERHEBE DICH, GOTT, ÜBER DEN HIMMEL UND DEINE HERRLICHKEIT ÜBER ALLE WELT!


58. Kapitel

Gott ist noch Richter auf Erden
58,1 EIN GÜLDENS KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT». 58,2 Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder? 58,3 Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande, und eure Hände treiben Frevel. 58,4 Die Gottlosen sind abtrünnig vom Mutterschoss an, die Lügner gehen irre von Mutterleib an. 58,5 Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschliesst, 58,6 dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der gut beschwören kann.

58,7 Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, HERR, das Gebiss der jungen Löwen! 58,8 Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt.Zielen sie mit ihren Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen. 58,9 Sie gehen dahin, wie Wachs zerfliesst, wie eine Fehlgeburt, die die Sonne nicht sieht. 58,10 Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren, reisst alles der brennende Zorn hinweg.

58,11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und wird seine Füsse baden in des Gottlosen Blut; 58,12 und die Leute werden sagen: Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht, ja, Gott ist noch Richter auf Erden.


59. Kapitel

Gebet mitten unter den Feinden
59,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT», ALS SAUL HINSANDTE UND SEIN HAUS BEWACHEN LIEss, UM IHN ZU TÖTEN. 59,2 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden und schütze mich vor meinen Widersachern. 59,3 Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen! 59,4 Denn siehe, HERR, sie lauern mir auf; Starke rotten sich wider mich zusammen ohne meine Schuld und Missetat. 59,5 Ich habe nichts verschuldet; sie aber laufen herzu und machen sich bereit. Erwache, komm herbei und sieh darein! 59,6 Du, HERR, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf und suche heim alle Völker! Sei keinem von ihnen gnädig, die so verwegene Übeltäter sind. SELA.

59,7 Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher. 59,8 Siehe, sie geifern mit ihrem Maul; Schwerter sind auf ihren Lippen: «Wer sollte es hören?» 59,9 Aber du, HERR, wirst ihrer lachen und aller Völker spotten. 59,10 MEINE STäRKE, ZU DIR WILL ICH MICH HALTEN; DENN GOTT IST MEIN SCHUTZ.

59,11 Gott erzeigt mir reichlich seine Güte, Gott lässt mich auf meine Feinde herabsehen. 59,12 Bringe sie nicht um, dass es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild, und stoss sie hinunter! 59,13 Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde; darum sollen sie sich fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen. 59,14 Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie, dass sie nicht mehr da sind! Lass sie innewerden, dass Gott Herrscher ist in Jakob bis an die Enden der Erde. SELA.

59,15 Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher. 59,16 Sie laufen hin und her nach Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.

59,17 Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not. 59,18 MEINE STäRKE, DIR WILL ICH LOBSINGEN; DENN GOTT IST MEIN SCHUTZ, MEIN GNäDIGER GOTT.


60. Kapitel

Gebet des verstossenen Volkes
60,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIE DES ZEUGNIssES», ZUR BELEHRUNG, 60,2 ALS ER MIT DEN ARAMäERN VON MESOPOTAMIEN UND MIT DEN ARAMäERN VON ZOBA KRIEG FÜHRTE; ALS JOAB UMKEHRTE UND DIE EDOMITER IM SALZTAL SCHLUG, ZWÖLFTAUSEND MANN. 60,3 Gott, der du uns verstossen und zerstreut hastund zornig warst, tröste uns wieder; 60,4 der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, heile ihre Risse; denn sie wankt. 60,5 Du liessest deinem Volk Hartes widerfahren, du gabst uns einen Wein zu trinken, dass wir taumelten. 60,6 Du hast doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, damit sie fliehen können vor dem Bogen. SELA. 60,7 Dass deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

60,8 Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen; 60,9 Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist der Schutz meines Hauptes, Juda ist mein Zepter. 60,10 Moab ist mein Waschbecken, meinen Schuh werfe ich auf Edom, Philisterland, jauchze mir zu!

60,11 Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer geleitet mich nach Edom? 60,12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstossen hast und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer? 60,13 Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze. 60,14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.


61. Kapitel

Bitte und Fürbitte aus der Ferne
61,1 VON DAVID , VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL. 61,2 Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! 61,3 Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; denn mein Herz ist in Angst; du wollest mich führen auf einen hohen Felsen. 61,4 Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden. 61,5 Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. SELA. 61,6 Denn du, Gott, hörst mein Gelübde und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fürchten.

61,7 Du wollest dem König langes Leben geben, dass seine Jahre währen für und für, 61,8 dass er immer throne vor Gott.Lass Güte und Treue ihn behüten! 61,9 So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, dass ich meine Gelübde erfülle täglich.


62. Kapitel

Stille zu Gott
62,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN. 62,2 MEINE SEELE IST STILLE ZU GOTT, DER MIR HILFT. 62,3 DENN ER IST MEIN FELS, MEINE HILFE, MEIN SCHUTZ, DAss ICH GEWIss NICHT FALLEN WERDE. 62,4 Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer? 62,5 Sie denken nur, wie sie ihn stürzen, haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. SELA.

62,6 ABER SEI NUR STILLE ZU GOTT, MEINE SEELE; DENN ER IST MEINE HOFFNUNG. 62,7 ER IST MEIN FELS, MEINE HILFE UND MEIN SCHUTZ, DAss ICH NICHT FALLEN WERDE. 62,8 Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott. 62,9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. SELA.

62,10 Aber Menschen sind ja nichts, grosse Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, soviel ihrer sind. 62,11 Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. 62,12 Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein ist mächtig, 62,13 und du, Herr, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er's verdient hat.


63. Kapitel

Sehnsucht nach Gott
63,1 EIN PSALM DAVIDS, ALS ER IN DER WÜSTE JUDA WAR. 63,2 Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist. 63,3 So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit. 63,4 Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich. 63,5 So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.

63,6 Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann; 63,7 wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach. 63,8 Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich. 63,9 Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

63,10 Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben; sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren. 63,11 Sie werden dem Schwert dahingegeben und den Schakalen zur Beute werden. 63,12 Aber der König freut sich in Gott. Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.


64. Kapitel

Bitte um Schutz vor bösen Anschlägen
64,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 64,2 Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feinde. 64,3 Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen, vor dem Toben der Übeltäter, 64,4 die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen, 64,5 dass sie heimlich schiessen auf den Frommen; plötzlich schiessen sie auf ihn ohne alle Scheu.

64,6 Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge und reden davon, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen? 64,7 Sie haben Böses im Sinn und halten's geheim, sind verschlagen und haben Ränke im Herzen.

64,8 Da trifft sie Gott mit dem Pfeil, plötzlich sind sie zu Boden geschlagen. 64,9 Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall, dass ihrer spotten wird, wer sie siehet. 64,10 Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: Das hat Gott getan! und erkennen, dass es sein Werk ist. 64,11 Die Gerechten werden sich des HERRN freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.


65. Kapitel

Danklied für geistlichen und leiblichen Segen
65,1 EIN PSALMLIED DAVIDS, VORZUSINGEN. 65,2 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde. 65,3 Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. 65,4 Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben. 65,5 Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest,dass er in deinen Vorhöfen wohne; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.

65,6 Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer; 65,7 der du die Berge festsetzest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht; 65,8 der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, 65,9 dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

65,10 Du suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässest ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land. 65,11 Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs. 65,12 Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fusstapfen triefen von Segen. 65,13 Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel sind erfüllt mit Jubel. 65,14 Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet.


66. Kapitel

Danklied für Gottes wunderbare Führung
66,1 EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN. Jauchzet Gott, alle Lande! 66,2 Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! 66,3 Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner grossen Macht. 66,4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. SELA.

66,5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. 66,6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie konnten zu Fuss durch den Strom gehen. Darum freuen wir uns seiner. 66,7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. SELA. 66,8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, 66,9 der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füsse nicht gleiten. 66,10 Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird; 66,11 du hast uns in den Turm werfen lassen,du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt, 66,12 du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

66,13 Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine Gelübde erfüllen, 66,14 wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner Not. 66,15 Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. SELA.

66,16 Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat. 66,17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. 66,18 Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört. 66,19 Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen. 66,20 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.


67. Kapitel

Gottes Segen über alle Welt
67,1 EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL. 67,2 Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, -SELA- 67,3 dass man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. 67,4 ES DANKEN DIR, GOTT, DIE VÖLKER, ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.

67,5 Die Völker freuen sich und jauchzen, dass du die Menschen recht richtest und regierst die Völker auf Erden. SELA. 67,6 ES DANKEN DIR, GOTT, DIE VÖLKER, ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.

67,7 Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! 67,8 Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!


68. Kapitel

Der Sieg Gottes
68,1 EIN PSALMLIED DAVIDS, VORZUSINGEN. 68,2 Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. 68,3 Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Gottlosen um vor Gott. 68,4 Die Gerechten aber freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen.

68,5 Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt; er heisst HERR. Freuet euch vor ihm! 68,6 Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, 68,7 ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe; aber die Abtrünnigen lässt er bleiben in dürrem Lande.

68,8 Gott, als du vor deinem Volk herzogst, als du einhergingest in der Wüste, -SELA- 68,9 da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott - am Sinai -, vor Gott, dem Gott Israels. 68,10 Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen, und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du, 68,11 dass deine Herde darin wohnen konnte. Gott, du labst die Elenden in deiner Güte. 68,12 Der Herr gibt ein Wort - der Freudenbotinnen ist eine grosse Schar -:* *Luther übersetzte: «Der Herr gibt das Wort mit grossen Scharen Evangelisten.» 68,13 Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen, und die Frauen teilen die Beute aus. 68,14 Wenn ihr zu Felde liegt, glänzt es wie Flügel der Tauben, die wie Silber und Gold schimmern. 68,15 Als der Allmächtige dort Könige zerstreute, damals fiel Schnee auf dem Zalmon. 68,16 Ein Gottesberg ist Baschans Gebirge, ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist Baschans Gebirge. 68,17 Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, auf den Berg, wo es Gott gefällt zu wohnen? Ja, dort wird der HERR immerdar wohnen. 68,18 Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend; der Herr zieht ein ins Heiligtum vom Sinai her. 68,19 Du bist aufgefahren zur Höheund führtest Gefangne gefangen; du hast Gaben empfangen unter den Menschen; auch die Abtrünnigen müssen sich, Gott, vor dir bücken.

68,20 Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. SELA. 68,21 Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN, der vom Tode errettet. 68,22 Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern, den Schädel der Gottlosen, die da fortfahren in ihrer Sünde. 68,23 Der Herr hat gesagt: Aus Baschan will ich sie wieder holen, aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen, 68,24 dass du deinen Fuss im Blut der Feinde badest und deine Hunde es lecken.

68,25 Man sieht, Gott, wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum. 68,26 Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute, in der Mitte die Jungfrauen, die da Pauken schlagen. «68,27 Lobet Gott in den Versammlungen, den HERRN, die ihr von Israel herstammt.» 68,28 Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran, die Fürsten Judas mit ihren Scharen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.

68,29 Entbiete, Gott, deine Macht, die Macht, Gott, die du an uns bewiesen hast 68,30 von deinem Tempel her; um Jerusalems willen werden dir Könige Geschenke bringen. 68,31 Bedrohe das Tier im Schilf, die Rotte der Mächtigen, die Gebieter der Völker; tritt nieder, die das Silber lieb haben, zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen. 68,32 Aus Ägypten werden Gesandte kommen; Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.

68,33 Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem Herrn! SELA. 68,34 Er fährt einher durch die Himmel, die von Anbeginn sind. Siehe, er lässt seine Stimme erschallen, eine gewaltige Stimme. 68,35 Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel und seine Macht in den Wolken. 68,36 Wundersam ist Gott in seinem Heiligtum; er ist Israels Gott. Er wird dem Volke Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!


69. Kapitel

In Anfechtung und Schmach
69,1 VON DAVID, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN». 69,2 Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. 69,3 Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. 69,4 Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. 69,5 Die mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe. Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.

69,6 Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen. 69,7 Lass an mir nicht zuschanden werden, die deiner harren, Herr, HERR Zebaoth! Lass an mir nicht schamrot werden, die dich suchen, Gott Israels! 69,8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach,mein Angesicht ist voller Schande. 69,9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; 69,10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. 69,11 Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu. 69,12 Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir. 69,13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und beim Zechen singt man von mir.

69,14 Ich aber bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner grossen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. 69,15 Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; 69,16 dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schliesse.

69,17 Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner grossen Barmherzigkeit 69,18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. 69,19 Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen. 69,20 Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen. 69,21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. 69,22 Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst.

69,23 Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. 69,24 Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken. 69,25 Giess deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. 69,26 Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten. 69,27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast. 69,28 Lass sie aus einer Schuld in die andre fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. 69,29 Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten. 69,30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!

69,31 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. 69,32 Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat. 69,33 Die Elenden sehen es und freuen sich, und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben. 69,34 Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.

69,35 Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere mit allem, was sich darin regt. 69,36 Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze. 69,37 Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.


70. Kapitel

Hilferuf gegen Widersacher (vgl. Ps 40,14-18)
70,1 VON DAVID, VORZUSINGEN, ZUM GEDENKOPFER. 70,2 Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen! 70,3 Es sollen sich schämen und zuschanden werden,die mir nach dem Leben trachten; sie sollen zurückweichen und zum Spott werden, die mir Übles wünschen; 70,4 sie sollen umkehren um ihrer Schande willen, die über mich schreien: Da, da! 70,5 Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen:Hoch gelobt sei Gott! 70,6 Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir! Du bist mein Helfer und Erretter; HERR, säume nicht!


71. Kapitel

Bitte um Gottes Hilfe im Alter
71,1 HERR, ich traue auf dich, lass mich nimmermehr zuschanden werden. 71,2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir! 71,3 Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

71,4 Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. 71,5 Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an. 71,6 Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar. 71,7 Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber du bist meine starke Zuversicht. 71,8 Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.

71,9 Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde. 71,10 Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander 71,11 und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter!

71,12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen! 71,13 Schämen sollen sich und umkommen, die meiner Seele feind sind; mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen.

71,14 Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm. 71,15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann. 71,16 Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein.

71,17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt,und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. 71,18 Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen. 71,19 Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du grosse Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich? 71,20 Du lässest mich erfahren viele und grosse Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. 71,21 Du machst mich sehr gross und tröstest mich wieder.

71,22 So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Gott; ich will dir zur Harfe lobsingen, du Heiliger Israels. 71,23 Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen. 71,24 Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit; denn zu Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.


72. Kapitel

Der Friedefürst und sein Reich
72,1 VON SALOMO. Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn, 72,2 dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette. 72,3 Lass die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit.

72,4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen. 72,5 Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht. 72,6 Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten. 72,7 Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit und grosser Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist. 72,8 Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere, und von dem Strom* bis zu den Enden der Erde. 72,9 Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste, und seine Feinde sollen Staub lecken. 72,10 Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Saba und Scheba sollen Gaben senden. 72,11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallenund alle Völker ihm dienen.

72,12 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat. 72,13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Armen wird er helfen. 72,14 Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen, und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm. 72,15 Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen. 72,16 Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen; wie am Libanon rausche seine Frucht. In den Städten sollen sie grünen wie das Gras auf Erden. 72,17 Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name. Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn preisen.

72,18 Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut! 72,19 Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden! Amen! Amen! 72,20 ZU ENDE SIND DIE GEBETE DAVIDS, DES SOHNES ISAIS.


73. Kapitel

DRITTES BUCH
Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen
73,1 EIN PSALM ASAFS. Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reines Herzens sind. 73,2 Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füssen; mein Tritt wäre beinahe geglitten. 73,3 Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,als ich sah, dass es den Gottlosen so gut ging.

73,4 Denn für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib. 73,5 Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt. 73,6 Darum prangen sie in Hoffart und hüllen sich in Frevel. 73,7 Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt. 73,8 Sie achten alles für nichts und reden böse, sie reden und lästern hoch her. 73,9 Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden. 73,10 Darum fällt ihnen der Pöbel zu und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser. 73,11 Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Wie sollte der Höchste etwas merken? 73,12 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.

73,13 Soll es denn umsonst sein, dass ich mein Herz rein hielt und meine Hände in Unschuld wasche? 73,14 Ich bin doch täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen da. 73,15 Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet. 73,16 So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte,aber es war mir zu schwer, 73,17 bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.

73,18 Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzest sie zu Boden. 73,19 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken. 73,20 Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst du, Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst. 73,21 Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren, 73,22 da war ich ein Narr und wusste nichts, ich war wie ein Tier vor dir.

73,23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, 73,24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. 73,25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. 73,26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

73,27 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringst um alle, die dir die Treue brechen. 73,28 Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.


74. Kapitel

Klage vor dem entweihten Heiligtum
74,1 EINE UNTERWEISUNG ASAFS. Gott, warum verstössest du uns für immer und bist so zornig über die Schafe deiner Weide? 74,2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem du wohnest.

74,3 Richte doch deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind hat alles verheert im Heiligtum. 74,4 Deine Widersacher brüllen in deinem Hause und stellen ihre Zeichen darin auf. 74,5 Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes. 74,6 Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken. 74,7 Sie verbrennen dein Heiligtum, bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung deines Namens. 74,8 Sie sprechen in ihrem Herzen: Lasst uns sie ganz unterdrücken! Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande. 74,9 Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner ist bei uns, der etwas weiss.

74,10 Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher noch schmähen und der Feind deinen Namen immerfort lästern? 74,11 Warum ziehst du deine Hand zurück? Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!

74,12 Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht. 74,13 Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft, zerschmettert die Köpfe der Drachen im Meer. 74,14 Du hast dem Leviatan die Köpfe zerschlagen und ihn zum Frass gegeben dem wilden Getier. 74,15 Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen und liessest starke Ströme versiegen. 74,16 Dein ist der Tag und dein ist die Nacht; du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben. 74,17 Du hast dem Land seine Grenze gesetzt;Sommer und Winter hast du gemacht.

74,18 So gedenke doch, HERR, wie der Feind schmäht und ein törichtes Volk deinen Namen lästert. 74,19 Gib deine Taube* nicht den Tieren preis; das Leben deiner Elenden vergiss nicht für immer. *d. i. Israel. 74,20 Gedenke an den Bund; denn die dunklen Winkel des Landes sind voll Frevel. 74,21 Lass den Geringen nicht beschämt davongehen, lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen. 74,22 Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache; denk an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt. 74,23 Vergiss nicht das Geschrei deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je grösser.


75. Kapitel

Gott ist Richter über die Stolzen
75,1 EIN PSALMLIED ASAFS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT». 75,2 Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.

«75,3 Wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich recht richten. 75,4 Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen, aber ich halte ihre Säulen fest. » SELA.

75,5 Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmt euch nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt! 75,6 Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht so halsstarrig!

75,7 Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang, nicht von der Wüste und nicht von den Bergen, 75,8 sondern Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.

75,9 Denn der HERR hat einen Becher in der Hand, mit starkem Wein voll eingeschenkt. Er schenkt daraus ein, und die Gottlosen auf Erden müssen alle trinken und sogar die Hefe schlürfen.

75,10 Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs: 75,11 Er wird alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, dass die Gewalt des Gerechten erhöht werde.


76. Kapitel

Gott, der furchtbare Richter
76,1 EIN PSALMLIED ASAFS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL. 76,2 Gott ist in Juda bekannt, in Israel ist sein Name herrlich. 76,3 So erstand in Salem sein Zelt und seine Wohnung in Zion. 76,4 Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streitmacht. SELA.

76,5 Du bist herrlicher und mächtiger als die ewigen Berge. 76,6 Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken, und allen Kriegern versagen die Hände. 76,7 Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Ross und Wagen.

76,8 Furchtbar bist du! Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest? 76,9 Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, erschrickt das Erdreich und wird still, 76,10 wenn Gott sich aufmacht zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden. SELA. 76,11 Wenn Menschen wider dich wüten, bringt es dir Ehre; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.

76,12 Tut Gelübde dem HERRN, eurem Gott, und haltet sie! Alle, die ihr um ihn her seid, bringt Geschenke dem Furchtbaren, 76,13 der den Fürsten den Mut nimmt und furchtbar ist unter den Königen auf Erden.


77. Kapitel

Trost aus Gottes früheren Taten
77,1 EIN PSALM ASAFS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN. 77,2 Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich. 77,3 In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen. 77,4 Ich denke an Gott - und bin betrübt; ich sinne nach - und mein Herz ist in Ängsten. SELA. 77,5 Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen;ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

77,6 Ich gedenke der alten Zeit, der vergangenen Jahre. 77,7 Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muss forschen. 77,8 Wird denn der Herr auf ewig verstossen und keine Gnade mehr erweisen? 77,9 Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheissung für immer ein Ende? 77,10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? SELA. 77,11 Ich sprach: Darunter leide ich, dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.

77,12 Darum denke ich an die Taten des HERRN, ja, ich denke an deine früheren Wunder 77,13 und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach. 77,14 Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist? 77,15 Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern. 77,16 Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josefs. SELA.

77,17 Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich und ängstigten sich, ja, die Tiefen tobten. 77,18 Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, die Wolken donnerten, und deine Pfeile fuhren einher. 77,19 Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und wankte. 77,20 Dein Weg ging durch das Meer und dein Pfad durch grosse Wasser; doch niemand sah deine Spur. 77,21 Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand des Mose und Aaron.


78. Kapitel

Schuld, Gericht und Gnade in Israels Geschichte (vgl. Ps 106)
78,1 EINE UNTERWEISUNG ASAFS. Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes! 78,2 Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden aus alter Zeit. 78,3 Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, 78,4 das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

78,5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren, 78,6 damit es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen, 78,7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergässen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten 78,8 und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, 78,9 wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits; 78,10 sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln 78,11 und vergassen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erwiesen hatte.

78,12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan. 78,13 Er zerteilte das Meer und liess sie hindurchziehen und stellte das Wasser fest wie eine Mauer. 78,14 Er leitete sie am Tage mit einer Wolke und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer. 78,15 Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser in Fülle; 78,16 er liess Bäche aus den Felsen kommen, dass sie hinabflossen wie Wasserströme.

78,17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten; 78,18 sie versuchten Gott in ihrem Herzen, als sie Speise forderten für ihr Gelüste, 78,19 und redeten wider Gott und sprachen: Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste? 78,20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen; kann er aber auch Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen? 78,21 Da der HERR das hörte, entbrannte er im Grimm, und Feuer brach aus in Jakob, und Zorn kam über Israel, 78,22 weil sie nicht glaubten an Gott und nicht hofften auf seine Hilfe. 78,23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels 78,24 und liess Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Himmelsbrot. 78,25 Brot der Engel assen sie alle, er sandte ihnen Speise in Fülle. 78,26 aEr liess wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind 78,27 und liess Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer; 78,28 mitten in das Lager fielen sie ein, rings um seine Wohnung her. 78,29 Da assen sie und wurden sehr satt; und was sie verlangten, gewährte er ihnen. 78,30 Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt, ihre Speise war noch in ihrem Munde, 78,31 da kam der Zorn Gottes über sie und brachte ihre Vornehmsten um und schlug die Besten in Israel nieder.

78,32 Zu dem allen sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder. 78,33 Darum liess er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts und ihre Jahre in Schrecken. 78,34 Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie Gott und fragten wieder nach ihm 78,35 und dachten daran, dass Gott ihr Hort ist und Gott, der Höchste, ihr Erlöser. 78,36 Doch betrogen sie ihn mit ihrem Munde und belogen ihn mit ihrer Zunge. 78,37 Ihr Herz hing nicht fest an ihm, und sie hielten nicht treu an seinem Bunde. 78,38 Er aber war barmherzig und vergab die Schuldund vertilgte sie nicht und wandte oft seinen Zorn ab und liess nicht seinen ganzen Grimm an ihnen aus. 78,39 Denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkommt.

78,40 Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde! 78,41 Sie versuchten Gott immer wieder und kränkten den Heiligen Israels. 78,42 Sie dachten nicht an die Taten seiner Hand, an den Tag, als er sie erlöste von den Feinden, 78,43 wie er seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan; 78,44 als er ihre Ströme in Blut verwandelte, dass sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten; 78,45 als er Ungeziefer unter sie schickte, das sie frass, und Frösche, die ihnen Verderben brachten, 78,46 und ihr Gewächs den Raupen gab und ihre Saat den Heuschrecken; 78,47 als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Schlossen; 78,48 als er ihr Vieh preisgab dem Hagel und ihre Herden dem Wetterstrahl; 78,49 als er die Glut seines Zornes unter sie sandte, Grimm und Wut und Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel; 78,50 als er seinem Zorn freien Lauf liess und ihre Seele vor dem Tode nicht bewahrte und ihr Leben preisgab der Pest; 78,51 als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge ihrer Kraft in den Zelten Hams. 78,52 Er liess sein Volk ausziehen wie Schafe und führte sie wie eine Herde in der Wüste; 78,53 und er leitete sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer. 78,54 Er brachte sie zu seinem heiligen Lande, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat, 78,55 und vertrieb vor ihnen her die Völker und verteilte ihr Land als Erbe und liess in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.

78,56 Aber sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten und hielten seine Gebote nicht; 78,57 sie wichen zurück und waren treulos wie ihre Väter und versagten wie ein schlaffer Bogen; 78,58 sie erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn zum Zorn mit ihren Götzen. 78,59 Als das Gott hörte, entbrannte sein Grimm, und er verwarf Israel so sehr, 78,60 dass er seine Wohnung in Silo dahingab,das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte; 78,61 er gab seine Macht* in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit* in die Hand des Feindes; *Gemeint ist die Bundeslade (Ps 132,8; 1. Sam 4,21). 78,62 er übergab sein Volk dem Schwert und ergrimmte über sein Erbe. 78,63 Ihre junge Mannschaft frass das Feuer, und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben. 78,64 Ihre Priester fielen durchs Schwert, und die Witwen konnten die Toten nicht beweinen.

78,65 Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Starker, der beim Wein fröhlich war, 78,66 und schlug seine Feinde hinten und hängte ihnen ewige Schande an. 78,67 Er verwarf das Zelt Josefs und erwählte nicht den Stamm Ephraim, 78,68 sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebhat. 78,69 Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen, wie die Erde, die er gegründet hat für immer, 78,70 und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden; 78,71 von den säugenden Schafen holte er ihn, dass er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel. 78,72 Und er weidete sie mit aller Treue und leitete sie mit kluger Hand.


79. Kapitel

Gebet des Volkes Gottes in schwerer Kriegsnot
79,1 EIN PSALM ASAFS. Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; die haben deinen heiligen Tempel entweiht und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht. 79,2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande. 79,3 Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, und da war niemand, der sie begrub. 79,4 Wir sind bei unsern Nachbarn eine Schmach geworden, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

79,5 HERR, wie lange willst du so sehr zürnen und deinen Eifer brennen lassen wie Feuer? 79,6 Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen. 79,7 Denn sie haben Jakob gefressen und seine Stätte verwüstet. 79,8 Rechne uns die Schuld der Väter nicht an, erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr elend.

79,9 Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen! 79,10 Warum lässt du die Heiden sagen: «Wo ist nun ihr Gott?» 79,11 Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; durch deinen starken Arm erhalte die Kinder des Todes 79,12 und vergilt unsern Nachbarn siebenfach auf ihr Haupt ihr Schmähen, mit dem sie dich, HERR, geschmäht haben.

79,13 Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für.


80. Kapitel

Gebet für den zerstörten «Weinstock Gottes»
80,1 EIN PSALM ASAFS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN DES ZEUGNIssES». 80,2 Du Hirte Israels, höre, der du Josef hütest wie Schafe! Erscheine, der du thronst über den Cherubim, 80,3 vor Ephraim, Benjamin und Manasse! Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe! 80,4 GOTT, TRÖSTE UNS WIEDER UND LAss LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN WIR.

80,5 HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen, während dein Volk zu dir betet? 80,6 Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit einem grossen Krug voll Tränen. 80,7 Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten, und unsre Feinde verspotten uns. 80,8 GOTT ZEBAOTH, TRÖSTE UNS WIEDER; LAss LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN WIR.

80,9 Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt, hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt. 80,10 Du hast vor ihm Raum gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, dass er das Land erfüllt hat. 80,11 Berge sind mit seinem Schatten bedecktund mit seinen Reben die Zedern Gottes. 80,12 Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige bis an den Strom. 80,13 Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen, dass jeder seine Früchte abreisst, der vorübergeht? 80,14 Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet. 80,15 Gott Zebaoth, wende dich doch! Schaue vom Himmel und sieh darein, nimm dich dieses Weinstocks an! 80,16 Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir grossgezogen hast! 80,17 Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht; vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

80,18 Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir grossgezogen hast. 80,19 So wollen wir nicht von dir weichen. Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. 80,20 HERR, GOTT ZEBAOTH, TRÖSTE UNS WIEDER; LAss LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN WIR.


81. Kapitel

Die wahre Festfeier
81,1 VON ASAF, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT. 81,2 Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs! 81,3 Hebt an mit Psalmen und lasst hören die Pauken, liebliche Zithern und Harfen! 81,4 Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, am Tag unsres Festes! 81,5 Denn das ist eine Satzung für Israel und eine Ordnung des Gottes Jakobs. 81,6 Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef, als Er auszog wider Ägyptenland.

Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte: 81,7 Ich habe ihre Schultern von der Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöset. 81,8 Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus und antwortete dir aus der Wetterwolke und prüfte dich am Haderwasser. SELA. 81,9 Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Israel, du sollst mich hören! 81,10 Kein andrer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!a 81,11 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!

81,12 Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht. 81,13 So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat.

81,14 Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre und Israel auf meinem Wege ginge! 81,15 Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen und meine Hand gegen seine Widersacher wenden! 81,16 Und die den HERRN hassen, müssten sich vor ihm beugen, aber Israels Zeit würde ewiglich währen, 81,17 und ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.


82. Kapitel

Der höchste Richter
82,1 EIN PSALM ASAFS. Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern. «82,2 Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Gottlosen vorziehen? SELA. 82,3 Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht. 82,4 Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Gottlosen.»

82,5 Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, sie tappen dahin im Finstern. Darum wanken alle Grundfesten der Erde.

«82,6 Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten; 82,7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.»

82,8 Gott, mache dich auf und richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Heiden!


83. Kapitel

Gebet gegen einen Bund von Feinden des Gottesvolkes
83,1 EIN PSALMLIED ASAFS. 83,2 Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig!

83,3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 83,4 Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen. «83,5 Wohlan!» sprechen sie, «lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!»

83,6 Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht: 83,7 die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen,Moab und die Hagariter, 83,8 Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; 83,9 auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. SELA.

83,10 Mach's mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon, 83,11 die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist auf dem Acker. 83,12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna, 83,13 die auch einmal sagten: Wir wollen das Land Gottes einnehmen.

83,14 Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem Winde. 83,15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge versengt, 83,16 so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.

83,17 Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen. 83,18 Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden werden und umkommen. 83,19 So werden sie erkennen, dass du allein HERR heissest und der Höchste bist in aller Welt.


84. Kapitel

84,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT. 84,2 Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth! 84,3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. 84,4 Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen - deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. 84,5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;die loben dich immerdar. SELA.

84,6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! 84,7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. 84,8 Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion. 84,9 HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! SELA. 84,10 Gott, unser Schild, schaue doch; sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!

84,11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten. 84,12 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 84,13 HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!


85. Kapitel

Bitte um neuen Segen
85,1 EIN PSALM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN. 85,2 HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs; 85,3 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle seine Sünde bedeckt hast; -SELA- 85,4 der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt von der Glut deines Zorns: 85,5 hilf uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns! 85,6 Willst du denn ewiglich über uns zürnenund deinen Zorn walten lassen für und für? 85,7 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass dein Volk sich über dich freuen kann? 85,8 HERR, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!

85,9 Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten. 85,10 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; 85,11 dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; 85,12 dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; 85,13 dass uns auch der HERR Gutes tue, und unser Land seine Frucht gebe; 85,14 dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.


86. Kapitel

Gebet in Bedrängnis
86,1 EIN GEBET DAVIDS. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. 86,2 Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich. 86,3 Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir. 86,4 Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, Herr, verlangt mich. 86,5 Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von grosser Güte allen, die dich anrufen. 86,6 Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens! 86,7 In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören!

86,8 Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und niemand kann tun, was du tust. 86,9 Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren, 86,10 dass du so gross bist und Wunder tust und du allein Gott bist.

86,11 Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.

86,12 Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. 86,13 Denn deine Güte ist gross gegen mich, du hast mich errettet aus der Tiefe des Todes.

86,14 Gott, es erheben sich die Stolzen gegen mich, und eine Rotte von Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben und haben dich nicht vor Augen. 86,15 Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von grosser Güte und Treue. 86,16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd! 86,17 Tu ein Zeichen an mir, dass du's gut mit mir meinst, dass es sehen, die mich hassen, und sich schämen, weil du mir beistehst, HERR, und mich tröstest.


87. Kapitel

Zion wird die Mutter der Völker
87,1 EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORACH. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen. 87,2 Der HERR liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen in Jakob. 87,3 Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. SELA.

87,4 Ich zähle Ägypten und Babel zu denen, die mich kennen, auch die Philister und Tyrer samt den Mohren: «Die sind hier geboren.» 87,5 Doch von Zion wird man sagen: «Mann für Mann ist darin geboren»; und er selbst, der Höchste, erhält es. 87,6 Der HERR spricht, wenn er aufschreibt die Völker: «Die sind hier geboren.» SELA. 87,7 Und sie singen beim Reigen: Alle meine Quellen sind in dir!


88. Kapitel

Gebet in grosser Verlassenheit und Todesnähe
88,1 EIN PSALMLIED DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ IM WECHSEL*, EINE UNTERWEISUNG HEMANS, DES ESRACHITERS. 88,2 HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir. 88,3 Lass mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien. 88,4 Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Tode. 88,5 Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. 88,6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind. 88,7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe. 88,8 Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. SELA.

88,9 Meine Freunde hast du mir entfremdet,du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus, 88,10 mein Auge sehnt sich aus dem Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich; ich breite meine Hände aus zu dir. 88,11 Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? SELA. 88,12 Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten? 88,13 Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?

88,14 Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich: 88,15 Warum verstösst du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir? 88,16 Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine Schrecken, dass ich fast verzage. 88,17 Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich. 88,18 Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal. 88,19 Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine Verwandten hältst du fern von mir.


89. Kapitel

Israels Not und die Verheissung an David
89,1 EINE UNTERWEISUNG ETANS, DES ESRACHITERS. 89,2 Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für; 89,3 denn ich sage: Für ewig steht die Gnade fest;du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel. «89,4 Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, ich habe David, meinem Knechte, geschworen: 89,5 Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig und deinen Thron bauen für und für.» SELA. 89,6 Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen und deine Treue in der Gemeinde der Heiligen.

89,7 Denn wer in den Wolken könnte dem HERRN gleichen und dem HERRN gleich sein unter den Himmlischen? 89,8 Gott ist gefürchtet in der Versammlung der Heiligen, gross und furchtbar über alle, die um ihn sind. 89,9 HERR, Gott Zebaoth, wer ist wie du? Mächtig bist du, HERR, und deine Treue ist um dich her. 89,10 Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. 89,11 Du hast Rahab* zu Tode geschlagen und deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm. 89,12 Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet den Erdkreis und was darinnen ist. 89,13 Nord und Süd hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen über deinen Namen. 89,14 Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. 89,15 Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir einher.

89,16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln; 89,17 sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. 89,18 Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Haupt erhöhen. 89,19 Denn dem HERRN gehört unser Schild* und dem Heiligen in Israel unser König. *Bezeichnung des Königs.

89,20 Damals hast du geredet durch ein Gesicht zu deinem Heiligen und gesagt: Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk. 89,21 Ich habe gefunden meinen Knecht David,ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl. 89,22 Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. 89,23 Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen und die Ungerechten ihn nicht demütigen; 89,24 sondern ich will seine Widersacher vor ihm zerschlagen und, die ihn hassen, zu Boden stossen. 89,25 Aber meine Treue und Gnade soll bei ihm sein, und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen. 89,26 Seine Hand lass ich herrschen über das Meer und seine Rechte über die Ströme. 89,27 Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft. 89,28 Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden. 89,29 Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 89,30 Ich will ihm ewiglich Nachkommen gebenund seinen Thron erhalten, solange der Himmel währt. 89,31 Wenn aber seine Söhne mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln, 89,32 wenn sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten, 89,33 so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen; 89,34 aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Treue nicht brechen. 89,35 Ich will meinen Bund nicht entheiligenund nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist. 89,36 Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit und will David nicht belügen: «89,37 Sein Geschlecht soll ewig bestehen und sein Thron vor mir wie die Sonne, 89,38 wie der Mond, der ewiglich bleibt, und wie der treue Zeuge in den Wolken.» SELA.

89,39 Aber nun hast du verstossen und verworfen und zürnst mit deinem Gesalbten! 89,40 Du hast zerbrochen den Bund mit deinem Knecht und seine Krone entweiht in den Staub. 89,41 Du hast eingerissen alle seine Mauern und hast zerstört seine Festungen. 89,42 Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden. 89,43 Du erhöhst die Rechte seiner Widersacher und erfreust alle seine Feinde. 89,44 Auch hast du die Kraft seines Schwerts weggenommen und lässest ihn nicht siegen im Streit. 89,45 Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden geworfen. 89,46 Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande. SELA.

89,47 HERR, wie lange willst du dich so verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen? 89,48 Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich du alle Menschen geschaffen hast! 89,49 Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand? SELA.

89,50 Herr, wo ist deine Gnade von einst, die du David geschworen hast in deiner Treue? 89,51 Gedenke, Herr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Herzen von all den vielen Völkern, 89,52 mit der, HERR, deine Feinde dich schmähen, mit der sie schmähen hinter deinem Gesalbten her!

89,53 Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen! Amen!


90. Kapitel

VIERTES BUCH
Zuflucht in unserer Vergänglichkeit
90,1 EIN GEBET DES MOSE, DES MANNES GOTTES. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. 90,2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

90,3 Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!b 90,4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. 90,5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, 90,6 das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.

90,7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen. 90,8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. 90,9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. 90,10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe;* denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

90,11 Wer glaubt's aber, dass du so sehr zürnest,und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm? 90,12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

90,13 HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! 90,14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. 90,15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. 90,16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern. 90,17 Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!


91. Kapitel

Unter Gottes Schutz
91,1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, 91,2 der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

91,3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. 91,4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, 91,5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, 91,6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt. 91,7 Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. 91,8 Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird.

91,9 Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. 91,10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. 91,11 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, 91,12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuss nicht an einen Stein stossest. 91,13 Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.

91,14 «Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. 91,15 Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreissen und zu Ehren bringen. 91,16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.»


92. Kapitel

Freude am Lob Gottes
92,1 EIN PSALMLIED FÜR DEN SABBATTAG. 92,2 Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, 92,3 des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen 92,4 auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe. 92,5 Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.

92,6 HERR, wie sind deine Werke so gross! Deine Gedanken sind sehr tief. 92,7 Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht.

92,8 Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle - nur um vertilgt zu werden für immer! 92,9 Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich.

92,10 Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter sollen zerstreut werden. 92,11 Aber mich machst du stark wie den Wildstier und salbst mich mit frischem Öl. 92,12 Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab und hört mein Ohr von den Boshaften, die sich gegen mich erheben.

92,13 Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. 92,14 Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. 92,15 Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, 92,16 dass sie verkündigen, wie der HERR es recht macht; er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.


93. Kapitel

93,1 Der HERR ist König und herrlich geschmückt; der HERR ist geschmückt und umgürtet mit Kraft. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. 93,2 Von Anbeginn steht dein Thron fest; du bist ewig.

93,3 HERR, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen; 93,4 die Wasserwogen im Meer sind gross und brausen mächtig; der HERR aber ist noch grösser in der Höhe.

93,5 Dein Wort ist wahrhaftig und gewiss; Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, HERR, für alle Zeit.


94. Kapitel

Hilferuf gegen die Unterdrücker des Volkes Gottes
94,1 HERR, du Gott der Vergeltung, du Gott der Vergeltung, erscheine! 94,2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen!

94,3 HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen? 94,4 Es reden so trotzig daher, es rühmen sich alle Übeltäter. 94,5 HERR, sie zerschlagen dein Volkund plagen dein Erbe. 94,6 Witwen und Fremdlinge bringen sie um und töten die Waisen 94,7 und sagen: Der HERR sieht's nicht, und der Gott Jakobs beachtet's nicht.

94,8 Merkt doch auf, ihr Narren im Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden? 94,9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?a 94,10 Der die Völker in Zucht hält, sollte der nicht Rechenschaft fordern - er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? 94,11 Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!a

94,12 Wohl dem, den du, HERR, in Zucht nimmst und lehrst ihn durch dein Gesetz, 94,13 ihm Ruhe zu schaffen vor bösen Tagen, bis dem Gottlosen die Grube gegraben ist. 94,14 Denn der HERR wird sein Volk nicht verstossen noch sein Erbe verlassen. 94,15 Denn Recht muss doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen zufallen.

94,16 Wer steht mir bei wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter? 94,17 Wenn der HERR mir nicht hülfe,läge ich bald am Orte des Schweigens. 94,18 Wenn ich sprach: Mein Fuss ist gestrauchelt, so hielt mich, HERR, deine Gnade. 94,19 Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele.

94,20 Du hast ja nicht Gemeinschaft mit dem Richterstuhl der Bösen, die das Gesetz missbrauchen und Unheil schaffen. 94,21 Sie rotten sich zusammen wider den Gerechtenund verurteilen unschuldig Blut.

94,22 Aber der HERR ist mein Schutz, mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht. 94,23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und sie um ihrer Bosheit willen vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen.


95. Kapitel

Aufruf zur Anbetung und zum Gehorsam
95,1 Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils! 95,2 Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommenund mit Psalmen ihm jauchzen! 95,3 Denn der HERR ist ein grosser Gott und ein grosser König über alle Götter. 95,4 Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,und die Höhen der Berge sind auch sein. 95,5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,und seine Hände haben das Trockene bereitet.

95,6 Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. 95,7 Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. 95,8 «Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste, 95,9 wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen. 95,10 Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen, 95,11 so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.»a


96. Kapitel

Der Schöpfer und Richter aller Welt (vgl. 1. Chr 16,23-33)
96,1 Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt! 96,2 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil! 96,3 Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern! 96,4 Denn der HERR ist gross und hoch zu loben,mehr zu fürchten als alle Götter. 96,5 Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht. 96,6 Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.

96,7 Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht! 96,8 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe! 96,9 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! 96,10 Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.

96,11 Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist; 96,12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde 96,13 vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.


97. Kapitel

97,1 Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind. 97,2 Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Gericht sind seines Thrones Stütze. 97,3 Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. 97,4 Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. 97,5 Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem Herrscher der ganzen Erde. 97,6 Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und seine Herrlichkeit sehen alle Völker.

97,7 Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter! 97,8 Zion hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du, HERR, recht regierest. 97,9 Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, du bist hoch erhöht über alle Götter.

97,10 Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; aus der Hand der Gottlosen wird er sie erretten. 97,11 Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen. 97,12 Ihr Gerechten, freut euch des HERRN und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!


98. Kapitel

Der königliche Richter aller Welt
98,1 EIN PSALM. Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. 98,2 Der HERR lässt sein Heil kundwerden; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. 98,3 Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

98,4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! 98,5 Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! 98,6 Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! 98,7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 98,8 Die Ströme sollen frohlocken, und alle Berge seien fröhlich 98,9 vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.


99. Kapitel

Der heilige Gott
99,1 Der HERR ist König, darum zittern die Völker; er sitzt über den Cherubim, darum bebt die Welt. 99,2 Der HERR ist gross in Zion und erhaben über alle Völker.

99,3 Preisen sollen sie deinen grossen und wunderbaren Namen, - DENN ER IST HEILIG - 99,4 und die Macht des Königs, der das Recht lieb hat. * Du hast bestimmt, was richtig ist, du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob. 99,5 ERHEBET DEN HERRN, UNSERN GOTT, BETET AN VOR DEM SCHEMEL SEINER FÜssE; DENN ER IST HEILIG. 99,6 Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, die riefen den HERRN an, und er erhörte sie. 99,7 Er redete mit ihnen in der Wolkensäule;sie hielten seine Gesetze und Gebote, die er ihnen gab.

99,8 HERR, du bist unser Gott, du erhörtest sie; du, Gott, vergabst ihnen und straftest ihr Tun. 99,9 ERHEBET DEN HERRN, UNSERN GOTT, UND BETET AN AUF SEINEM HEILIGEN BERGE; DENN DER HERR, UNSER GOTT, IST HEILIG.


100. Kapitel

Ein Aufruf zum Lobe Gottes
100,1 EIN PSALM ZUM DANKOPFER. Jauchzet dem HERRN, alle Welt! 100,2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! 100,3 Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

100,4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.


101. Kapitel

Regentenspiegel
101,1 EIN PSALM DAVIDS. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HERR, Lob sagen. 101,2 Ich handle umsichtig und redlich, dass du mögest zu mir kommen; ich wandle mit redlichem Herzen in meinem Hause. 101,3 Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben. 101,4 Ein falsches Herz muss von mir weichen. Den Bösen kann ich nicht leiden. 101,5 Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bring ich zum Schweigen. Ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hoffärtige Art hat. 101,6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; ich habe gerne fromme Diener. 101,7 Falsche Leute dürfen in meinem Hause nicht bleiben, die Lügner gedeihen nicht bei mir. 101,8 Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN.


102. Kapitel

102,1 EIN GEBET FÜR DEN ELENDEN, WENN ER VERZAGT IST UND SEINE KLAGE VOR DEM HERRN AUssCHÜTTET. 102,2 HERR, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir kommen! 102,3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!

102,4 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer. 102,5 Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, dass ich sogar vergesse, mein Brot zu essen. 102,6 Mein Gebein klebt an meiner Haut vor Heulen und Seufzen. 102,7 Ich bin wie die Eule in der Einöde, wie das Käuzchen in den Trümmern. 102,8 Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

102,9 Täglich schmähen mich meine Feinde,und die mich verspotten, fluchen mit meinem Namen. 102,10 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen 102,11 vor deinem Drohen und Zorn, weil du mich hochgehoben und zu Boden geworfen hast. 102,12 Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.

102,13 Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Name für und für. 102,14 Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist, und die Stunde ist gekommen 102,15 - denn deine Knechte wollten gerne, dass es gebaut würde, und es jammert sie, dass es in Trümmern liegt -, 102,16 dass die Heiden den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit.

102,17 Ja, der HERR baut Zion wieder und erscheint in seiner Herrlichkeit. 102,18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht. 102,19 Das werde geschrieben für die Nachkommen; und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben. 102,20 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, der HERR sieht vom Himmel auf die Erde, 102,21 dass er das Seufzen der Gefangenen höreund losmache die Kinder des Todes, 102,22 dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN und sein Lob in Jerusalem, 102,23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu dienen.

102,24 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft, er verkürzt meine Tage. 102,25 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für. 102,26 Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 102,27 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie ein Gewand; wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie werden verwandelt werden. 102,28 Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. 102,29 Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen, und ihr Geschlecht wird vor dir gedeihen.


103. Kapitel

Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes
103,1 VON DAVID. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! 103,2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: 103,3 der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, 103,4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, 103,5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

103,6 Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. 103,7 Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. 103,8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von grosser Güte. 103,9 Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. 103,10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. 103,11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. 103,12 So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. 103,13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.

103,14 Denn er weiss, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. 103,15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; 103,16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. 103,17 Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, 103,18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun.

103,19 Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles. 103,20 Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes! 103,21 Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen,seine Diener, die ihr seinen Willen tut! 103,22 Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft!

Lobe den HERRN, meine Seele!


104. Kapitel

Lob des Schöpfers
104,1 Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. 104,2 Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich; 104,3 du baust deine Gemächer über den Wassern. Du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und kommst daher auf den Fittichen des Windes, 104,4 der du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern; 104,5 der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, dass es bleibt immer und ewiglich. 104,6 Mit Fluten decktest du es wie mit einem Kleide, und die Wasser standen über den Bergen. 104,7 Aber vor deinem Schelten flohen sie, vor deinem Donner fuhren sie dahin. 104,8 Die Berge stiegen hoch empor, und die Täler senkten sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast. 104,9 Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wieder das Erdreich bedecken.

104,10 Du lässest Wasser in den Tälern quellen, dass sie zwischen den Bergen dahinfliessen, 104,11 dass alle Tiere des Feldes trinken und das Wild seinen Durst lösche. 104,12 Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen. 104,13 Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. 104,14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst, 104,15 dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. 104,16 Die Bäume des HERRN stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. 104,17 Dort nisten die Vögel, und die Reiher wohnen in den Wipfeln. 104,18 Die hohen Berge geben dem Steinbock Zufluchtund die Felsklüfte dem Klippdachs.

104,19 Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen; die Sonne weiss ihren Niedergang. 104,20 Du machst Finsternis, dass es Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere, 104,21 die jungen Löwen, die da brüllen nach Raub und ihre Speise suchen von Gott. 104,22 Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen. 104,23 So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Werk bis an den Abend.

104,24 HERR, wie sind deine Werke so gross und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. 104,25 Da ist das Meer, das so gross und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, grosse und kleine Tiere. 104,26 Dort ziehen Schiffe dahin; da sind grosse Fische, die du gemacht hast, damit zu spielen.

104,27 Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit. 104,28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt. 104,29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. 104,30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.

104,31 Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue sich seiner Werke! 104,32 Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie. 104,33 Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin. 104,34 Mein Reden möge ihm wohlgefallen. Ich freue mich des HERRN. 104,35 Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden und die Gottlosen nicht mehr sein.

Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!


105. Kapitel

Lob Gottes für seine Heilstaten in Israels Frühzeit
105,1 Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern! 105,2 Singet und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern! 105,3 Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! 105,4 Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit! 105,5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes, 105,6 du Geschlecht Abrahams, seines Knechts,ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!

105,7 Er ist der HERR, unser Gott, er richtet in aller Welt. 105,8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheissen hat für tausend Geschlechter, 105,9 an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, und an den Eid, den er Isaak geschworen hat. 105,10 Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung und für Israel als ewigen Bund 105,11 und sprach: «Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbteils», 105,12 als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge im Lande.

105,13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreich zum andern. 105,14 Er liess keinen Menschen ihnen Schaden tun und wies Könige zurecht um ihretwillen: «105,15 Tastet meine Gesalbten nicht an, und tut meinen Propheten kein Leid!»

105,16 Und er liess eine Hungersnot ins Land kommen und nahm weg allen Vorrat an Brot. 105,17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Josef wurde als Knecht verkauft. 105,18 Sie zwangen seine Füsse in Fesseln, sein Leib musste in Eisen liegen, 105,19 bis sein Wort eintraf und die Rede des HERRN ihm recht gab. 105,20 Da sandte der König hin und liess ihn losgeben, der Herr über Völker, er gab ihn frei. 105,21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter, 105,22 dass er seine Fürsten unterwiese nach seinem Willen und seine Ältesten Weisheit lehrte. 105,23 Und Israel zog nach Ägypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams.

105,24 Und der Herr liess sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger als ihre Feinde. 105,25 Diesen verwandelte er das Herz, dass sie seinem Volk gram wurden und Arglist übten an seinen Knechten. 105,26 Er sandte seinen Knecht Moseund Aaron, den er erwählt hatte. 105,27 Die taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams. 105,28 Er liess Finsternis kommen und machte es finster; doch sie blieben ungehorsam seinen Worten. 105,29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische. 105,30 Ihr Land wimmelte von Fröschen bis in die Kammern ihrer Könige. 105,31 Er gebot, da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet. 105,32 Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen in ihrem Lande 105,33 und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet. 105,34 Er gebot, da kamen Heuschrecken geflogen und gekrochen ohne Zahl; 105,35 sie frassen alles, was da wuchs in ihrem Lande, und frassen auch die Frucht ihres Ackers. 105,36 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle Erstlinge ihrer Kraft. 105,37 Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. Ä105,38 gypten wurde froh, dass sie auszogen; denn Furcht vor ihnen war auf sie gefallen. 105,39 Er breitete eine Wolke aus, sie zu decken, und ein Feuer, des Nachts zu leuchten. 105,40 Sie baten, da liess er Wachteln kommen,und er sättigte sie mit Himmelsbrot. 105,41 Er öffnete den Felsen, da flossen Wasser heraus, dass Bäche liefen in der dürren Wüste. 105,42 Denn er gedachte an sein heiliges Wortund an Abraham, seinen Knecht.

105,43 So führte er sein Volk in Freuden heraus und seine Auserwählten mit Jubel 105,44 und gab ihnen die Länder der Heiden, dass sie die Güter der Völker gewannen, 105,45 damit sie seine Gebote hielten und seine Gesetze bewahrten. Halleluja!


106. Kapitel

Gottes Gnade und Israels Undank
106,1 Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 106,2 Wer kann die grossen Taten des HERRN alle erzählen und sein Lob genug verkündigen? 106,3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!

106,4 HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheissen hast; erweise an uns deine Hilfe, 106,5 dass wir sehen das Heil deiner Auserwählten und uns freuen, dass es deinem Volke so gut geht, und uns rühmen mit denen, die dein eigen sind.

106,6 Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen. 106,7 Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an deine grosse Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer. 106,8 Er aber half ihnen um seines Namens willen, dass er seine Macht beweise. 106,9 Er schalt das Schilfmeer, da wurde es trocken, und führte sie durch die Tiefen wie durch trockenes Land 106,10 und half ihnen aus der Hand dessen, der sie hasste, und erlöste sie von der Hand des Feindes. 106,11 Und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, dass nicht einer übrigblieb. 106,12 Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.

106,13 Aber sie vergassen bald seine Werke, sie warteten nicht auf seinen Rat. 106,14 Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde. 106,15 Er aber gab ihnen, was sie erbaten, und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte. 106,16 Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HERRN. 106,17 Die Erde tat sich auf und verschlang Datan und deckte zu die Rotte Abirams, 106,18 und Feuer wurde unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottlosen.

106,19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten das gegossene Bild an 106,20 und verwandelten die Herrlichkeit ihres Gottes in das Bild eines Ochsen, der Gras frisst. 106,21 Sie vergassen Gott, ihren Heiland, der so grosse Dinge in Ägypten getan hatte, 106,22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Taten am Schilfmeer. 106,23 Und er gedachte, sie zu vertilgen, wäre nicht Mose gewesen, sein Auserwählter; der trat vor ihm in die Bresche, seinen Grimm abzuwenden, dass er sie nicht verderbe.

106,24 Und sie achteten das köstliche Land gering; sie glaubten seinem Worte nichta 106,25 und murrten in ihren Zelten; sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht. 106,26 Da erhob er seine Hand wider sie, dass er sie niederschlüge in der Wüste 106,27 und würfe ihre Nachkommen unter die Heiden und zerstreute sie in die Länder. 106,28 Und sie hängten sich an den Baal- Peorund assen von den Opfern für die Toten 106,29 und erzürnten den Herrn mit ihrem Tun.Da brach die Plage herein über sie. 106,30 Da trat Pinhas hinzu und vollzog das Gericht; da wurde der Plage gewehrt; 106,31 das wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit von Geschlecht zu Geschlecht ewiglich. 106,32 Und sie erzürnten den Herrn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen; 106,33 denn sie erbitterten sein Herz, dass ihm unbedachte Worte entfuhren.

106,34 Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie ihnen der HERR doch geboten hatte, 106,35 sondern sie liessen sich ein mit den Heiden und lernten ihre Werke 106,36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick. 106,37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den bösen Geistern 106,38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, so dass das Land mit Blutschuld befleckt war. 106,39 Sie machten sich unrein mit ihren Werken und wurden abtrünnig durch ihr Tun. 106,40 Da entbrannte der Zorn des HERRN über sein Volk, und sein Erbe wurde ihm zum Abscheu. 106,41 Er gab sie in die Hand der Heiden, dass über sie herrschten, die ihnen gram waren. 106,42 Und ihre Feinde ängsteten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihre Hand. 106,43 Er rettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vorhaben und schwanden dahin um ihrer Missetat willen.

106,44 Da sah er ihre Not an, als er ihre Klage hörte, 106,45 und gedachte an seinen Bund mit ihnen,und es reute ihn nach seiner grossen Güte. 106,46 Und er liess sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hielten.

106,47 Hilf uns, HERR, unser Gott, und bring uns zusammen aus den Heiden, dass wir preisen deinen heiligen Namen und uns rühmen, dass wir dich loben können!

106,48 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen! Halleluja!a


107. Kapitel

FÜNFTES BUCH
Danklied der Erlösten
107,1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 107,2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not erlöst hat, 107,3 die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden.

107,4 Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten, 107,5 die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete, 107,6 DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER ERRETTETE SIE AUS IHREN ÄNGSTEN 107,7 und führte sie den richtigen Weg, dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten: 107,8 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,9 dass er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem. 107,10 Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen, 107,11 weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten, 107,12 so dass er ihr Herz durch Unglück beugte und sie dalagen und ihnen niemand half, 107,13 DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN 107,14 und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriss ihre Bande: 107,15 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,16 dass er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.

107,17 Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung und um ihrer Sünde willen, 107,18 dass ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden. 107,19 DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN, 107,20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben: 107,21 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,22 und sollen Dank opfern und seine Werke erzählen mit Freuden.

107,23 Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf grossen Wassern, 107,24 die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder auf dem Meer, 107,25 wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, 107,26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, dass ihre Seele vor Angst verzagte, 107,27 dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr, 107,28 DIE DANN ZUM HERRN SCHRIEN IN IHRER NOT,UND ER FÜHRTE SIE AUS IHREN ÄNGSTEN 107,29 und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten 107,30 und sie froh wurden, dass es still geworden war und er sie zum erwünschten Lande brachte: 107,31 DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT, 107,32 und ihn in der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.

107,33 Er machte Bäche trocken und liess Wasserquellen versiegen, 107,34 dass fruchtbares Land zur Salzwüste wurde wegen der Bosheit derer, die dort wohnten. 107,35 Er machte das Trockene wieder wasserreich und gab dem dürren Lande Wasserquellen 107,36 und liess die Hungrigen dort bleiben, dass sie eine Stadt bauten, in der sie wohnen konnten, 107,37 und Äcker besäten und Weinberge pflanzten, die jährlich Früchte trugen. 107,38 Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh. 107,39 Aber sie wurden gering an Zahl und geschwächt von der Last des Unglücks und des Kummers. 107,40 Er schüttete Verachtung aus auf die Fürsten und liess sie irren in der Wüste, wo kein Weg ist; 107,41 aber die Armen schützte er vor Elend und mehrte ihr Geschlecht wie eine Herde. 107,42 Das werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.

107,43 Wer ist weise und behält dies? Der wird merken, wieviel Wohltaten der HERR erweist.


108. Kapitel

Lob Gottes und Zuversicht in Kriegsnot
108,1 EIN PSALMLIED DAVIDS. 108,2 Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele! 108,3 Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. 108,4 Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. 108,5 Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen. 108,6 Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Lande!

108,7 Lass deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns! 108,8 Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. 108,9 Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist der Schutz meines Haupts, Juda ist mein Zepter. 108,10 Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh auf Edom werfen, über die Philister will ich jauchzen.

108,11 Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer wird mich nach Edom leiten? 108,12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstossen hast und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer? 108,13 Schaff uns Beistand vor dem Feind; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

108,14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.


109. Kapitel

Ein Ruf zu Gott gegen erbarmungslose Widersacher
109,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. Gott, mein Ruhm, schweige nicht! 109,2 Denn sie haben ihr gottloses Lügenmaul wider mich aufgetan. Sie reden wider mich mit falscher Zunge 109,3 und reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Grund. 109,4 Dafür, dass ich sie liebe, feinden sie mich an; ich aber bete. 109,5 Sie erweisen mir Böses für Gutes und Hass für Liebe.

109,6 Gib ihm einen Gottlosen zum Gegner, und ein Verkläger stehe zu seiner Rechten. 109,7 Wenn er gerichtet wird, soll er schuldig gesprochen werden, und sein Gebet werde zur Sünde. 109,8 Seiner Tage sollen wenige werden, und sein Amt soll ein andrer empfangen. 109,9 Seine Kinder sollen Waisen werden und sein Weib eine Witwe. 109,10 Seine Kinder sollen umherirren und betteln und vertrieben werden aus ihren Trümmern. 109,11 Es soll der Wucherer alles fordern, was er hat, und Fremde sollen seine Güter rauben. 109,12 Und niemand soll ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen. 109,13 Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden, ihr Name soll schon im zweiten Glied getilgt werden. 109,14 Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden. 109,15 Der HERR soll sie nie mehr aus den Augen lassen, und ihr Andenken soll ausgerottet werden auf Erden, 109,16 weil er so gar keine Barmherzigkeit übte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrübten, ihn zu töten. 109,17 Er liebte den Fluch, so komme er auch über ihn; er wollte den Segen nicht, so bleibe er auch fern von ihm. 109,18 Er zog den Fluch an wie sein Hemd; der dringe in ihn hinein wie Wasser und wie Öl in seine Gebeine; 109,19 er werde ihm wie ein Kleid, das er anhat, und wie ein Gürtel, mit dem er allezeit sich gürtet. 109,20 So geschehe denen vom HERRN, die wider mich sind und die Böses reden wider mich.

109,21 Aber du, HERR, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich! 109,22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir. 109,23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der schwindet, und werde abgeschüttelt wie Heuschrecken. 109,24 Meine Knie sind schwach vom Fasten, und mein Leib ist mager und hat kein Fett. 109,25 Ich bin ihnen zum Spott geworden; wenn sie mich sehen, schütteln sie den Kopf. 109,26 Steh mir bei, HERR, mein Gott!Hilf mir nach deiner Gnade, 109,27 und lass sie innewerden, dass dies deine Hand ist und du, HERR, das tust. 109,28 Fluchen sie, so segne du. Erheben sie sich gegen mich, so sollen sie zuschanden werden; aber dein Knecht soll sich freuen. 109,29 Meine Widersacher sollen mit Schmach angezogen und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Mantel.

109,30 Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen vor der Menge. 109,31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen.


110. Kapitel

Der ewige König und Priester
110,1 EIN PSALM DAVIDS. Der HERR sprach zu meinem Herrn: «Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füsse mache.» 110,2 Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken aus Zion. Herrsche mitten unter deinen Feinden! 110,3 Wenn du dein Heer aufbietest, wird dir dein Volk willig folgen in heiligem Schmuck. Deine Söhne werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.

110,4 Der HERR hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: «Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.» 110,5 Der Herr zu deiner Rechten wird zerschmettern die Könige am Tage seines Zorns. 110,6 Er wird richten unter den Heiden, wird viele erschlagen, wird Häupter zerschmettern auf weitem Gefilde. 110,7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege, darum wird er das Haupt emporheben.


111. Kapitel

Preis der Gottesgnade
111,1 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde. 111,2 Gross sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran. 111,3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. 111,4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR. 111,5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;er gedenkt ewig an seinen Bund. 111,6 Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden. 111,7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen sind beständig. 111,8 Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind recht und verlässlich. 111,9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheisst, dass sein Bund ewig bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. 111,10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.


112. Kapitel

112,1 Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der grosse Freude hat an seinen Geboten! 112,2 Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande; die Kinder der Frommen werden gesegnet sein. 112,3 Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich. 112,4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.

112,5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist! 112,6 Denn er wird ewiglich bleiben; der Gerechte wird nimmermehr vergessen. 112,7 Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN. 112,8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er auf seine Feinde herabsieht. 112,9 Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Seine Kraft wird hoch in Ehren stehen. 112,10 Der Gottlose wird's sehen, und es wird ihn verdriessen; mit den Zähnen wird er knirschen und vergehen. Denn was die Gottlosen wollen, das wird zunichte.


113. Kapitel

Gottes Hoheit und Huld
(Ps 113 - 118: vgl. Mt 26,30) 113,1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN! 113,2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit! 113,3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

113,4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist. 113,5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden? 113,6 Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe, 113,7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, 113,8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes; 113,9 der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!


114. Kapitel

Gottes Wunder beim Auszug aus Ägypten
114,1 Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk, 114,2 da wurde Juda sein Heiligtum,Israel sein Königreich.

114,3 Das Meer sah es und floh,der Jordan wandte sich zurück. 114,4 Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.

114,5 Was war mit dir, du Meer, dass du flohest, und mit dir, Jordan, dass du dich zurückwandtest?a 114,6 Ihr Berge, dass ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel, wie die jungen Schafe?

114,7 Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Gott Jakobs, 114,8 der den Felsen wandelte in einen See und die Steine in Wasserquellen!


115. Kapitel

Gott allein die Ehre! (Vers 4-11: vgl. Ps 135,15-20)
115,1 Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen! 115,2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? 115,3 Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

115,4 Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 115,5 Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 115,6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, 115,7 sie haben Hände und greifen nicht, Füsse haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle.

115,8 Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich, alle, die auf sie hoffen. 115,9 Aber Israel hoffe auf den HERRN!Er ist ihre Hilfe und Schild. 115,10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 115,11 Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild.

115,12 Der HERR denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron. 115,13 Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Grossen. 115,14 Der HERR segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder! 115,15 Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

115,16 Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. 115,17 Die Toten werden dich, HERR, nicht loben, keiner, der hinunterfährt in die Stille; 115,18 aber wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!


116. Kapitel

Dank für Rettung aus Todesgefahr
116,1 Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens. 116,2 Er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

116,3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not. 116,4 Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!

116,5 Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. 116,6 Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir.

116,7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes. 116,8 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuss vom Gleiten. 116,9 Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.

116,10 Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt. * *Luther übersetzte: «Ich glaube, darum rede ich» (vgl. 2. Kor 4,13, wo Paulus der griechischen Übersetzung des Alten Testaments folgt). 116,11 Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner. 116,12 Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?

116,13 Ich will den Kelch des Heils nehmen UND DES HERRN NAMEN ANRUFEN. 116,14 ICH WILL MEINE GELÜBDE DEM HERRN ERFÜLLEN VOR ALL SEINEM VOLK.

116,15 Der Tod seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN. 116,16 Ach, HERR, ich bin dein Knecht, ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd; du hast meine Bande zerrissen.

116,17 Dir will ich Dank opfernUND DES HERRN NAMEN ANRUFEN. 116,18 ICH WILL MEINE GELÜBDE DEM HERRN ERFÜLLEN VOR ALL SEINEM VOLK 116,19 in den Vorhöfen am Hause des HERRN, in dir, Jerusalem. Halleluja!


117. Kapitel

Aufruf an die Völker zum Lob Gottes
117,1 Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker!a 117,2 Denn seine Gnade und Wahrheitwaltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!


118. Kapitel

Dankbares Bekenntnis zur Hilfe Gottes
118,1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

118,2 Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich. 118,3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich. 118,4 Es sagen nun, die den HERRN fürchten: Seine Güte währet ewiglich.

118,5 In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich. 118,6 Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun? 118,7 Der HERR ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde. 118,8 Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. 118,9 Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

118,10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren. 118,11 Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren. 118,12 Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren. 118,13 Man stösst mich, dass ich fallen soll; aber der HERR hilft mir. 118,14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

118,15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg! 118,16 Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg! 118,17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. 118,18 Der HERR züchtigt mich schwer;aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

118,19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke. 118,20 Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen. 118,21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

118,22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. 118,23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. 118,24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 118,25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen! 118,26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid. 118,27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

118,28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. 118,29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.


119. Kapitel

Die Herrlichkeit des Wortes Gottes (Das güldene ABC)
119,1 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln! 119,2 Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen, 119,3 die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun. 119,4 Du hast geboten, fleissig zu halten deine Befehle. 119,5 O dass mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte. 119,6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden. 119,7 Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen, dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit. 119,8 Deine Gebote will ich halten; verlass mich nimmermehr!

119,9 Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte. 119,10 Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten. 119,11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige. 119,12 Gelobet seist du, HERR! Lehre mich deine Gebote! 119,13 Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Weisungen deines Mundes. 119,14 Ich freue mich über den Weg, den deine Mahnungen zeigen, wie über grossen Reichtum. 119,15 Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege. 119,16 Ich habe Freude an deinen Satzungen und vergesse deine Worte nicht.

119,17 Tu wohl deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte. Ö119,18 ffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz. 119,19 Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir. 119,20 Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen nach deinen Ordnungen allezeit. 119,21 Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abirren. 119,22 Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte mich an deine Mahnungen. 119,23 Fürsten sitzen da und reden wider mich; aber dein Knecht sinnt nach über deine Gebote. 119,24 Ich habe Freude an deinen Mahnungen; sie sind meine Ratgeber.

119,25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort. 119,26 Ich erzähle dir meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Gebote. 119,27 Lass mich verstehen den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern. 119,28 Ich gräme mich, dass mir die Seele verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort. 119,29 Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz. 119,30 Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit,deine Weisungen hab ich vor mich gestellt. 119,31 Ich halte an deinen Mahnungen fest; HERR, lass mich nicht zuschanden werden! 119,32 Ich laufe den Weg deiner Gebote; denn du tröstest mein Herz.

119,33 Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote, dass ich sie bewahre bis ans Ende. 119,34 Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetzund es halte von ganzem Herzen. 119,35 Führe mich auf dem Steig deiner Gebote; denn ich habe Gefallen daran. 119,36 Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zur Habsucht. 119,37 Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre, und erquicke mich auf deinem Wege. 119,38 Erfülle deinem Knecht dein Wort, dass ich dich fürchte. 119,39 Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Ordnungen sind gut. 119,40 Siehe, ich begehre deine Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit.

119,41 HERR, lass mir deine Gnade widerfahren,deine Hilfe nach deinem Wort, 119,42 dass ich antworten kann dem, der mich schmäht; denn ich verlasse mich auf dein Wort. 119,43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Ordnungen. 119,44 Ich will dein Gesetz halten allezeit, immer und ewiglich. 119,45 Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle. 119,46 Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht. 119,47 Ich habe Freude an deinen Geboten, sie sind mir sehr lieb, 119,48 und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Weisungen.

119,49 Denke an das Wort, das du deinem Knecht gabst, und lass mich darauf hoffen. 119,50 Das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich erquickt. 119,51 Die Stolzen treiben ihren Spott mit mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz. 119,52 HERR, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich getröstet. 119,53 Zorn erfasst mich über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen. 119,54 Deine Gebote sind mein Lied im Hause, in dem ich Fremdling bin. 119,55 HERR, ich denke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz. 119,56 Das ist mein Schatz, dass ich mich an deine Befehle halte.

119,57 Ich habe gesagt: HERR, das soll mein Erbe sein, dass ich deine Worte halte. 119,58 Ich suche deine Gunst von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem Wort. 119,59 Ich bedenke meine Wege und lenke meine Füsse zu deinen Mahnungen. 119,60 Ich eile und säume nicht, zu halten deine Gebote. 119,61 Der Gottlosen Stricke umschlingen mich; aber dein Gesetz vergesse ich nicht. 119,62 Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu dankenfür die Ordnungen deiner Gerechtigkeit. 119,63 Ich halte mich zu allen, die dich fürchten und deine Befehle halten. 119,64 HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote.

119,65 Du tust Gutes deinem Knecht, HERR, nach deinem Wort. 119,66 Lehre mich heilsame Einsicht und Erkenntnis;denn ich glaube deinen Geboten. 119,67 Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. 119,68 Du bist gütig und freundlich, lehre mich deine Weisungen. 119,69 Die Stolzen erdichten Lügen über mich,ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle. 119,70 Ihr Herz ist völlig verstockt; ich aber habe Freude an deinem Gesetz. 119,71 Es ist gut für mich, dass du mich gedemütigt hast, damit ich deine Gebote lerne. 119,72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold und Silber.

119,73 Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne. 119,74 Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort. 119,75 HERR, ich weiss, dass deine Urteile gerecht sind; in deiner Treue hast du mich gedemütigt. 119,76 Deine Gnade soll mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast. 119,77 Lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe; denn ich habe Freude an deinem Gesetz. 119,78 Ach, dass die Stolzen zuschanden würden, die mich mit Lügen niederdrücken! Ich aber sinne nach über deine Befehle. 119,79 Ach, dass sich zu mir hielten, die dich fürchten und deine Mahnungen kennen! 119,80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Geboten, damit ich nicht zuschanden werde.

119,81 Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort. 119,82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich? 119,83 Ich bin wie ein Weinschlauch im Rauch;doch deine Gebote vergesse ich nicht. 119,84 Wie lange soll dein Knecht noch warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger? 119,85 Die Stolzen graben mir Gruben, sie, die nicht tun nach deinem Gesetz. 119,86 All deine Gebote sind Wahrheit; sie aber verfolgen mich mit Lügen; hilf mir! 119,87 Sie haben mich fast umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht. 119,88 Erquicke mich nach deiner Gnade, dass ich halte die Mahnung deines Mundes.

119,89 HERR, dein Wort bleibt ewiglich,so weit der Himmel reicht; 119,90 deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde fest gegründet, und sie bleibt stehen. 119,91 Sie steht noch heute nach deinen Ordnungen; denn es muss dir alles dienen. 119,92 Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend. 119,93 Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen;denn du erquickst mich damit. 119,94 Ich bin dein, hilf mir; denn ich suche deine Befehle. 119,95 Die Gottlosen lauern mir auf, dass sie mich umbringen; ich aber merke auf deine Mahnungen. 119,96 Ich habe gesehen, dass alles ein Ende hat, aber dein Gebot bleibt bestehen.

119,97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach. 119,98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. 119,99 Ich habe mehr Einsicht als alle meine Lehrer; denn über deine Mahnungen sinne ich nach. 119,100 Ich bin klüger als die Alten; denn ich halte mich an deine Befehle. 119,101 Ich verwehre meinem Fuss alle bösen Wege, damit ich dein Wort halte. 119,102 Ich weiche nicht von deinen Ordnungen; denn du lehrest mich. 119,103 Dein Wort ist meinem Munde süsser als Honig. 119,104 Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege.

119,105 Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. 119,106 Ich schwöre und will's halten: Die Ordnungen deiner Gerechtigkeit will ich bewahren. 119,107 Ich bin sehr gedemütigt; HERR, erquicke mich nach deinem Wort! 119,108 Lass dir gefallen, HERR, das Opfer meines Mundes, und lehre mich deine Ordnungen. 119,109 Mein Leben ist immer in Gefahr; aber dein Gesetz vergesse ich nicht. 119,110 Die Gottlosen legen mir Schlingen; ich aber irre nicht ab von deinen Befehlen. 119,111 Deine Mahnungen sind mein ewiges Erbe; denn sie sind meines Herzens Wonne. 119,112 Ich neige mein Herz, zu tun deine Gebote immer und ewiglich.

119,113 Ich hasse die Wankelmütigen und liebe dein Gesetz. 119,114 Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort. 119,115 Weichet von mir, ihr Übeltäter! Ich will mich halten an die Gebote meines Gottes. 119,116 Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung. 119,117 Stärke mich, dass ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten. 119,118 Du verwirfst alle, die von deinen Geboten abirren; denn ihr Tun ist Lug und Trug. 119,119 Du schaffst alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlacken, darum liebe ich deine Mahnungen. 119,120 Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schaudert, und ich entsetze mich vor deinen Gerichten.

119,121 Ich übe Recht und Gerechtigkeit; übergib mich nicht denen, die mir Gewalt antun wollen. 119,122 Tritt ein für deinen Knecht und tröste ihn,dass mir die Stolzen nicht Gewalt antun! 119,123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. 119,124 Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnadeund lehre mich deine Gebote. 119,125 Ich bin dein Knecht: Unterweise mich,dass ich verstehe deine Mahnungen. 119,126 Es ist Zeit, dass der HERR handelt; sie haben dein Gesetz zerbrochen. 119,127 Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und feines Gold. 119,128 Darum halte ich alle deine Befehle für recht, ich hasse alle falschen Wege.

119,129 Deine Mahnungen sind Wunderwerke;darum hält sie meine Seele. 119,130 Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut esund macht klug die Unverständigen. 119,131 Ich tue meinen Mund weit auf und lechze, denn mich verlangt nach deinen Geboten. 119,132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig,wie du pflegst zu tun denen, die deinen Namen lieben. 119,133 Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein und lass kein Unrecht über mich herrschen. 119,134 Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen, so will ich halten deine Befehle. 119,135 Lass dein Antlitz leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine Gebote. 119,136 Meine Augen fliessen von Tränen, weil man dein Gesetz nicht hält.

119,137 HERR, du bist gerecht, und deine Urteile sind richtig. 119,138 Du hast deine Mahnungen geboten in Gerechtigkeit und grosser Treue. 119,139 Ich habe mich fast zu Tode geeifert, weil meine Widersacher deine Worte vergessen. 119,140 Dein Wort ist ganz durchläutert, und dein Knecht hat es lieb. 119,141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deine Befehle. 119,142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit. 119,143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Freude an deinen Geboten. 119,144 Deine Mahnungen sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe ich.

119,145 Ich rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, HERR; ich will deine Gebote halten. 119,146 Ich rufe zu dir, hilf mir; ich will mich an deine Mahnungen halten. 119,147 Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. 119,148 Ich wache auf, wenn's noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort. 119,149 Höre meine Stimme nach deiner Gnade; HERR, erquicke mich nach deinem Recht. 119,150 Meine arglistigen Verfolger nahen; aber sie sind fern von deinem Gesetz. 119,151 HERR, du bist nahe, und alle deine Gebote sind Wahrheit. 119,152 Längst weiss ich aus deinen Mahnungen,dass du sie für ewig gegründet hast.

119,153 Sieh doch mein Elend und errette mich; denn ich vergesse dein Gesetz nicht. 119,154 Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. 119,155 Das Heil ist fern von den Gottlosen; denn sie achten deine Gebote nicht. 119,156 HERR, deine Barmherzigkeit ist gross; erquicke mich nach deinem Recht. 119,157 Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Mahnungen. 119,158 Ich sehe die Verächter, und es tut mir wehe, dass sie dein Wort nicht halten. 119,159 Siehe, ich liebe deine Befehle; HERR, erquicke mich nach deiner Gnade. 119,160 Dein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner Gerechtigkeit währen ewiglich.

119,161 Fürsten verfolgen mich ohne Grund; aber mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten. 119,162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der grosse Beute macht. 119,163 Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Greuel; aber dein Gesetz habe ich lieb. 119,164 Ich lobe dich des Tages siebenmal um deiner gerechten Ordnungen willen. 119,165 Grossen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln. 119,166 HERR, ich warte auf dein Heilund tue nach deinen Geboten. 119,167 Meine Seele hält sich an deine Mahnungen und liebt sie sehr. 119,168 Ich halte deine Befehle und deine Mahnungen; denn alle meine Wege liegen offen vor dir.

119,169 HERR, lass mein Klagen vor dich kommen; unterweise mich nach deinem Wort. 119,170 Lass mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort. 119,171 Meine Lippen sollen dich loben; denn du lehrst mich deine Gebote. 119,172 Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht. 119,173 Lass deine Hand mir beistehen; denn ich habe erwählt deine Befehle. 119,174 HERR, mich verlangt nach deinem Heil, und an deinem Gesetz habe ich Freude. 119,175 Lass meine Seele leben, dass sie dich lobe, und dein Recht mir helfen. 119,176 Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf; suche deinen Knecht, denn ich vergesse deine Gebote nicht.


120. Kapitel

Hilferuf gegen Verleumder
120,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich rufe zu dem HERRN in meiner Not, und er erhört mich. 120,2 HERR, errette mich von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen.

120,3 Was soll er dir antun, du falsche Zunge, und was dir noch geben? 120,4 Scharfe Pfeile eines Starken und feurige Kohlen!

120,5 Weh mir, dass ich weilen muss unter Meschech;ich muss wohnen bei den Zelten Kedars! 120,6 Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen. 120,7 Ich halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie Streit an.


121. Kapitel

Der treue Menschenhüter
121,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?* *Luther übersetzte nach der lateinischen Übersetzung: « . . . zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt.» 121,2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

121,3 Er wird deinen Fuss nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. 121,4 Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

121,5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 121,6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

121,7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. 121,8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!a


122. Kapitel

Ein Segenswunsch für Jerusalem
122,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! 122,2 Nun stehen unsere Füsse in deinen Toren, Jerusalem.

122,3 Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, 122,4 wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN. 122,5 Denn dort stehen die Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David.

122,6 Wünschet Jerusalem Glück!Es möge wohl gehen denen, die dich lieben! 122,7 Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! 122,8 Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. 122,9 Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.


123. Kapitel

Aufblick zu Gottes Gnade
123,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel wohnest. 123,2 Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig werde.

123,3 Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig; denn allzusehr litten wir Verachtung. 123,4 Allzusehr litt unsere Seele den Spott der Stolzen und die Verachtung der Hoffärtigen.


124. Kapitel

Der Helfer in der Not
124,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Wäre der HERR nicht bei uns - so sage Israel -, 124,2 wäre der HERR nicht bei uns, wenn Menschen wider uns aufstehen, 124,3 so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns entbrennt; 124,4 so ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsre Seele, 124,5 es gingen Wasser hoch über uns hinweg.

124,6 Gelobt sei der HERR, dass er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne! 124,7 Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.

124,8 Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.


125. Kapitel

Der HERR ist um sein Volk her
125,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Die auf den HERRN hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion. 125,2 Wie um Jerusalem Berge sind, so ist der HERR um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.

125,3 Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben über dem Erbteil der Gerechten, damit die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit.

125,4 HERR, tu wohl den Guten und denen, die frommen Herzens sind. 125,5 Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der HERR dahinfahren lassen mit den Übeltätern. Friede sei über Israel!


126. Kapitel

126,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. 126,2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Grosses an ihnen getan!

126,3 Der HERR hat Grosses an uns getan; des sind wir fröhlich.

126,4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland. 126,5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. 126,6 Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.


127. Kapitel

An Gottes Segen ist alles gelegen
127,1 VON SALOMO, EIN WALLFAHRTSLIED. Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. 127,2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.

127,3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN,und Leibesfrucht ist ein Geschenk. 127,4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit. 127,5 Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor.


128. Kapitel

Gesegneter Hausstand
128,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Wohl dem, der den HERRN fürchtet und auf seinen Wegen geht! 128,2 Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit;wohl dir, du hast's gut.

128,3 Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock drinnen in deinem Hause, deine Kinder wie junge Ölbäume um deinen Tisch her. 128,4 Siehe, so wird gesegnet der Mann, der den HERRN fürchtet.

128,5 Der HERR wird dich segnen aus Zion, dass du siehst das Glück Jerusalems dein Leben lang 128,6 und siehst Kinder deiner Kinder. Friede sei über Israel!


129. Kapitel

Hilferuf des bedrängten Israel
129,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf - so sage Israel -, 129,2 sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht überwältigt. 129,3 Die Pflüger haben auf meinem Rücken geackert und ihre Furchen langgezogen. 129,4 Der HERR, der gerecht ist, hat der Gottlosen Stricke zerhauen.

129,5 Ach dass zuschanden würden und zurückwichen alle, die Zion gram sind! 129,6 Ach dass sie würden wie das Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe man es ausrauft, 129,7 mit dem der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder seinen Arm; 129,8 und keiner, der vorübergeht, soll sprechen: Der Segen des HERRN sei über euch! Wir segnen euch im Namen des HERRN.


130. Kapitel

130,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. 130,2 Herr, höre meine Stimme! Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! 130,3 Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst - Herr, wer wird bestehen? 130,4 Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.

130,5 Ich harre des HERRN, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. 130,6 Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen;* mehr als die Wächter auf den Morgen *Luther übersetzte: «Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern.» 130,7 hoffe Israel auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. 130,8 Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.


131. Kapitel

Kindliche Ergebung
131,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit grossen Dingen, die mir zu wunderbar sind. 131,2 Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.

131,3 Israel, hoffe auf den HERRNvon nun an bis in Ewigkeit!


132. Kapitel

Davids Haus und das Heiligtum auf Zion
132,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Gedenke, HERR, an David und all seine Mühsal, 132,2 der dem HERRN einen Eid schwor und gelobte dem Mächtigen Jakobs: 132,3 Ich will nicht in mein Haus gehen noch mich aufs Lager meines Bettes legen, 132,4 ich will meine Augen nicht schlafen lassen noch meine Augenlider schlummern, 132,5 bis ich eine Stätte finde für den HERRN, eine Wohnung für den Mächtigen Jakobs.

132,6 Siehe, wir hörten von ihr in Efrata, wir haben sie gefunden im Gefilde von Jaar. 132,7 Wir wollen in seine Wohnung gehen und anbeten vor dem Schemel seiner Füsse. 132,8 HERR, mache dich auf zur Stätte deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht! 132,9 Deine Priester lass sich kleiden mit Gerechtigkeit und deine Heiligen sich freuen. 132,10 Weise nicht ab das Antlitz deines Gesalbten um deines Knechtes David willen!

132,11 Der HERR hat David einen Eid geschworen, davon wird er sich wahrlich nicht wenden: Ich will dir auf deinen Thron setzen einen, der von deinem Leibe kommt. 132,12 Werden deine Söhne meinen Bund halten und mein Gebot, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Söhne auf deinem Thron sitzen ewiglich.

132,13 Denn der HERR hat Zion erwählt, und es gefällt ihm, dort zu wohnen. «132,14 Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich wohnen, denn das gefällt mir. 132,15 Ich will ihre Speise segnen und ihren Armen Brot genug geben. 132,16 Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, und ihre Heiligen sollen fröhlich sein. 132,17 Dort soll dem David aufgehen ein mächtiger Spross, ich habe meinem Gesalbten eine Leuchte zugerichtet; 132,18 seine Feinde will ich in Schande kleiden, aber über ihm soll blühen seine Krone.»


133. Kapitel

Segen der brüderlichen Eintracht
133,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! 133,2 Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfliesst in seinen Bart, das herabfliesst zum Saum seines Kleides, 133,3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions! Denn dort verheisst der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.


134. Kapitel

Nächtliches Loblied im Tempel
134,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Wohlan, lobet den HERRN, alle Knechte des HERRN, die ihr steht des Nachts im Hause des HERRN! 134,2 Hebet eure Hände auf im Heiligtum und lobet den HERRN! 134,3 Der HERR segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat!a


135. Kapitel

135,1 Halleluja! Lobet den Namen des HERRN, lobet, ihr Knechte des HERRN, 135,2 die ihr steht im Hause des HERRN, in den Vorhöfen am Hause unsres Gottes! 135,3 Lobet den HERRN, denn der HERR ist freundlich; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich! 135,4 Denn der HERR hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum.

135,5 Ja, ich weiss, dass der HERR gross ist und unser HERR über allen Göttern. 135,6 Alles, was er will, das tut er im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen; 135,7 der die Wolken lässt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt dem Regen macht, der den Wind herausführt aus seinen Kammern; 135,8 der die Erstgeburten schlug in Ägypten bei den Menschen und beim Vieh 135,9 und liess Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägyptenland, über den Pharao und alle seine Knechte; 135,10 der viele Völker schlug und tötete mächtige Könige, 135,11 Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Baschan, und alle Königreiche in Kanaan, 135,12 und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.

135,13 HERR, dein Name währet ewiglich, dein Ruhm, HERR, währet für und für. 135,14 Denn der HERR schafft Recht seinem Volk und wird seinen Knechten gnädig sein.

135,15 Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, gemacht von Menschenhänden. 135,16 Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 135,17 sie haben Ohren und hören nicht, auch ist kein Odem in ihrem Munde. 135,18 Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich,alle, die auf sie hoffen.

135,19 Das Haus Israel lobe den HERRN! Lobet den HERRN, ihr vom Hause Aaron! 135,20 Ihr vom Hause Levi, lobet den HERRN! Die ihr den HERRN fürchtet, lobet den HERRN! 135,21 Gelobt sei der HERR aus Zion, der zu Jerusalem wohnt! Halleluja!


136. Kapitel

Gottes Wunder in seiner Schöpfung und in der Geschichte seines Volkes
136,1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich. 136,2 Danket dem Gott aller Götter, denn seine Güte währet ewiglich. 136,3 Danket dem Herrn aller Herren, denn seine Güte währet ewiglich.

136,4 Der allein grosse Wunder tut, denn seine Güte währet ewiglich. 136,5 Der die Himmel mit Weisheit gemacht hat, denn seine Güte währet ewiglich. 136,6 Der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat, denn seine Güte währet ewiglich. 136,7 Der grosse Lichter gemacht hat, denn seine Güte währet ewiglich: 136,8 die Sonne, den Tag zu regieren, denn seine Güte währet ewiglich; 136,9 den Mond und die Sterne, die Nacht zu regieren, denn seine Güte währet ewiglich.

136,10 Der die Erstgeborenen schlug in Ägypten, denn seine Güte währet ewiglich; 136,11 und führte Israel von dort heraus, denn seine Güte währet ewiglich; 136,12 mit starker Hand und ausgerecktem Arm,denn seine Güte währet ewiglich. 136,13 Der das Schilfmeer teilte in zwei Teile, denn seine Güte währet ewiglich; 136,14 und liess Israel mitten hindurchgehen, denn seine Güte währet ewiglich; 136,15 der den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stiess, denn seine Güte währet ewiglich.

136,16 Der sein Volk führte durch die Wüste, denn seine Güte währet ewiglich. 136,17 Der grosse Könige schlug, denn seine Güte währet ewiglich; 136,18 und brachte mächtige Könige um, denn seine Güte währet ewiglich; 136,19 Sihon, den König der Amoriter, denn seine Güte währet ewiglich; 136,20 und Og, den König von Baschan, denn seine Güte währet ewiglich; 136,21 und gab ihr Land zum Erbe, denn seine Güte währet ewiglich; 136,22 zum Erbe seinem Knecht Israel, denn seine Güte währet ewiglich. 136,23 Der an uns dachte, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich; 136,24 und uns erlöste von unsern Feinden, denn seine Güte währet ewiglich. 136,25 Der Speise gibt allem Fleisch, denn seine Güte währet ewiglich.

136,26 Danket dem Gott des Himmels, denn seine Güte währet ewiglich.


137. Kapitel

Klage der Gefangenen zu Babel
137,1 An den Wassern zu Babel sassen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. 137,2 Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande. 137,3 Denn die uns gefangen hielten, hiessen uns dort singen und in unserm Heulen fröhlich sein: «Singet uns ein Lied von Zion!»

137,4 Wie könnten wir des HERRN Lied singen in fremdem Lande? 137,5 Vergesse ich dich, Jerusalem,so verdorre meine Rechte. 137,6 Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.

137,7 HERR, vergiss den Söhnen Edom nicht, was sie sagten am Tage Jerusalems: «Reisst nieder, reisst nieder bis auf den Grund!» 137,8 Tochter Babel, du Verwüsterin, wohl dem, der dir vergilt, was du uns angetan hast! 137,9 Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmtund sie am Felsen zerschmettert!b


138. Kapitel

Dank für Gottes Hilfe
138,1 VON DAVID. Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lobsingen. 138,2 Ich will anbeten vor deinem heiligen Tempel und deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen und dein Wort herrlich gemacht über alles. 138,3 Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele grosse Kraft.

138,4 Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden, dass sie hören das Wort deines Mundes; 138,5 sie singen von den Wegen des HERRN, dass die Herrlichkeit des HERRN so gross ist. 138,6 Denn der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen und kennt den Stolzen von ferne.

138,7 Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich und reckst deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten. 138,8 Der HERR wird meine Sache hinausführen. HERR, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.


139. Kapitel

Gott der Allwissende und Allgegenwärtige
139,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. HERR, du erforschest mich und kennest mich. 139,2 Ich sitze oder stehe auf, so weisst du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. 139,3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. 139,4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. 139,5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. 139,6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

139,7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? 139,8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. 139,9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äussersten Meer, 139,10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. 139,11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -, 139,12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

139,13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. 139,14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. 139,15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. 139,16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

139,17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so gross! 139,18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.

139,19 Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! Dass doch die Blutgierigen von mir wichen! 139,20 Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich mit frechem Mut. 139,21 Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die sich gegen dich erheben? 139,22 Ich hasse sie mit ganzem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.

139,23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. 139,24 Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.


140. Kapitel

Bitte um Rettung vor boshaften Feinden
140,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. 140,2 Errette mich, HERR, von den bösen Menschen; behüte mich vor den Gewalttätigen, 140,3 die Böses planen in ihrem Herzen und täglich Streit erregen. 140,4 Sie haben scharfe Zungen wie Schlangen, Otterngift ist unter ihren Lippen. SELA. 140,5 Bewahre mich, HERR, vor der Hand der Gottlosen; behüte mich vor den Gewalttätigen, die mich zu Fall bringen wollen. 140,6 Die Hoffärtigen legen mir Schlingen und breiten Stricke aus zum Netz und stellen mir Fallen auf den Weg. SELA.

140,7 Ich aber sage zum HERRN: Du bist mein Gott; HERR, vernimm die Stimme meines Flehens! 140,8 HERR, meine starke Hilfe, du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streits. 140,9 HERR, gib dem Gottlosen nicht, was er begehrt! Was er sinnt, lass nicht gelingen, sie könnten sich sonst überheben. SELA. 140,10 Das Unglück, über das meine Feinde beraten, komme über sie selber. 140,11 Er möge feurige Kohlen über sie schütten; er möge sie stürzen in Gruben, dass sie nicht mehr aufstehen.

140,12 Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden; ein frecher, böser Mensch wird verjagt und gestürzt werden. 140,13 Denn ich weiss, dass der HERR des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird. 140,14 Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen, und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben.


141. Kapitel

Bitte um Bewahrung
141,1 EIN PSALM DAVIDS. HERR, ich rufe zu dir, eile zu mir; vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe. 141,2 Mein Gebet möge vor dir gelten als ein Räucheropfer, das Aufheben meiner Hände als ein Abendopfer. 141,3 HERR, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!a 141,4 Neige mein Herz nicht zum Bösen, gottlos zu leben mit den Übeltätern; ich mag nicht essen von ihren leckeren Speisen.

141,5 Der Gerechte schlage mich freundlich und weise mich zurecht; das wird mir wohltun wie Balsam auf dem Haupte. Mein Haupt wird sich dagegen nicht wehren. Doch ich bete stets, dass jene mir nicht Schaden tun. 141,6 Ihre Anführer sollen hinabgestürzt werden vom Felsen; dann wird man merken, wie richtig meine Worte gewesen sind. 141,7 Ihre Gebeine werden zerstreut bis zur Pforte des Todes, wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt. 141,8 Ja, auf dich, HERR, sehen meine Augen; ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin. 141,9 Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Übeltäter. 141,10 Die Gottlosen sollen miteinander in ihr eigenes Netz fallen; mich aber lass entrinnen.


142. Kapitel

Hilferuf in schwerer Bedrängnis
142,1 EINE UNTERWEISUNG DAVIDS, ALS ER IN DER HÖHLE WAR, EIN GEBET. 142,2 Ich schreie zum HERRN mit meiner Stimme, ich flehe zum HERRN mit meiner Stimme. 142,3 Ich schütte meine Klage vor ihm aus und zeige an vor ihm meine Not. 142,4 Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Sie legen mir Schlingen auf dem Wege, den ich gehe. 142,5 Schau zur Rechten und sieh: da will niemand mich kennen. Ich kann nicht entfliehen, niemand nimmt sich meiner an.

142,6 HERR, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen. 142,7 Höre auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt. Errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig. 142,8 Führe mich aus dem Kerker, dass ich preise deinen Namen. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohltust.


143. Kapitel

Bitte um Verschonung und Leitung (Der siebente Busspsalm)
143,1 EIN PSALM DAVIDS. HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, 143,2 und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 143,3 Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden, er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind. 143,4 Und mein Geist ist in Ängsten, mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe.

143,5 Ich denke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände. 143,6 Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. SELA. 143,7 HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 143,8 Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. 143,9 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; zu dir nehme ich meine Zuflucht.

143,10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. 143,11 HERR, erquicke mich um deines Namens willen; führe mich aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen, 143,12 und vernichte meine Feinde um deiner Güte willen und bringe alle um, die mich bedrängen; denn ich bin dein Knecht.


144. Kapitel

Gebet um Rettung und Wohlstand
144,1 VON DAVID. Gelobt sei der HERR, mein Fels, der meine Hände kämpfen lehrt und meine Fäuste, Krieg zu führen, 144,2 meine Hilfe und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der Völker unter mich zwingt.

144,3 HERR, was ist der Mensch, dass du dich seiner annimmst, und des Menschen Kind, dass du ihn so beachtest? 144,4 Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten.

144,5 HERR, neige deinen Himmel und fahre herab; rühre die Berge an, dass sie rauchen. 144,6 Sende Blitze und streue sie aus, schick deine Pfeile und jage sie dahin, 144,7 streck aus deine Hand von der Höhe. ERLÖSE MICH UND ERRETTE MICH AUS GROssEN WAssERN, AUS DER HAND DER FREMDEN, 144,8 DEREN MUND UNNÜTZ REDET UND DEREN RECHTE HAND TRÜGT.

144,9 Gott, ich will dir ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten, 144,10 der du den Königen Sieg gibst und erlösest deinen Knecht David vom mörderischen Schwert. 144,11 ERLÖSE MICH UND ERRETTE MICH AUS DER HAND DER FREMDEN, DEREN MUND FALSCHES REDET UND DEREN RECHTE HAND TRÜGT.

144,12 Unsere Söhne seien wie Pflanzen, die aufschiessen in ihrer Jugendkraft - unsere Töchter wie Säulen, geschnitzt für Paläste - 144,13 unsere Kammern gefüllt, dass sie Vorrat geben, einen nach dem andern - unsere Schafe, dass sie Tausende werfen und Zehntausende auf unsern Triften - 144,14 unsere Rinder, dass sie tragen ohne Schaden und Verlust - und kein Klagegeschrei sei auf unsern Gassen. - 144,15 Wohl dem Volk, dem es so ergeht! Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!


145. Kapitel

145,1 EIN LOBLIED DAVIDS. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. 145,2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 145,3 Der HERR ist gross und sehr zu loben, und seine Grösse ist unausforschlich. 145,4 Kindeskinder werden deine Werke preisenund deine gewaltigen Taten verkündigen. 145,5 Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht und deinen Wundern nachsinnen; 145,6 sie sollen reden von deinen mächtigen Taten und erzählen von deiner Herrlichkeit; 145,7 sie sollen preisen deine grosse Güte und deine Gerechtigkeit rühmen.

145,8 Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von grosser Güte. 145,9 Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. 145,10 Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben 145,11 und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden, 145,12 dass den Menschen deine gewaltigen Taten kundwerden und die herrliche Pracht deines Königtums. 145,13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für.

Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken. * *Die zweite Hälfte dieses Verses, die nur in einem Teil der Handschriften überliefert ist, stellt den N-Vers des im Hebräischen nach dem ABC geordneten Psalms dar. 145,14 Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. 145,15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. 145,16 Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem Wohlgefallen. 145,17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. 145,18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen. 145,19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. 145,20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. 145,21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.


146. Kapitel

Gottes ewige Treue
146,1 Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! 146,2 Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin. 146,3 Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. 146,4 Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne.

146,5 Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott, 146,6 der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist; der Treue hält ewiglich, 146,7 der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset.

Der HERR macht die Gefangenen frei. 146,8 Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HERR liebt die Gerechten. 146,9 Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen führt er in die Irre.

146,10 Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja!


147. Kapitel

147,1 Halleluja! Lobet den HERRN! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön.

147,2 Der HERR baut Jerusalem aufund bringt zusammen die Verstreuten Israels. 147,3 Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. 147,4 Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. 147,5 Unser Herr ist gross und von grosser Kraft, und unbegreiflich ist, wie er regiert. 147,6 Der HERR richtet die Elenden auf und stösst die Gottlosen zu Boden.

147,7 Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen, 147,8 der den Himmel mit Wolken bedeckt und Regen gibt auf Erden; der Gras auf den Bergen wachsen lässt, 147,9 der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen. 147,10 Er hat keine Freude an der Stärke des Rossesund kein Gefallen an den Schenkeln des Mannes. 147,11 Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.

147,12 Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott! 147,13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in deiner Mitte. 147,14 Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen. 147,15 Er sendet sein Gebot auf die Erde, sein Wort läuft schnell. 147,16 Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche. 147,17 Er wirft seine Schlossen herab wie Brocken; wer kann bleiben vor seinem Frost? 147,18 Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee;er lässt seinen Wind wehen, da taut es. 147,19 Er verkündigt Jakob sein Wort, Israel seine Gebote und sein Recht. 147,20 So hat er an keinem Volk getan; sein Recht kennen sie nicht. Halleluja!


148. Kapitel

Gottes Lob im Himmel und auf Erden
148,1 Halleluja! Lobet im Himmel den HERRN, lobet ihn in der Höhe! 148,2 Lobet ihn, alle seine Engel, lobet ihn, all sein Heer! 148,3 Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! 148,4 Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel! 148,5 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn er gebot, da wurden sie geschaffen. 148,6 Er lässt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten.

148,7 Lobet den HERRN auf Erden, ihr grossen Fische und alle Tiefen des Meeres, 148,8 Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten, 148,9 ihr Berge und alle Hügel, fruchttragende Bäume und alle Zedern, 148,10 ihr Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel, 148,11 ihr Könige auf Erden und alle Völker, Fürsten und alle Richter auf Erden, 148,12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen! 148,13 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn sein Name allein ist hoch, seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist. 148,14 Er erhöht die Macht seines Volkes. Alle seine Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient. Halleluja!


149. Kapitel

Zion lobe den HERRN!
149,1 Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. 149,2 Israel freue sich seines Schöpfers, die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König. 149,3 Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen. 149,4 Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk, er hilft den Elenden herrlich.

149,5 Die Heiligen sollen fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern. 149,6 Ihr Mund soll Gott erheben; sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen halten, 149,7 dass sie Vergeltung üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern, 149,8 ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, 149,9 dass sie an ihnen vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!


150. Kapitel

Das grosse Halleluja
150,1 Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! 150,2 Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner grossen Herrlichkeit! 150,3 Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen! 150,4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! 150,5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln! 150,6 Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!


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