BMAR-180

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Hauptseite Buch Bischof Martin BMAR-180 Kapitel


180. Kapitel - Antwort des Sonnenweisen an Petrus und seine Kritik an den Verheissungen Jesu und ihrer Erfüllung.

180,1. Spricht der Weise: Ja Freund, es ist uns alles recht, was der Herr will. Denn man kann sich ja doch dem allmächtigen Willen des Herrn nicht widersetzen, ob Er von uns Leichtes oder Schweres verlangt! Denn tun wir's nicht frei zu unserem einstigen Besten, müssten wir es dennoch tun durch ein Gericht zu unserm Verderben! Also tun wir es endlos lieber frei und wollen dadurch für unser künftiges Leben lieber etwas gewinnen als verlieren.

180,2. Ich sehe wohl aus alledem, was du und dein Vorgänger uns gesagt hast, dass wir hier die bisher freie, schöpferische Willenskraft, mittels der wir bis jetzt unsere Gärten bestellten und unsere Häuser und Wohnungen meist herstellten, ganz in die Hände des Herrn werden zurücklegen müssen. Aber das macht gerade darum nichts, weil wir auf dem Wege der Bitte diese Fähigkeit doch ungeschmälert wieder haben können!

180,3. Freilich wissen wir auf dem Wege unserer inneren Wahrnehmungen und durch allerlei Geister aus deiner Erde, dass der Herr es mit Seinen Verheissungen eben nie gar zu buchstäblich genau nimmt. Dem Er Reichtum verheisst, dem gibt Er Armut. Dem Er bei Gesundheit ein langes Leben zusagt, der kann sich alsbald auf Leiden und auf ein baldiges Ende seines irdischen Lebens gefasst machen. Dem Er des Lebens Freiheit geben will, der wird in Kürze ein irdisch Gefangener; die Er lieb hat, die lässt Er versuchen und gewaltig züchtigen. Die getreuest an Ihm und Seinem Worte hängen, die lässt Er Not und allerlei Verfolgungen erleiden. Und die Ihn über alles lieben, die lässt Er kreuzigen - und dergleichen mehr!

180,4. Aber - wie gesagt - das macht alles nichts; denn Er allein ist der allmächtige Herr Seiner Werke und kann mit ihnen tun, was Er will. Niemand kann Ihn fragen und sagen: 'Herr, warum tust Du dies oder jenes, das uns unbillig vorkommt?', denn Er ist der Herr ganz allein, und das genüge jedem!

180,5. Der Herr verhiess - wie wir wissen - Seinen Königen auf der Erde eine ewige Herrschaft, und sie starben wie ein jeder andere Mensch. So verhiess Er einem gewissen Volke ein ewiges Land und Reich, und wie wir erfuhren, hat dieses erwählte Volk nun kein Reich und kein Land mehr! So wissen wir auch, dass Er Weise erwählte, die dem Volke Seinen Willen, was Er tun werde, offenbaren mussten. Als es aber dann an der Zeit war, dass solche Offenbarung hätte sollen erfüllt werden, da standen die Weisen wie barste Maulreisser da: denn der Herr liess nicht geschehen, was Er durch die Weisen verkünden liess! Und dergleichen mehreres!

180,6. Du siehst, dass man sich auf des Herrn Verheissungen ganz buchstäblich nicht verlassen kann. So wird es auch mit der Gewährung der verschiedenen Bitten der gleiche Fall sein; denn wer könnte Ihn dazu wohl je nötigen?

180,7. Aber dennoch wollen wir deinen Antrag annehmen, da wir nur zu gut wissen, dass eine Weigerung von unserer Seite wohl die grösste Torheit wäre. Darum geschehe, was da der allmächtige Herr will!«

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