3TAGE-28

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Hauptseite Die 3 Tage im Tempel zu Jerusalem 3TAGE-28 Kapitel


Kapitel 28 - Jesu Erweis, dass der Tempel und das ganze Land nicht mehr zu reinigen und zu retten sind. Die neue Bundeslade und das 'verfluchte Wasser'.

1. Sagte Joram: »Das möchte ich denn doch noch nicht als eine ausgemachte Sache ansehen! Denn es kommt Zeit, und es kommt Rat, und so Salomo recht hat mit dem, dass er behauptet, dass in der Welt alles eitel ist, so könnte es ja doch einmal sein, dass Deine nunmalige Prophezeiung auch in das Fach des Eitlen übergehen könnte und wir dennoch Deinen wahrhaft höchst zu beherzigenden Rat ins Werk setzten! Denn siehe, wir mehrere sind einmal sehr einverstanden mit Dir! Freilich sind wir wohl der allerwenigste Teil der Tempelbewohnerschaft, aber so ziemlich die Allerhöchsten dürften wir da sein und somit auch ohne weiteres massgebend! - Was meinst Du da?«

2. Sagte Ich: »Also aber war es in diesem Hause schon öfter und manchmal sogar um vieles besser, und dennoch drang der bessere Teil niemals durch, sondern allzeit der grosse Haufe, der stets den grössten Lärm zu schlagen verstand! Aber Ich sage es dir und jedem, der da denkt wie du und aber auch bei sich danach tut - denn auch bei den übervielen Bösen wird der einzelne Gerechte vor dem Angesichte Gottes nicht unbeachtet bleiben -:

3. Ihr im allgemeinen habt euch wohl eine neue Bundeslade anfertigen lassen und habt euch angeschafft ein neues Gefäss zur Aufbewahrung des von keinem Propheten angeratenen ,Verfluchten Wassers', welches da ist eine schlechteste Erfindung und Einführung der neueren Zeit! Wahrlich, das war unnötig, sowohl die Lade wie das Gefäss! Warum habt ihr dafür nicht lieber eure Herzen durch eine rechte Busse in Gott erneuert und euern alten Weltsinn umgewandelt in den der wahren Liebe und Barmherzigkeit?!

4. Wahrlich, Ich sage euch: Die alte Bundeslade, voll des Geistes aus Gott, steht in Mir nun vor euch und sagt euch ganz offen ins Gesicht, dass in eurer neuen Bundeslade sich kein Sonnenstäubchen gross irgendeines Geistes Gottes befindet, wohl aber eine Überfülle des alten, bösesten Märengeistes, der in euren Herzen ausgeboren wird; und das Verfluchte Wasser sind die schlechten Tränen um so manche Weltlichtsverluste, von denen ihr euch die grössten Gewinne erhofftet, und diejenigen, die euch verrieten gegen die Römer, so ihr sie in eure Klauen habet bekommen können, sind zumeist am Verfluchten Wasser elendigst gestorben!

5. Aber von nun an wird euch das selbst tausendmal verfluchte Wasser nichts mehr nützen! Es war zwar wohl dereinst ausgemacht worden, dass jene, die einen Tempelverrat in den göttlichen Dingen gegen die Feinde Jehovas machten - als da waren die Philister und derart sehr böse und finstere Heiden vor alters -, das böse Wasser aus dem Toten Meere sollten zu trinken bekommen, und täte ihnen das Wasser kein Leids, sie als unschuldig zu betrachten wären, wogegen, so ihnen die Bäuche aufgetrieben würden, sie als Schuldige ihrem argen Schicksale überlassen werden sollten und zugrunde gehen an den Folgen und Wirkungen des toten Wassers. Aber seit wie lange ist diese Satzung in eine ganz andere übergegangen!

6. »Wie viele Tausende sind schon an den Folgen eures neueren Giftwassers zugrunde gegangen, ohne dass sie den allergeringsten Verrat des rein Göttlichen aus dem Tempel an irgendeinen bösen Heiden gemacht haben! Warum nahmt denn ihr selber nicht das tote Wasser, da eben ihr selbst den Heiden geheim - aber freilich um viel Gold - das Allerheiligste zur Besichtigung gar oftmals aufgeschlossen habt?!

7. Siehe, das und noch viele andere Dinge gehen hier im Tempel vor, ja dieses sein sollende Gotteshaus auf Erden ist zu einer wahren Raubmörderhöhle geworden. Da gibt es keinen Greuel, der in diesem Tempel nicht wäre zu öfteren Malen verübt worden! Meinet ihr wohl, dass solch eine Stätte noch immer gut genug wäre, Gott dem Herrn eine Wohnstätte abzugeben?! Wahrlich, mit dem Schwerte, an dem das Blut deines Bruders haftet, sollst du nimmer ins Feld ziehen, denn daran hängt schon ein alter Fluch, und du wirst damit nimmer einen Sieg erfechten!

8. Ja, eure Herzen könnet ihr noch reinigen, so ihr ernstlich wolltet, aber dies Gemäuer nimmer! Habt ihr doch selbst ein Gesetz, demzufolge ein ganzes Land, ein Haus, ein Acker, ein Haustier und ein Mensch durch eine gröbste Sünde wider den Geist Gottes für immerdar verunreinigt werden können - warum dieser Tempel nicht, in dem zu verschiedenen Malen die grössten und himmelschreiendsten Greuel verübt worden sind?!

9. Ich aber sage es euch: Nicht nur dieser Tempel, sondern das ganze Land ist schon seit langeher unwiederrett- und -reinigbar über alle Massen verunreinigt und wird darum in jüngster Folge von den Heiden zertreten und zu einer Wohnstätte der Räuber und reissenden Tiere werden.

10. Damit habe Ich euch nun Meine Meinung ganz unverhohlen preisgegeben, und ihr könnt nun damit machen, was ihr wollt? Denn Ich werde euch bald verlassen, und was Ich geredet habe, habe Ich nur vor euch geredet und vor sonst niemandem, obwohl Ich allezeit wusste, wie es um euch steht, und werde auch zu niemandem weiterreden, da solches fruchtlos wäre! Aber ihr könntet, so ihr wolltet, die Sache noch ändern, doch dieses Gemäuer würde zu nichts mehr taugen! - Verstehet ihr das?«


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